Therapeutisches Angebot - Dorothee Hülser
07.01.2014
EMDR in der Suchttherapie

EMDR steht für Eye Movement Desensilisation and Reprocessing, das bedeutet auf Deutsch Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegungen. 

EMDR ist eine anerkannte Psychotherapiemethode, welche in den 1980er Jahren in Amerika entwickelt wurde und ihren Ursprung in der Psychotraumatologie hat. Sie basiert darauf, dass jeder Mensch über eine natürliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung hat, mithilfe derer er belastende Erlebnisse verarbeiten kann. 

Das entscheidende Element der EMDR-Behandlung ist eine Nachverarbeitung von belastenden Erinnerungen durch bilaterale Stimulation. Dabei folgen die Patienten den Fingern des Therapeuten mit den Augen, während dieser seine Hand abwechselnd rasch nach links und rechts bewegt.  Das Gehirn des Patienten wird dabei angeregt und aktiviert zur Verarbeitung der belastenden Erinnerung. Die Augenbewegungen des Klienten sind vergleichbar mit denen im REM-Schlaf – der Schlafphase in der das Geschehen des Tages verarbeitet wird. Die bilaterale Stimulation kann ebenso taktil oder auditiv geschehen, durch das Berühren der Handrücken des Patienten oder durch Einsatz von Tönen. 

Zu Beginn der Behandlung steht allerdings eine genaue Traumaanamnese und Verifizierung der mit dem Trauma verbundenen belastenden Symptome und deren Alltagsauslöser.  Anschließend wird mit den Patienten vorerst mit herkömmlichen Psychotherapieverfahren soweit gearbeitet, bis sie wieder gut stabil im Alltag zurechtkommen. Erst wenn dies gegeben ist, sich die Patienten sicher und geschützt fühlen, kann mit einer EMDR-Behandlung begonnen werden. Eine sehr wichtige Basis für diese Arbeit ist sicherlich eine gute und tragfähige therapeutische Beziehung zwischen Patient und Therapeut, in welcher sich der 

Patient gut aufgehoben und beschützt fühlen kann. Erst dann können die mit dem traumatischen Erleben verbundenen Bilder und Situationen angesehen werden und von den belastenden Emotionen entkoppelt werden. 

Der EMDR-Therapeut leitet während einer Sitzung mehrere Sequenzen mit Augenbewegungen an, die in etwa eine halbe bis eine Minute dauern, und es erfolgt zwischendurch immer eine kleine Pause in welcher der Patient eine kurze Rückmeldung über das momentane Erleben und Befinden gibt. Davon ausgehend wird die nächste Sequenz mit Augenbewegungen gestartet. Der Patient wird vom EMDR-Therapeut achtsam durch das Erlebte und die damit verbundenen Empfindungen geleitet. 

Im Zuge der EMDR-Behandlungen werden die Patienten noch einmal genau an die traumatische Erinnerung herangeführt und sie erleben es als würden sie mit einem Zug an der alten Erinnerung vorbeifahren, jedoch in sicherer Entfernung und in Begleitung des Therapeuten welcher den Patienten achtsam führt. Im Verlauf der Behandlung wird die vor allem emotionale Belastung vom Erlebten entkoppelt, und die Erinnerung verblasst nach und nach und die Symptome des Traumas werden aufgelöst. Die Patienten lernen dann mit den vergangenen Traumaerinnerungen und den damit verbundenen Gedanken umzugehen, und es gelingt ihnen eine neue Perspektive in Bezug auf das Geschehene zu entwickeln, mit der sie deutlich besser umgehen können. 

In der therapeutischen Arbeit mit alkoholkranken Patienten hat man immer wieder mit traumatisierten Patienten zu tun, welche den Alkohol wie eine Art Medikament eingesetzt haben, um die belastenden Erlebnisse vergessen oder zumindest für einige Zeit auf Abstand bringen zu können anstatt sie zu verarbeiten. Wenn es ihnen dann im Verlauf der therapeutischen Arbeit gelingen kann sich den alten Traumen zu stellen und zu verarbeiten, so ist die Prognose für eine dauerhafte Abstinenz nach der Therapie sicher eine bessere, und EMDR eine gut hilf- und erfolgreiche Behandlungsform.

„EMDR ist ein sehr scharfes Schwert, mit dem man sehr achtsam umgehen muss, aber es schneidet auch sehr gut.“ Arne Hofmann (Vorsitzender der deutschen Vereinigung der EMDR-Therapeuten EMDIRA).

