Wissenswertes -
19.12.2014
Das Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur Kochen
Das Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur Kochen

Der Umstand, dass viele Krankheiten durch eine fehlerhafte, einseitige oder zu üppige  Ernährung hervorgerufen werden, ist längstens bekannt. 

Auch jahrelanger, regelmäßiger Alkoholkonsum, wie es unsere Klienten praktizierten, begünstigt das Auftreten körperlicher Folgeerkrankungen.

Daher trägt der Koch in der Agil-Sozialpädagogik bei der Speisenzubereitung eine große Mitverantwortung für den allgemeinen Gesundheitszustand der Klienten. 

Eine große Herausforderung bei der Speisenzubereitung besteht darin, etwaige alkoholbedingte Erkrankungen zu berücksichtigen. Es verlangt vom Koch, dass er die Grundsätze der Ernährungslehre kennt und diese auch entsprechend anwendet.

Bei der Tätigkeit als Koch und auch immer öfter als Ernährungscoach, stelle ich mich täglich neuen Herausforderungen in Bezug auf die Menüzusammenstellung.

Nachstehend halte ich einige Anforderung an eine gute Ernährung fest, an denen wir uns in der Küche unseres Therapiezentrums täglich orientieren: 

Eine gute Ernährung bzw. eine gesunde Kost:

- ist gut in der Zusammensetzung
- ist gut in der Zubereitung
- ist gut im Geschmack
- bedeutet regelmäßige und dem Bedarf angepasste Nahrungsaufnahme
- ist abwechselnd in der Wahl der Lebensmittel
- umfasst Vollkornprodukte, Obst und Gemüse
- beinhaltet wenig Kochsalz
- bedeutet maßhalten mit Fett, auch mit verstecktem Fett
- bedeutet das Vermeiden von Zucker und Süßigkeiten
- wird nährstoffschonendzubereitet
- steht auch in Zusammenhang mit Genuss

Eine große Schwierigkeit in meiner täglichen Arbeit liegt darin, dass die Einhaltung bzw. Umsetzung dieser Ernährungsgrundsätze zumeist mit einem hohen Maß an Überzeugungsarbeit gegenüber unseren Klienten verbunden ist. 

Nur die wenigsten unserer Klienten sind bei Therapieantritt mit ernährungsphysiologischen Hintergründen vertraut, erschwerend dazu kommt, dass das Eigeninteresse an gesunder Ernährung nur kaum vorhanden ist. Nur durch umfassende Aufklärungsarbeit gemeinsam mit unserer Ernährungsmedizinerin wird es langsam möglich, bei den Klienten ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung zu schaffen.

Unter Berücksichtigung der durch den Alkoholkonsum zugrunde liegenden Erkrankungen kommen bei uns folgende Kostformen zur Anwendung: 

- Reduktionskost 
- Fettstoffwechselernährung,
- Schonkost 
- Trennkost
- vegetarische und vegane Ernährung
- purinarme Kost 
- Vollkost

Bei uns im Therapiezentrum Saualpe wird bei der Speisenzubereitung täglich auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet, die aber gleichzeitig auch schmackhaft und bekömmlich ist. 

Diese Aspekte werden bei uns natürlich auch bei besonderen, feierlichen Anlässen berücksichtigt, wie z.B.bei der Vorbereitung des Buffets für unsere diesjährige Weihnachtsfeier. 

Durch die  tatkräftige Unterstützung unserer Klienten war auch das heurige Weihnachtsbeisammensein–nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Speisen- wieder ein wahres Highlight für Klienten und Teammitglieder und  einmal mehr zeigte sich, dass auch gesunde Speisen lecker schmecken können.

Wissenswertes -
03.07.2014
Schuldenregulierung - ein zentrales Thema in den Therapiezentren

Viele unserer Klienten rutschen bereits vor Therapiebeginn in eine Schuldenspirale hinein. Dies beginnt meist unspektakulär. Das Einkommen und die laufenden Ausgaben halten sich die Waage, oft ist am Ende des Monates noch ein kleines Plus zu verzeichnen. Die Notwendigkeit Ansparungen zu treffen ist in dieser Situation nicht gegeben, man kann sich Konsumgüter leisten, außernatürliche Reisen etc. und dann eines Tages erkennt man, dass man doch mehr verbraucht hat als es das Einkommen erlaubt hat oder die Lebenssituation bzw. die Lebensumstände  haben sich geändert. Die Grenze zwischen Verschuldung und Überschuldung verschwimmt und es kommt der Zeitpunkt, wo bestehende Schulden (mögen sie auch nur in  geringer Höhe sein) nicht mehr bezahlt werden können. Die Schuldenspirale beginnt sich hiermit zu drehen, da die Zinsen und Spesen der bestehenden Schulden rasch anwachsen und meist größer sind als die zu zahlende Schuld. 

Besonders für Klienten mit einer Suchterkrankung spielt Geld eine zentrale Rolle, da durch das Verfügen über  finanzielle Mittel die Sucht befriedigt werden kann. 

Jedoch ist bei den Wenigsten ein finanzieller Rückhalt gegeben. 

