Angehörigenarbeit
Angehörigenarbeit

Angehörigenarbeit

Jeder, der mit einem Alkoholiker in Verbindung steht, wird auf irgendeine Weise von dessen Krankheit beeinflusst. Die direkten Folgen treffen jedoch seine Familie, die Menschen, die buchstäblich sein Leben und später seine Krankheit mit ihm teilen. 

Oftmals kommt es zwischen Angehörigen und Abhängigen zu einem zermürbenden und sinnlosen Kampf um das Suchtmittel. Angehörige - vor allem Frauen - leiden häufig unter massiven Schuld - und Schamgefühlen und tun alles, um den Schein zu wahren. 

Da sich eine Abhängigkeit schleichend entwickelt, bemerken auch Angehörige lange nicht, dass all ihre Bemühungen zu helfen, das Suchtverhalten des Betroffenen eigentlich nur unterstützen und verlängern.

In Fachkreisen hat man hier den Begriff der Co-Abhängigkeit geprägt. Gemeint sind all jene typischen Verhaltensweisen von Bezugspersonen des Alkoholkranken, die damit die süchtige Fehlhaltung unterstützen und sehr oft eine rechtzeitige Behandlung verhindern.

In der Arbeit mit den Angehörigen wird versucht, jene Verhaltensweisen zu beschreiben, die die Co-Abhängigkeit ausmachen wie:

  • Vermeiden und beschützen: Der Abhängige wird davor bewahrt, die volle Tragweite der schädlichen Konsequenzen des Suchtmittelkonsums zu spüren.
  • Kontrolle: Der Co-Abhängige übernimmt die Kontrolle über den Suchtmittelkonsum des Abhängigen.
  • Der Co-Abhängige übernimmt zunehmend die persönlichen Verantwortlichkeiten des Abhängigen, seien dies Tätigkeiten im Haushalt oder am Arbeitsplatz.
  • Rationalisieren und Akzeptieren: Verhaltensweisen des Co-Abhängigen, mit denen er den Suchtmittelmissbrauch erklärt und rechtfertigt oder gar akzeptiert.
  • Unterstützung und Beteiligung des Co-Abhängigen bei der Beschaffung, der Zubereitung und dem Gebrauch des Suchtmittels.
  • Retten und sich dem Abhängigen nützlich machen: Der Abhängige wird übermäßig beschützt. 

In Folge geht es in der Angehörigenarbeit darum, Aufklärungsarbeit über die Alkoholerkrankung zu leisten, das Suchtsystem zu verstehen und therapeutisch begleitete Hilfestellung zu geben, um aus dem Teufelskreis der Co-Abhängigkeit zu entkommen.


Die Arbeitsweise in der Betreuung von Angehörigen erfolgt bedarfsorientiert und interdisziplinär.

Kontakt

Tel: 0463 / 55 2 80 - 0
Fax: 0463 / 55 2 80 - 10
E-Mail: office@agil.at

Agil Sozialpädagogik; Bindung – Co-Abhängigkeit - Sucht

Bindung – Co-Abhängigkeit - Sucht...