Therapeutisches Angebot - Susanne Simoner
04.12.2013
Frauen in der Langzeittherapie - Psychoedukative Gruppe

In den letzten Jahren ist es beobachtbar, dass immer mehr Frauen sich ihrer Alkoholkrankheit stellen und dazu bereit sind, eine Langzeitentwöhnung zu machen. Auf zwei betrofffene Männer kommt bereits eine betroffene Frau. Laut einer Studie von Alfred Uhl und Ulrike Kobma (2003) ist der Anteil der AlkoholmissbraucherInnen, die in der Folge alkoholabhängig werden, bei Frauen und Männer gleich groß. Was allerdings die Suchtentwicklung anbelangt, so ist festzustellen, dass diese bei Frauen wesentlich schneller verläuft als bei Männern. Auf diese Tatsachen wurde im Therapiezentrum Eisenhut mit dem Installieren einer psychoedukativen Frauengruppe reagiert. 

Die Schwerpunkte dieser Gruppe sind einerseits die Psychoeduaktion und andererseits der Austausch mit Betroffenen in einem besonders geschützten Rahmen. Während dieser Zeit steht die Klientin im Mittelpunkt und kann hier ihre Bedürfnisse und Potentiale erspüren und aussprechen. Klientinnen bearbeiten unterschiedliche Themen aus ihrer Vergangenheit, die teilweise von intensiven Schuld- und Schamgefühlen besetzt sind. In diesem Setting werden die Betroffenen durch die Erkenntnis entlastet, dass sie nicht allein mit ihrem Verhalten und ihren Erkrankungen sind. 

Psychoedukation bringt Aufklärung über die Mechanismen der unterschiedlichen Krankheitsbilder und aktive Auseinandersetzung damit. So ist der psychoedukative Ansatz überaus bedeutend, da laut der oben genannten Studie (Uhl&Kobma, 2003) weibliche Alkoholabhängige durchschnittlich über mehrere psychische Auffälligkeiten und psychiatrische Komorbiditäten gekennzeichnet sind. So haben diese auch einen somatisch schlechten Allgemeinzustand, was dazu führen kann, dass die Lebenserwartung alkoholabhängiger Frauen zumeist stärker verringert ist als jene von Männern.  

Sozialpsychologisch ist der pathologische Alkoholkonsum bei Frauen vor allem durch die Mehrfachbelastung im familiären Alltag bedingt (Kerschl, 2002). Alkoholabhängige Frauen schlüpfen oft in eine „Opferrolle“, woraus weiters ein mangelndes Selbstbewusstsein bzw. –vertrauen entsteht. Durch den übermäßigen Alkoholkonsum versuchen viele Frauen Widerstand zu leisten. Dies wiederum ist als ein Paradoxon dahingehend zu sehen, da sich der weibliche Alkoholkonsum im Gegensatz zu männlichen durch den versteckten Charakter kennzeichnet. 

Die psychoedukative Frauengruppe ermöglicht es den Betroffenen zumeist, das erste Mal sich über ihre Alkoholabhängigkeit mit anderen Betroffenen auszutauschen. Dadurch können sie erkennen, wie viel Frauen - trotz der Individualität ihrer Krankheit - in ihrer Abhängigkeit gemeinsam haben und setzen sich mit diesen Aspekten gezielt in dieser Gruppe auseinander. Weiters kommt es zu einer Erweiterung des Handlungsrepertoires und zur Erarbeitung von Ressourcen zur psychischen Entlastung. 

Die geschlechtsspezifische, psychoedukative  Themengruppe hat sich im Therapiezentrum Eisenhut sehr bewährt, da sie Raum schafft, in dem sich weibliche Alkoholabhängige  sich entfalten können und gleichzeitig geschützt sind. 

Therapeutisches Angebot -
03.12.2013
Pflege in der Therapie

Das Arbeitsspektrum für eine diplomierte Krankenschwester im Therapiezentrum Eisenhut ist sehr vielfältig, abwechslungsreich und spannend. Auch die Zusammenarbeit zwischen Mediziner und Krankenschwester wird in diesem Zentrum ganz besonders gefördert. 