Klienten verlieren aufgrund Ihrer Suchterkrankung  meist den Überblick  bzw. wissen  nicht mehr, wo und wie viele Schulden vorhanden bzw. gemacht worden sind. Aus diesem Grund wird in den Therapiezentren der AGIL-Sozialpädagogik ein Finanz Check durchgeführt. Dieser ist der erste Schritt in Richtung Regulierung der Schulden. Meistens reicht diese Intervention, um einen Überblick zu erlangen und es kann eine Vereinbarung mit dem Gläubiger/den Gläubigern erfolgen. Sollte dies nicht der Fall sein, ist der Finanz Check eine Vorbereitung für die Schuldnerberatung, die bei größeren Summen an Schulden ein wichtiger Vernetzungspartner der Sozialarbeiterinnen in den Therapiezentren ist. 

In Zusammenarbeit mit den Klienten werden  eine Gläubigerliste sowie eine  Übersicht über ihre Einnahmen und Ausgaben erstellt, bei gefährlichen Schulden entsprechende Maßnahmen getroffen und es wird versucht, Möglichkeiten der Einnahmenerhöhung zu prüfen sowie  Ausgaben zu senken. 

In der intensiven Zusammenarbeit mit den Klienten wird auch Augenmerk auf den Umgang mit Geld gelegt. Unterstützende Instrumente sind hierbei z.B. die Führung eines Haushaltsbuches. Jeder Klient, der  Schwierigkeiten im Umgang mit Geld hat, erhält ein Haushaltsbuch, in dem alle seine  Einnahmen bzw. Ausgaben notiert werden sollen, um auf diese Weise transparent zu machen, wie viel Geld von dem, was ihm zur Verfügung steht, für was und wann ausgegeben wird. Der Fokus dabei richtet sich auf die Einteilung des monatlich zur Verfügung stehenden Budgets, mit dem in erster Linie Fixkosten abgedeckt werden sollen. In weiterer Folge soll genau überlegt werden, wie viel vom restlichen „Ersparten“ für was ausgegeben werden kann bzw. darf.

Ziel des Fachbereiches Soziale Arbeit in den Therapiezentren in Bezug auf die Regulierung von Schulden sowie den Umgang mit Geld ist es, die Suchtklienten im Hinblick auf diese Thematik zu sensibilisieren, um auf diese Weise präventiv der Entstehung neuer Schulden nach der Therapie entgegenzuwirken.

(vgl.  Finanzcoaching, erste Schritte aus der Schuldenfalle, ASB Schuldnerberatung GmbH, Linz, 2012)

Wissenswertes - Christina Lora-Turteltaube
21.01.2014
Sozialarbeit in der Agil-Sozialpädagogik

Grundsätzlich orientiert sich Sozialarbeit in der Agil-Sozialpädagogik am Modell der nachgehenden Sozialarbeit, d.h. wir bieten ein verlässliches Beziehungsangebot und gehen auf unsere Klienten zu. Sozialarbeit in der Agil-Sozialpädagogik versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe, wesentlich in den sozialarbeiterischen Maßnahmen sind dabei Entwicklung und Erarbeitung bzw.  Verbesserung sowie Wiedererlangung der sozialen Kompetenz. In Form von Einzelgesprächen werden unter anderem die Bereiche Finanzen, Wohnung, Arbeit, Alltag und Freizeit abgeklärt. 

Die komplexe Problematik eines Suchtkranken umfasst, wie das Wort „komplex“ bereits beschreibt, nicht ausschließlich gesundheitliche Aspekte, sondern vor allem auch diverse Probleme im sozialen Umfeld. Diese bilden meist den Auslöser für eine Suchterkrankung, können jedoch ebenso erst durch eine solche entstehen und auch wachsen. Dabei handelt es sich vor allem um finanzielle Probleme, Probleme betreffend die Wohn- und Arbeitssituation und Probleme bezüglich der Tagesstruktur und Sozialkontakten, die dem Mensch im eigentlichen Sinne das Gefühl von Zugehörigkeit und Wertschätzung vermitteln sollen, oftmals jedoch nicht (mehr) vorhanden sind. Und genau diese Problematiken werden in der Sozialarbeit aufgegriffen und bearbeitet. 

Sozialarbeiterische Interventionen orientieren sich, anhand des methodischen Zugangs der sozialen Einzelfallhilfe, am Individuum selbst sowie an seiner subjektiven Lebenswelt. In der Arbeit mit dem einzelnen Klienten wird auf vorhandene Ressourcen – persönliche wie auch soziale - geachtet, an welchen man zur Bearbeitung und in weiterer Folge zur Lösung der Probleme anknüpfen kann. Des Weiteren ist die Bereitschaft des Klienten zur Veränderung wesentlicher Ausgangspunkt, gemeinsame Arbeits- sowie Lösungsschritte zu entwickeln, um die oft umfangreiche Problematik zu bewältigen. Sozialarbeit findet jedoch nicht ausschließlich zwischen vier Wänden statt, sondern reicht hinein in ein bundesländerübergreifendes Netzwerk von Ämtern und Behörden. In vielen Fällen können durch Intervention der Sozialarbeit bei unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen Unterstützungsleistungen für Klienten erarbeitet werden, um z.B. die Anschaffung einer Wohnung zu erleichtern. 

