Therapeutisches Angebot - Markus Ruppnig
21.02.2017
Warum das Angebot der Sporttherapie bei Suchterkrankten?

In einer Studie zwischen aktiven und passiven Personen konnte festgestellt werden, dass sportliche Menschen signifikant weniger Nicotin, Alkohol und illegale Drogen konsumieren als inaktive (Escobedo et al. 1993; Kulig et al. 2003; Ströhle et al. 2007; Terry-McElrath u. o´Malley 2011).

Dies konnte auch in einer Zwillingsstudie beobachtet werden, die über einen Zeitraum von knapp zehn Jahren während der Adoleszenz1 durchgeführt wurde. Die im Jugendalter sportlich aktiveren Geschwister konsumierten im Erwachsenenalter signifikant weniger Tabak bzw. illegale Drogen (Korhonen et al. 2009; Kujala et al. 2007).

Es ist auch wissenschaftlich belegt, dass die Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und Substanzgebrauch korreliert, da nach einer zwölfwöchigen Trainingsintervention von 329 Jugendlichen nachgewiesen wurde, dass nicht nur der körperliche Fitnesszustand verbessert werden konnte, sondern auch weniger Studienteilnehmer Alkohol und Nikotin konsumierten (Collingwood et al., 2000).

Auch in den beiden Therapiezentren der Agil-Sozialpädagogik sind die trainings- und bewegungstherapeutischen Zielsetzungen gegliedert in Ziele für

  • Körperstruktur: Verbesserung des kardiovaskulären- und des Nervensystems, des Immun- und Atmungssystems sowie des Verdauungs-, Stoffwechsel- und endokrinen Systems,
  • Körperfunktion: Verbesserung und Stabilisierung der Ausdauerkapazität, Ökonomisierung des Herz-Kreislauf-Systems, Verbesserung der aeroben Kapazität, Erhaltung/ Wiederherstellung von Körperwahrnehmung, Kraft, Koordination, Flexibilität,
  • Aktivitäten und Partizipation2: Verbesserung der Handlungskompetenz sowie der Aktivitäten des täglichen Lebens, Erneuerung der sozialen Kompetenz mit Mitteln der Bewegung und des Sports, Vermittlung von Selbstwahrnehmung und eines Leistungsmotivs, Soziale Interaktion, Selbststeuerung und Selbstkontrolle  - sowie
  • Umweltfaktoren: Motivation und Vermittlung zu krankheitsangepasster körperlicher Aktivität, Verbesserung der körperlichen Aktivität.

Durch die unterschiedlichen Settings der trainings- und bewegungstherapeutischen Einheiten (Einzel- wie auch Gruppentraining) führen das Bewegungs- und Konditionstraining, die Durchführung von Spielsportarten sowie erlebnispädagogische Maßnahmen bei unseren Klienten zu Muskelaufbau, Verbesserung der Koordination und des Gangbildes sowie der Steigerung der aeroben Leistungsfähigkeit. Durch den Abbau von Ängsten und Hemmungen sollen die Handlungs- und Verhaltensmuster sowie die soziale Integration und das Spüren der Gruppendynamiken emotional positiv verstärkt werden. 

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Endphase des Jugendalters
das Teilhaben, teilnehmen, beteiligt sein