Bedingt durch die immer mehr werdenden Comorbiditäten der Klienten ist es unabdingbar, dass Medizin und Pflege „Hand-in-Hand“ gehen, um die Lebensqualität der KlientInnen zu verbessern. Die medikamentöse Therapie spielt hierbei eine ganz zentrale Rolle. So liegt es in der Verantwortung der Pflege, dass die KlientInnen ihre Medikamente fachgerecht erhalten und ein ordentlicher Umgang mit eben diesen gegeben ist (5-R-Regel: richtiger Patient/Klient, richtiges Arzneimittel, richtige Dosierung, richtige Applikation, richtiger Zeitpunkt) 

Die Krankenschwester hat außerdem noch die Aufgabe, die wöchentlichen Visiten der Hausärztin (Dr. Huhndorf) und des Psychiaters (Dr. Tremmel) auszuarbeiten und gegebenenfalls Termine bei diversen Fachärzten und Krankenhäusern auszumachen bzw. Befunde anzufordern. 

Auch Anordnungen der Ärzte sind durch das Pflegepersonal durchzuführen; hierzu zählen insbesondere Blutzuckermessungen, das Kontrollieren der Vitalzeichen und des Gewichts sowie immer wieder durchzuführende Verbandswechsel. 

Neben der medizinischen Komponente spielt auch die Pflegedokumentation eine wichtige Rolle. Diese Art der Dokumentation ist vor allem für das Zusam-menarbeiten zwischen den Pflegepersonen sehr wichtig, damit Fehler vermieden und Transparenz in der Pflege gewährleistet werden kann. Dadurch kann eine optimale pflegerische Versorgung für die Klienten erfolgen und sichergestellt werden.

Therapeutisches Angebot - Georg Franz Taferner
20.11.2013
Die Schulung von Geist und Körper im Rahmen der Sporttherapie

„Nur in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ schrieb bereits vor rund 2000 Jahren der römische Dichter Juvenal. So ist es wichtig, neben den vielfältigen psychotherapeutischen und anderen Angeboten auch eine körperliche Reaktivierung des/der jeweiligen sich auf Therapie befindlichen KlientIn zu fördern. Dies kann durch einfache Spaziergänge und verschiede Spiele sowie durch komplexe Übungsformen erfolgen. Unter Einbeziehung der örtlichen Möglichkeiten werden mit den KlientInnen je nach Jahreszeit Fußball- und Volleyballtrainings sowie Boccia- Spiele abgehalten. Im Herbst und Winter verlagern sich die sportlichen Aktivitäten mehr in die vorhandenen Räumlichkeiten, wo mit den Klienten Billard- und Tischtennis-Turniere veranstaltet werden. Gerade diese Turniere sind eine willkommene Abwechslung im Alltag der Menschen und erfreuen sich immer großer Beliebtheit. Sie tragen jedoch nicht nur zur Unterhaltung und einer aufgelockerten Atmosphäre bei, sondern fördern auch die Konzentrationsfähigkeit, Genauigkeit, Reaktionsschnelligkeit und dienen – vor allem das Tischtennis – auch der körperlichen Ertüchtigung jeder bzw. jedes Einzelnen. 

Ebenfalls zur körperlichen Betätigung steht allen KlientInnen die Benutzung des kleinen aber feinen Fitnessraums offen. Neben dem Ergometer, Stepper, Cross-Trainers und der Bench-Press steht ihnen ein Multifunktionsfitnessgerät zur Verfügung, das ihnen ermöglicht sich auch jederzeit selbst – nach Absprache mit dem Sporttherapeuten – zu betätigen und ihren persönlichen Fitnesslevel zu verbessern. 

Zusätzlich werden im Rahmen der jeweiligen Gruppen auch immer wieder an LifeKinetik angelehnte Therapie-Einheiten durchgeführt. Da LifeKinetik in seiner Grundidee auf dem Zusammenspiel von Bewegung und Geist basiert, bietet es einerseits eine hervorragende Möglichkeit die KlientInnen körperlich zu fordern und andererseits sie gleichzeitig auf kognitiver Ebene zu fördern. Durch Übungen dieser Art werden neue Verknüpfungen im Gehirn geschaffen die es den Menschen ermöglicht, wieder aufnahme- und leistungsfähiger zu sein. 

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Sporttherapie im Therapiezentrum Eisenhut ist die Rückenschule, an der alle Klienten, die entweder Probleme mit dem Rücken haben oder dem vorbeugen möchten, teilnehmen. In der Rückenschule wird nach einem guten Aufwärmprogramm, gefolgt von verschiedenen Dehnübungen, vor allem auf die Kräftigung und Stabilisierung der Bauch und Rückenmuskulatur ein großes Augenmerk gelegt. Spezielle, auf die jeweilige Muskelgruppe abgestimmte Übungen fördern den Aufbau der Muskulatur und helfen Rückenschmerzen und Wirbelsäulenproblemen vorzubeugen. 