Ziel ist es, die Klienten dabei zu unterstützen, ihr Leben sowie damit in Verbindung stehende herausfordernde Situationen nach und nach wieder eigenständig bewältigen zu können.

Wir weisen darauf hin, dass aus Gründen der besseren Lesbarkeit alle Begriffe in der männlichen Schreibweise verwendet werden. Mit Gültigkeit auf das gesamte Dokument wird an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass alle männlichen und weiblichen Personen gleichberechtigt angesprochen werden.

 

Christina Turteltaube
Katharina Feigl

Wissenswertes - Fritz Sztuparits
21.08.2013
Langzeittherapie bei Alkoholkranken senkt die Kosten für Allgemeinheit

Jeder 10. Österreicher wird im Laufe seines Lebens alkoholkrank. Werden Alkoholkranke nicht oder unzureichend therapiert, kostet dies der Allgemeinheit ein Vielfaches verglichen mit einer effizienten Langzeittherapie für Alkoholkranke. Eine Langzeittherapie ermöglicht außerdem die erfolgreiche Wiedereingliederung ins Berufsleben. 

Früh- und Invaliditätspensionen machen schon jetzt einen beträchtlichen Teil der indirekten Kosten der Alkoholkrankheit aus.  In Zukunft wird der Rehabilitation durch Therapie eine noch größere Bedeutung zukommen. Grund ist eine Änderung im Sozialrecht im Jahr 2014, wonach Früh- und Invaliditätspensionen für Personen unter 50 Jahren nicht mehr wie bisher bewilligt werden sollen. Ziel ist es, durch Rehabilitation die Betroffenen wieder in die Erwerbstätigkeit  einzugliedern. So sollen die Kosten für die öffentliche Hand gesenkt werden.

Laut einer Studie des Instituts für höheren Studien, die im Juli 2013 veröffentlicht wurde, werden rund 10% der österreichischen Bevölkerung alkoholkrank und 5% ab dem 16. Geburtstag sind als „chronisch alkoholkrank“ zu klassifizieren. 

„Gerade in Österreich, das eines der Länder mit dem stärksten Alkoholkonsum im internationalen Vergleich darstellt (an dritter Stellen im OECD Ranking 2011), dürften die volkswirtschaftlichen Kosten der Alkoholkrankheit beträchtlich sein.“

Agil Sozialpädagogik bietet im Rahmen einer Langzeittherapie wichtige rehabilitative Maßnahmen an. Um alkoholabhängige Menschen wieder erwerbsfähig zu machen, sind gute medizinische, psychiatrische und suchttherapeutische Angebote unverzichtbar. Denn bei der Alkoholkrankheit  treten noch viele körperliche und psychische Erkrankungen auf, die ebenfalls zur Erwerbsunfähigkeit führen. Im Rahmen der Langzeittherapie, in der die körperliche und psychische Gesundheit wiederhergestellt wird,  erfolgt im zweiten Schritt mittels geeigneter Maßnahmen die berufliche Integration. Somit können die Folgekosten von alkoholassoziierten Krankheiten gesenkt werden.

Im Hinblick auf eine erfolgreiche Therapie der Alkoholabhängigkeit und der damit verbundenen Begleiterkrankungen bietet Agil-Sozialpädagogik für jeden Klienten individuell differenzierte therapeutische Maßnahmen an. Diese sollen den betroffenen Menschen helfen, abstinent zu bleiben, selbständig zu leben und sich beruflich und gesellschaftlich wieder zu integrieren. Die Hauptziele dabei sind die Unterbrechung des Abhängigkeitsprozesses, die Entwicklung eines neuen Gesundheitsbewusstseins und die Änderung des Lebensstils.

 

Wissenswertes - Sinikka Huhndorf
07.08.2013
Die unsichtbare Gefahr: Versteckter Alkohol in Lebensmitteln

Alkohol in Lebensmitteln kann bei Alkoholkranken wieder das Verlangen nach Alkohol auslösen. Alkoholkranke dürfen nicht die geringste Menge Alkohol konsumieren, da sie dadurch Gefahr laufen, rückfällig zu werden. Die Alkoholsucht kann jederzeit durch den Konsum von Alkohol wieder ausbrechen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass Alkohol in vielen Lebensmitteln enthalten ist, die auf dem ersten Blick als harmlos gelten. Dabei kommt es nicht auf die Alkoholmenge an, selbst der Geschmack von Alkohol ist für Alkoholkranke eine Gefahr!

Zum einen kann Alkohol unter bestimmten Voraussetzungen als Gärungsprodukt von Hefen und anderen Mikroorganismen in zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln entstehen. Zum anderen ist Alkohol ist aus geschmacklichen Gründen zunehmend in Lebensmitteln enthalten. 

