Wissenswertes -
03.11.2015
Wohnungslosigkeit

Wohnungslosigkeit ist ein Thema, mit dem wir Sozialarbeiterinnen in unserer Arbeit mit suchtkranken Menschen immer wieder zu tun haben. 

Wohnungslosigkeit bezeichnet einen Zustand, in dem Menschen über keinen festen Wohnsitz verfügen und im Freien schlafen oder in Notunterkünften übernachten. Ein „treuer Wegbegleiter“ der von Obdachlosigkeit betroffenen Personen  ist häufig  Alkohol. Er hilft ihnen, aus der Realität zu flüchten und das Leben auf der Straße erträglicher zu machen. Daher hat Obdachlosigkeit oftmals übermäßigen Alkoholkonsum zur Folge. Gleichzeitig kann ein Alkoholmissbrauch bzw. eine Alkoholsucht aber auch den Verlust einer Wohnung bedingen. Laut einer Studie aus dem Jahr 1998 konsumieren 60% - 80% der obdachlosen Menschen regelmäßig Alkohol bzw. haben bereits ein manifestes Alkoholproblem (vgl. Pörksen/Wessel 1998; Henkel 1998a). Laut einer in Deutschland durchgeführten Erhebung leiden viele Obdachlose zusätzlich an psychischen Problemen. 

In unserer Arbeit in den Therapiezentren treffen wir immer wieder auf Klienten, die wohnungslos sind. Sie haben keine fixe Unterkunft, übernachten in Notschlafstellen oder schlafen im Freien. 

In Gesprächen zwischen Sozialarbeiterin und Klient wird der Grund für die Wohnungslosigkeit erhoben und in weiterer Folge wird versucht, Strategien zu erarbeiten, um einer zukünftigen Wohnungslosigkeit entgegen zu wirken. Vor allem in der zweiten Therapiehälfte wird diese Thematik verstärkt aufgegriffen. Es wird mit den Klienten erarbeitet, wohin es im Anschluss an die Therapie gehen soll und welche Art von Unterkunft sinnvoll ist. Hierbei wird der Gesundheitszustand des  jeweiligen Klienten berücksichtigt. Sollten medizinische Gründe oder schwere psychische Beeinträchtigungen vorliegen, sodass eine selbstständige Lebensführung nicht möglich ist, wird mit den Klienten nach Alternativen für eine eigene Wohnung gesucht, so z.B. werden die Klienten in teil- oder vollzeitbetreuten Wohneinrichtungen untergebracht. Diejenigen Klienten, deren Gesundheitszustand eine selbstständige Lebensführung zulässt, erhalten sozialarbeiterische Unterstützung bei der Suche nach eine passenden Wohnung.

Gesamt gesehen wird versucht, eine für den  Klienten optimale Wohnversorgung zu finden und damit ein für ihn bestmögliches Umfeld zu schaffen, welches zur Aufrechterhaltung der Abstinenz beitragen kann.