Wissenswertes - Siegrun Gutschi
19.04.2017
Frühlingskräuter im Alltag <br>„Wieder liegt ein neues Jahr vor uns“

Die Tage werden länger, die Natur erwacht langsam und lädt uns zu Spaziergängen über Wiesen, Felder und den Wald ein. Zwischen den graubraunen Farbtönen des Wiesenbodens schauen vorwitzige unterschiedliche grüne Farbtupfer hervor: Die Frühlingskräuter - sie suchen sich ihren Weg zu den ersten warmen Sonnenstrahlen. Was für ein Geschenk, dass uns die Natur so reich mit Pflanzen beschenkt.

Wenn sie mich mit ihren leuchtenden Farben „anlächeln“, dann kann ich nicht widerstehen sie zu pflücken (warum sollte ich auch)! Wilde Kräuter sind ideal, weil sie auf Wiesen, bei Hecken oder an Wegrändern wachsen und einfach nur gepflückt werden müssen. Sie sind in der Küche vielseitig einsetzbar:

Ein Pesto aus jungen Blättern der Brennnessel oder des Bärlauchs lässt sich einfach zubereiten. Die Blätter mit heißem Wasser überbrühen, ausdrücken, fein schneiden und mit Olivenöl, Parmesan und eventuell mit Nüssen zu einer homogenen Masse verrühren. In Gläser gefüllt ist dieses Pesto zwei Monate im Kühlschrank haltbar.

So zum Beispiel würde ich zu einem leckeren Frühlingsentschlackungssalat folgende Zutaten empfehlen:

  • Junge Löwenzahnblätter und -blüten, die leicht bitter schmecken
  • Blätter und die honigsüß schmeckenden Blüten der Taubnessel
  • die würzig maisartig schmeckenden Blätter und Blüten der Vogelmiere
  • die würzig scharfen Schnittlauchblüten
  • Verschiedene Blattsalate
  • Veilchen-, Gänseblümchen- und Rotkleeblüten

Wer all diese Geschmackskomponenten vereinigen will, schneidet die Blüten und Blätter klein und verrührt sie mit Butter. Diese Kräuterbutter in Kombination mit frischem Brot oder gegrilltem Fleisch bringt den Frühling ins Haus!

Die Heilpflanze des Jahres 2017 ist das Gänseblümchen, welches uns schon zeitig im Frühjahr mit seinen strahlenden Blüten erfreut.  Die Blütenköpfe des Gänseblümchens öffnen sich nur bei schönem Wetter. Bei Dunkelheit, Regen und Bewölkung bleiben sie geschlossen.

„Bellis perennis“ ist der Botanische Name des Gänseblümchens, was „die ewig Schöne“ bedeutet. Sie ist ein natürliches Multitalent, wird eingesetzt bei Hauterkrankungen, zur Entschlackung des Körpers und regt den Stoffwechsel an. „Die ewig Schöne“ hat auch kulinarische Qualitäten:

Blüten sind in Suppen, Salaten, Marmeladen und Desserts ein hübscher Anblick und bringen zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe ins Essen. Ebenso lassen sich Kräutersalze und Gelees herstellen und zudem können die Knospen zu eingelegten Kapern verarbeitet werden.

Gänseblümchengelee für einen schmackhaften und gesunden Start in den Tag:
1 Handvoll Gänseblümchenblütenblätter, 1l Bio Apfelsaft, 1-2 Bio Zitronen, 500g Gelierzucker.
Die mit Apfelsaft übergossenen Blüten einen Tag durchziehen lassen, dann in einen Topf abseihen, Saft der Zitronen und Gelierzucker dazu, 5min köcheln und in Gläser füllen. 1Jahr haltbar.

Viel Spaß beim nächsten Spaziergang!