Die Zugabe von Alkohol für Aromen verleiht vielen Speisen ihren speziellen Geschmack. Bei Fertigprodukten wird der Alkoholgehalt häufig gar nicht oder unter versteckten Bezeichnungen angegeben.  Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen kein Tröpfchen Alkohol zu sich nehmen sollten, verlieren da leicht den Überblick.
 
Alkohol wird unter den folgenden Bezeichnungen angeführt:
-Ethylalkohol oder auch Äthylalkohol
-Ethanol oder auch Äthanol
-Weingeist
-C2 H5 OH

Die Kennzeichnungspflicht des Alkoholgehaltes ist nicht einheitlich:
Alkohol gilt in Lebensmitteln nicht als Zusatzstoff, sondern als Zutat. Der Alkoholgehalt muss nur  bei Getränken angegeben werden, wenn er 1,2 Vol. % erreicht oder übersteigt. Getränke mit weniger als 0,5 Vol. % Alkohol sind nicht deklarationspflichtig und  dürfen als  „alkoholfrei“  bezeichnet werden. Malzbier kann bis zu 1 - 2 Vol. % Alkohol enthalten.

Bei nicht flüssigen Lebensmitteln sind solche Grenzwerte nicht vorgegeben. Bei nicht abgepackten Lebensmitteln ist die Angabe des Alkoholgehaltes nicht kennzeichnungspflichtig. Diese Tatsachen sind dem Verbraucher meistens nicht bekannt.

Die Liste der Lebensmittel, die Alkohol als Zutat oder versteckt als Aromaträger enthalten können, betrifft sämtliche Produktgruppen! 

Alkohol in Früchten und Gemüse:
Wenn Früchte gären, entsteht Alkohol. Deshalb haben einige Fruchtsäfte einen geringen Alkoholgehalt. Trauben gären stärker als anderes Obst. Bei Traubensaft ist bis zu 1 % Alkohol erlaubt! Wenn Bananen reifen, entsteht ein Gärungsprozess und damit Alkohol. Bananen, die ca. 10 Tage reifen, können bis zu 0,6 % Alkohol enthalten!
Sauerkraut entsteht durch einen Gärungsprozess. Dabei entsteht Alkohol, der beim Kochen nicht komplett verdampft.

Alkohol in Süßigkeiten:
Süßigkeiten, wie Schokolade, Marzipan, Torten, Lebkuchen und anderen Backwaren, Eis, Weingummi  etc. wird eine geringe Menge an Alkohol zugesetzt, um eine bessere Haltbarkeit oder  eine bestimmte Konsistenz  zu erreichen oder etwa aus geschmacklichen Gründen. Auch Süßigkeiten, die für Kinder gedacht sind, sind nicht alle alkoholfrei!


Alkohol in „alkoholfreiem“ Bier, Sekt und Wein:
In alkoholfreiem Bier steckt bis zu 0,5 % Alkohol. Eine Kennzeichnungspflicht, wie oben erwähnt, fängt erst bei 1,2 Vol. % an. Auch Malztrunk enthält ca. 0,5 % Alkohol. Malzbier enthält bis zu 1 - 2 Vol. % Alkohol. Radler enthält ca. 2,5 Vol.% Alkohol.
Alkoholfreier Sekt oder Wein dürfen als alkoholfrei bezeichnet werden, wenn max. 0,5 % Alkohol enthalten ist.
Alkoholfreies Bier, Sekt oder Wein gibt es also nicht!

Alkohol in Medikamenten:
Viele Medikamente, besonders die in flüßiger Form, enthalten teilweise nicht unerhebliche Mengen Alkohol. Homöopathische Heilmittel, Bachblüten, Tropfen und Mixturen sind fast ausnahmlos alkoholhaltig.
Folgende bekannte, rezeptfreie Produkte enthalten z. B. Alkohol:
Baldriantropfen, Buerlecithin, Doppelherz, Klosterfrau Melissengeist, Ginseng Tonikum.

Folgende Hustenmittel sind alkoholhaltig:
Pertussin Tropfen, Bisolvon, Tussamag, Wick Formel 44 Hustenlöser etc.
Hustensäfte und andere  flüssige Arzneimittel, die speziell für Kinder geeignet  sein sollen, enthalten oft in erheblichen Mengen Alkohol!

Alkohol in Suppen:
Ochsenschwanz-, Fisch- und Zwiebelsuppen, Bratensoßen werden Wein, Cognac, Sherry beigemischt. Beim Kochen verflüchtigt der Alkohol nicht vollständig. Nach 30 Minuten Garzeit kann  noch immer 35 % der zugegebenen Alkoholmenge vorhanden sein.

Alkohol in Kefir:
Kefir wird mit Kefirkulturen  (Milchsäurebakterien und Hefen) hergestellt. Dabei entsteht bis zu 2 % Alkohol.

Alkohol in Drogerieartikeln:
Alkohol ist häufig in Mundspülungen enthalten. Auch kosmetische Wässer, und Tonika sowie Parfüms und Rasierwässer sind meistens stark alkoholhaltig. Sogar manche Zahnpasten kommen nicht ohne Alkohol aus.
Auch Reinigungsmittel für Kontaktlinsen, Feuchtreinigungstücher und manche Putzmittel enthalten Alkohol.

Wer ganz auf Alkohol verzichten muss, fragt in Bäckereien, Kantinen, Restaurants  oder Eisdielen nach, ob die Speisen mit Alkohol zubereitet wurden. Wenn Alkohol in Lebensmitteln vorkommt, muss das auf der Zutatenliste stehen. Es lohnt sich daher, kritisch auf die Zutatenliste zu achten!

Wissenswertes - Franz Kopecek
19.06.2013
Alkoholerkrankung und Komorbidität

Was ist Komorbidiät?
Eine Alkoholabhängigkeit tritt meist mit einer oder mehreren psychischen bzw. körperlichen Erkrankungen bei einem Individuum auf und ist ein sehr komplexes Geschehen. Komorbidität bezeichnet in diesem Zusammenhang das Auftreten einer Abhängigkeitserkrankung in Kombination mit psychischen bzw. körperlichen Erkrankungen.

Ursachen der Komorbidität:
Die psychischen Störungen können als Folge der Alkoholkrankheit (Trigger-Modell) oder die Abhängigkeit als Folge von psychischen Störungen (Drift-Hypothese) entstehen. Des Weiteren wird ein genetischer Einfluss diskutiert (Dopaminhypothese). 


Psychische Erkrankungen:
In einer von Kessler et al. (1997) durchgeführten Studie konnte bei 78,3 % der alkoholabhängigen Männer und bei 85 % der Frauen eine zusätzliche psychische Störung beobachtet werden. So finden sich bei alkoholkranken Menschen neben anderen Persönlichkeitsstörungen bis zu 50 % Merkmale von Borderline-Persönlichkeitsstörungen bzw. dissozialen Persönlichkeitsstörungen. Des Weiteren treten Angststörungen, Depressionen, manisch-depressive Störungen und psychotische Störungen auf. 

Physische Erkrankungen:
Neben der Parallelität von Alkoholabhängigkeit, psychischer Störungen und erhöhter Suizidalität kommt es zu körperlichen Folgeschäden, die Körperorgane sowie zentrales und peripheres Nervensystem betreffen. Häufig treten dabei u. a. Schädigungen der Leber, der Nervenbahnen (Polyneuropathien), der Bauchspeicheldrüse und des oberen Verdauungstraktes auf. Schädigungen des Gehirns äußern sich in Hirnleistungsstörungen (organisches Psychosyndrom) bis hin zu anamnestischen Syndromen (Bsp.: Korsakow-Syndrom). 

Komplexität:
Die Verläufe von Alkoholabhängigkeit und psychiatrischer Erkrankung beeinflussen sich dabei gegenseitig. Die betroffenen Menschen benötigen daher eine besondere Betreuung während der Therapie, die eine wirksame Kombination von pharmakotherapeutischer, psychotherapeutischer und medizinischer Maßnahmen erfordert, um die Defizite im physischen, psychischen, kognitiven und sozialen Bereich zu kompensieren. 
Durch die Komorbidität besteht oft die Gefahr, dass Alkoholabhängige durch das Setting der Therapie überfordert werden. Sie fallen durch Unzuverlässigkeit, Unfähigkeit Regeln einzuhalten, Probleme mit Mitklienten und dem Personal, häufige Therapieabbrüche und Probleme bei der Wiedereingliederung in das soziale Umfeld auf.


Das Konzept bei Agil Sozialpädagogik

Da sich die in unseren Therapiezentren betreuten Klienten sowohl physisch und psychisch als auch kognitiv in unterschiedlichster Verfassung befinden, sind die zu setzenden Maßnahmen auf die jeweilige Person individuell abgestimmt.

Mit unserem Konzept der Langzeittherapie bieten wir optimale Heilungs-, Resozialisierungs- und Integrationschancen. Unser therapeutisches Handeln orientiert sich am Konzept der verlaufsorientierten Therapie der Alkoholabhängigkeit, ist individuell und interdisziplinär

Die Komplexität der Alkoholerkrankung – verbunden mit anderen komorbiden Erkrankungen – und ihre mannigfachen Bedingungskonstellationen erfordert eine Vielzahl und Vielfalt von therapeutischen Maßnahmen: medizinische Betreuung, psychiatrische Verlaufskontrolle, Psychotherapie, Gruppentherapie, Klinische- und Gesundheitspsychologie, Ergotherapie, Sozialarbeit, Arbeits-, Beschäftigungstherapie, Kunst-, Kreativprojekte, Ernährungsberatung, Sport-, Bewegungstherapie bis hin zur Angehörigenarbeit. 

Wir haben auf diese Herausforderungen reagiert und zusätzlich medizinisches Fachpersonal eingestellt, die psychiatrischen Verlaufskontrollen verdoppelt und die medizinische Betreuung intensiviert.

Unsere Hauptziele sind die Unterbrechung des Abhängigkeitsprozesses, die Entwicklung eines neuen Gesundheitsbewusstseins und die Änderung des Lebensstiles.

 

 

Wissenswertes - Franz Kopecek
15.05.2013
Co-Abhängigkeit: Bezugspersonen als Verbündete der Alkoholsucht

Unter Co-Abhängigkeit versteht man das Verhalten einer nahestehenden Person eines alkoholabhängigen Menschen. Durch das Verhalten der Bezugsperson wird die Alkoholsucht zusätzlich gefördert. So wird beispielsweise die Verantwortung für den Abhängigen übernommen. Meist wird der Alkoholmissbrauch entschuldigt und gerechtfertigt, um dem Alkoholsüchtigen Belastungen abzunehmen oder ihn zu schützen. 

Co-Abhängige können sowohl Familienmitglieder als auch Freunde, Arbeitskollegen, ja sogar Therapeuten und Ärzte werden. Familienmitglieder können beispielsweise den Alkoholkonsum finanzieren. Arbeitskollegen können Fehlleistungen und  Alkoholkonsum des Abhängigen während der Arbeitszeiten vertuschen.

Die Phasen der Co-Abhängigkeit:

Beschützer- oder Erklärungsphase: Das Trinken wird zugedeckt, verheimlicht, verharmlost, heruntergespielt oder nachgesehen, es wird Mitgefühl entgegengebracht und Empfehlungen gegeben. 

Kontrollphase: Dem Alkoholsüchtigen werden tägliche Aufgaben oder Problemstellungen abgenommen (z. B. Einkaufen, Arbeiten, Termine), um nach außen hin die Alkoholproblematik zu verbergen.

Anklagephase: Dem Alkoholkranken wird mit Aggression und Ausgrenzung begegnet. Diese Phase ist durch soziale Isolierung und Verachtung gekennzeichnet. Schließlich kommt es zum Jobverlust und familiär zur Trennung bzw. Scheidung.

Während des gemeinsamen Lebens bilden sich bestimmte Verhaltens- und Interaktionsmuster aus, die den Betroffenen langfristig schaden. Die Krankheit wird geteilt und dadurch das Suchtverhalten des Betroffenen unterstützt und verlängert. Der Prozess zur Co-Abhängigkeit verläuft kontinuierlich und schleichend. Ein erster Schritt ist zu erkennen, dass man selbst co-abhängig ist (ähnlich der Krankheitseinsicht des Alkoholkranken). Das Lösen von der Co-Abhängigkeit ist genauso schwierig wie das Lösen von der Alkoholabhängigkeit.  Oft ist dies nur mit fremder Hilfe in Form von Angehörigenarbeit, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder Psychotherapie möglich. Deshalb legt Agil auch sehr großen Wert auf die Angehörigenarbeit und bietet diese Betroffenen im Rahmen der Therapie an.


Angehörigenarbeit bei Agil

Viele Menschen leben in enger Gemeinschaft mit einem alkoholabhängigen Menschen. Daher wird in der Arbeit mit den Angehörigen angestrebt, jene Verhaltensweisen zu beschreiben und bewusst zu machen, die die Co-Abhängigkeit ausmachen.  In Folge geht es in der Angehörigenarbeit darum, Aufklärungsarbeit über die Alkoholerkrankung zu leisten, das Suchtsystem zu verstehen und therapeutisch begleitete Hilfestellung zu geben, um dem Teufelskreis der Co-Abhängigkeit zu entkommen. Dazu werden Angehörige zu Einzelgesprächen bzw. Gesprächen mit dem Betroffenen eingeladen.
Bei Bedarf erfolgt eine Vernetzung mit Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen bzw. Therapeuten vor Ort, um eine nachhaltige Hilfe zu ermöglichen. Dies bietet dem Alkoholkranken die Möglichkeit, sich auf seine Therapie zu konzentrieren und entlastet die Angehörigen. 
Die Arbeitsweise in der Betreuung von Angehörigen erfolgt grundsätzlich bedarfsorientiert und interdisziplinär.

Wissenswertes - Fritz Sztuparits
25.04.2013
Soziale und ökonomische Aspekte bei der Langzeittherapie alkoholkranker Menschen

Jeder zehnte Österreicher wird laut neuester IHS-Studie einmal im Leben alkoholkrank. Grund genug, um damit einhergehende soziale und ökonomische Aspekte zu beleuchten - und den Weg der Agil-Sozialpädagogik aufzuzeigen, um Betroffenen beste Heilungschancen zu ermöglichen und gleichzeitig Ausgaben im Gesundheits- und Sozialsystem zu reduzieren!

Der soziale Aspekt:
Aufgrund der durch die Alkoholkrankheit und Folgekrankheiten vorhandenen Defizite sind immer mehr Menschen nicht mehr in der Lage, eigenständig zu leben und können nicht mehr am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben. Ausgrenzung, soziale Deprivation und Isolation, Depressionen, Suizidgefährdung, immer wiederkehrende und länger werdende Aufenthalte in Krankenhäusern und signifikant erhöhte Mortalität sind die Folgen. 

Wir bieten für diesen Personenkreis, der durch die Suchterkrankung soweit geschädigt ist, nach psychiatrischer Empfehlung und Befürwortung jene Therapie an, die es ermöglichen soll, wieder ein eigenständiges Leben zu führen.

Der ökonomische Aspekt:
Ökonomische Kriterien sind zu entscheidenden Faktoren im Gesundheitswesen geworden. Studien, die Kostenrechnungen alkoholassoziierter Krankheiten untersuchten, haben festgestellt, dass ungenügend behandelte alkoholabhängige Patienten, die immer wieder rückfällig werden und infolge multimorbid werden, häufigere, länger andauernde und immer aufwändiger werdende Krankenhausaufenthalte und Pflege benötigen. Im Vergleich zu den Kosten bzw. Tagessätzen bedeuten entsprechende alternative Therapieangebote aus volkswirtschaftlicher Sicht eine enorme Kostenreduktion. Ein Tag Krankenhausaufenthalt kostet das 3 bis 4-fache eines Tags bei Agil-Sozialpädagogik. 

Nicht oder ungenügend behandelte alkoholkranke Menschen verursachen volkswirtschaftlich gesehen eine Reihe von enormen Kosten:
Zum einen sind es direkte Kosten (Ressourcenverbrauch), die verursacht werden, wie: Krankenhausbehandlung, stationäre Rehabilitation, Verwaltungs- und Investitionsausgaben, Krankentransporte, Sachschäden, Arbeits- und Wegeunfälle, betreuende Maßnahmen etc.
Zum anderen entsteht auch eine Vielzahl indirekter Kosten (Ressourcenverlust) wie: Mortalität (am häufigsten durch Alkoholabhängigkeit und alkoholische Leberschäden), Invaliditätspensionen (befristet und unbefristet), Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit etc.

Der größte Anteil der direkten Kosten wird durch die Ausgaben für stationäre Behandlung in Krankenhäusern verursacht. Die Patienten mit alkoholassoziierten Krankheiten sind durchschnittlich viel jünger, da sie eher im mittleren Lebensabschnitt schwer erkranken. Die altersgruppenspezifische Auswertung zu Mortalität und Morbidität machen gravierende Folgen bereits für die jüngere Bevölkerung deutlich. 

In Anbetracht der stark gestiegenen Frühpensionierungen aufgrund Alkoholabhängigkeit und alkoholassoziierte Krankheiten liegt sicher ein hohes Potenzial darin, durch geeignete therapeutische Maßnahmen wie eine Langzeittherapie, die betroffenen Personen in das Erwerbsleben wieder zu integrieren und die vorzeitige Pensionierung von Alkoholerkrankten zu vermeiden.

Die vorliegenden Ergebnisse zeigen deutlich, dass je früher und je besser Alkoholabhängigkeit und die damit verbundenen Krankheiten behandelt werden, umso größer die Einsparungen im Gesundheits- und Sozialsystem sind! Langzeittherapie ist also eine indizierte und volkswirtschaftlich ökonomische Möglichkeit einer adäquaten Behandlung von Alkoholkrankheit. 

Weitere Informationen


Quellen und weitere Informationen:
Institut für Höhere Studien
Robert Koch Institut

Wissenswertes - Sinikka Huhndorf
15.11.2012
Ernährung und Alkoholkrankheit

Was bedeutet  Gesundheit?

von Dr. Sinikka Huhndorf & Ernährungsberaterin Gerlinde Storch

Gesundheit ist ein ständiges Produkt unseres Körpers. Unser Körper hat nichts anderes zu tun, als Gesundheit zu produzieren.

Gesundheit bedeutet körperliches, geistiges, soziales, materielles und spirituelles Wohlbefinden. Gesundheit ist ein kontinuierlich verändernder Prozess zwischen zwei Polen - Gesundheit und Krankheit (mehr oder weniger gesund / krank).

Bei der Alkoholkrankheit sind körperliches, geistiges, soziales, materielles und spirituelles Wohlbefinden aus der Balance geraten.

Es gibt kaum ein Organsystem, an dem nicht Krankheiten gefunden werden können, die mit Alkoholmissbrauch ursächlich in Verbindung gebracht werden. Allerdings werden verschiedene Organsysteme sehr unterschiedlich durch den Alkoholmissbrauch geschädigt. Ca. 75 % der Alkoholiker weisen Alkoholfolgekrankheiten auf.

Beim Alkoholiker wird die Ernährung häufig vernachlässigt, der Nährstoffbedarf der Betroffenen wird nicht oder nur unzureichend gedeckt. Dies führt langfristig zu Mangelerscheinungen, die schwerwiegende, zum Teil irreparable gesundheitliche Folgen haben können.

Ein Mangel an Vitamin B12 oder auch Thiamin-Mangel führt beispielsweise zu Nervenschäden und Gedächtnisproblemen. Die in der Mehrzahl der Fälle angegriffene Leber benötigt viel Eiweiß sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die Vitamine A, C, E, aber auch Thiamin und Zink.

Wichtigste Krankheiten bei Alkoholismus:

  • Fettleber, Leberzirrhose
  • COPD  ( chronisch obstruktive Lungenkrankheit )
  • Bluthochdruck
  • Mangelernährung
  • Anämie  ( sog. Blutarmut )
  • Gastritis ( Magenschleimhautentzündung ), Magen-Darm-Geschwüre
  • Polyneuropathie
  • Chronischer Hirnschaden
  • Fettsucht
  • Kardiomyopathie  (Herzmuskelerkrankung)
  • Epileptische Anfälle
  • Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Gicht
  • Osteoporose
  • Krebserkrankungen

 

Empfehlungen auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse für eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

  • Vielseitig essen:
    Abwechslungsreich, angemessene Menge nährstoffreicher und energiearmer Lebensmittel

  • Reichlich Getreideprodukte und Kartoffeln:
    Vollkornprodukte enthalten günstige Kohlenhydrate. Pflanzliches Eiweiß in Kartoffeln und Getreide  ist günstig für eine vollwertige Ernährung Brot, Nudeln, Reis, Getreideflocken, am besten aus Vollkorn, sowie Kartoffeln enthalten kaum Fett, aber reichlich Vitamine, Mineralstoffe  sowie Ballaststoffe und sog. sekundäre Pflanzenstoffe ( Carotinoide, Flavonoide ).

  • Reichlich Gemüse und Obst:
    Diese Lebensmittel gehören in den Mittelpunkt der Ernährung! Fünf Portionen Gemüse und Obst am Tag möglichst frisch und  bunt,  nur kurz gegart – idealerweise zu jeder Hauptmahlzeit und auch als Zwischenmahlzeit. Damit werden Sie reichlich mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen,  Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen ( Carotinoide, Flavonoide ) versorgt.

  • Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel:
    Fett liefert lebensnotwendige Fettsäuren ( essentielle Fettsäuren, die zugeführt werden müssen, da sie im Organismus nicht synthetisiert werden ). Fett ist besonders energiereich und liefert doppelt so viel Energie wie die gleiche Menge an Kohlenhydraten oder Eiweiß. Daher kann zu viel Nahrungsfett Übergewicht fördern. Zu viele gesättigte Fettsäuren erhöhen das Risiko für Fettstoffwechselstörungen, mit der möglichen Folge von Herz-Kreislaufkrankheiten. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und Fette ( z.B. Raps- und Sojaöl ). Achten Sie auf die unsichtbaren Fette, die in Fleischerzeugnissen, Milchprodukten, Kuchen, Schokolade  sowie in Fast-Food -  und Fertigprodukten meist enthalten sind. Insgesamt 60-80 g Fett / Tag reichen aus.

  • Zucker und Salz in Maßen:
    Verzehren Sie Zucker und Lebensmittel bzw. Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten hergestellt wurden, nur gelegentlich. Benutzen Sie Zucker so sparsam wie ein Gewürz und nicht als Hauptnahrungsmittel. Zuviel Zucker wird vom Körper in Fett umgewandelt und in Form von Fettpolstern gespeichert. Würzen Sie kreativ mit Kräutern und Gewürzen und wenig Salz.

  • Reichlich Flüssigkeit:
    Wasser ist absolut notwendig.Der menschliche Körper besteht zu einem hohen Anteil aus Wasser und muss immer ausreichend versorgt werden. Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit jeden Tag. Bevorzugen Sie Wasser und andere kalorienarme Getränke.

  • Täglich Milch und Milchprodukte:
    1 - 2 x pro Woche Fisch
    Fleisch-, Wurstwaren und Eier in Maßen

  • Schmackhaft und schonend zubereiten:
    Garen Sie die jeweiligen Speisen bei möglichst niedrigen Temperaturen, soweit es geht kurz, mit wenig Wasser und Fett, das erhält den natürlichen Geschmack, schont die Nährstoffe und verhindert die Bildung schädlicher Verbindungen.

  • Lassen Sie sich Zeit beim Essen:
    Essen ist ein sinnliches Erlebnis und soll Freude für Körper und Seele bereiten. Wer bewusster genießt, achtet auf Abwechslung und isst gesünder. 
    Nehmen Sie sich Zeit und beenden Sie Ihre Mahlzeit, wenn Sie satt sind !
    Essen Sie nicht aus Langeweile, Frust oder Stress – und schon gar nicht Lebensmittel, die Ihnen nicht schmecken.

  • Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben:
    Ausgewogene Ernährung, viel körperliche Bewegung und Sport  ( 30 – 60 Minuten pro Tag ) gehören zusammen. Mit dem richtigen Körpergewicht fühlen Sie sich wohl und fördern Ihre Gesundheit.

Bei den Kochprojekten, die regelmäßig stattfinden, wird es unseren  Klienten gezeigt, wie man schonend mit Lebensmitteln umgeht, so dass der Vitamingehalt möglichst erhalten bleibt. Es wird  daran gearbeitet, dass ein Umdenken bei der Ernährung stattfindet. Unsere  Klienten lernen auch, dass Fertigprodukte und Konserven keinen Platz auf dem täglichen Speiseplan haben sollten.

Körper, Geist und Seele gehören zusammen. 

Ist der Mensch wieder in Balance, fühlt er sich wohl – und es gibt auch keine  ( Heiß- ) Hungerattacken!

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