Die Sporttherapie ist in ihrer Komplexität und durch die verschiedenen Möglichkeiten, die sie bietet eine hervorragende Ergänzung zu den anderen Therapieformen, mit denen in unserem Haus gearbeitet wird. Sie dient nicht nur der Verbesserung des körperlichen und mentalen Zustandes unserer KlientInnen, sondern auch als willkommene Abwechslung im Tagesablauf des Einzelnen.

Therapeutisches Angebot - Sinikka Huhndorf
13.11.2013
Formen der Medikamentenabhängigkeit und Behandlung

Medikamentenabhängigkeit ist eine Abhängigkeitserkrankung, die häufig vorkommt und oft über Jahre unerkannt bleibt. 

Es gibt vielfältige Ursachen für eine Entwicklung der Sucht. Es finden sich psychische, körperliche, psychosoziale, aber auch genetische Auslöser für diese Erkrankung. Das Suchtpotential und die Verfügbarkeit des Medikamentes spielen zur Entwicklung der Abhängigkeit dabei eine große Rolle.

Am Anfang steht der Missbrauch des Medikamentes, das heißt, wenn das Medikament nicht mehr zu Heilzwecken, in zu hoher Dosierung oder über einen zu langen Zeitraum eingenommen wird.

Die Medikamentenabhängigkeit äußert sich im zwanghaften Verlangen, das Heilmittel regelmäßig einzunehmen und zu beschaffen, da es die Stimmung, Antrieb, körperliche Empfindungen, usw. beeinflusst und um auftretende Entzugssymptome, die durch den Gewöhnungseffekt entstehen, durch Dosissteigerung zu verhindern.

Die häufigste Abhängigkeit von Medikamenten gibt es durch Benzodiazepine (Typ Beruhigungsmittel und Typ Schlafmittel) und von Schmerzmittel (Analgetika). Weitere Abhängigkeiten entwickeln sich bei Psychostimulanzien, Schlankheitsmittel, Party-Drogen, usw., bis hin zu Nasentropfen.


BENZODIAZEPINE (Beruhigungs- und Schlafmittel)

Beruhigungsmittel (Tranquilizer) sind Arzneimittel die auf das Seelenleben Einfluss nehmen. Sie dienen zur Beruhigung, haben für einige Zeit eine anhaltende angstlösende Wirkung (Anxiolytika) bis hin zur Sedierung (Sedativa). Sie werden auch zur Schlafförderung genutzt (Hypnotika) und entspannen die Muskulatur (Muskelrelaxantien), wirken gegen Krampfanfälle (Anticonvulsiva) und man nutzt die Erinnerungslosigkeit nach Einnahme zur Operationsvorbereitung aus. 

Diese aus der Medizin nicht wegzudenkenden Medikamente haben den Nachteil, dass sie bereits nach relativ kurzer Einnahmezeit (d. h. nach einigen Wochen) zur Gewöhnung und damit zur Abhängigkeit führen. (Selbst in gering erscheinender Dosierung führen sie zur so genannten Niedrig-Dosis- Abhängigkeit).   

Die Entzugssymptome nach zu raschem Ausschleichen oder abruptem Absetzen von Benzodiazepinen zeigen ein sehr buntes, unterschiedliches Beschwerdebild. Manchmal sind sie  erträglich aber durch ihr vielfältiges Erscheinungsbild irritierend, meistens jedoch sind sie äußerst beeinträchtigend und reduzieren die Leistungsfähigkeit stark. Sie können sie sogar lebensgefährlich werden.

Die häufigsten körperlichen und psychischen Entzugs-Symptome sind Schweißausbrüche, Zittern, Schmerzen, schneller Herzschlag, Schlafstörungen mit Albträumen, innere Unruhe, Verstimmungszustände, Ängste, sowie eine Störung der Merk- und Konzentrationsfähigkeit. Psychosozial kommt es zu einem Rückgang von Antrieb, der Leistungsfähigkeit und Interessen, manchmal zu einer Vernachlässigung der Körperpflege und damit besteht die Gefahr, von anderen gemieden zu werden, was zu zunehmender Isolation führt.


SCHMERZMITTEL

Während akute Schmerzen durch die relativ kurze Zeit des Bestehens kaum eine Abhängigkeitsgefährdung darstellen, ist das Risiko bei chronischen Schmerzen besonders groß.

Der dumpfe diffuse Kopfschmerz (Spannungskopfschmerz) steht an erster Stelle, der oft mit Müdigkeit, anderen körperlichen Missempfindungen, Schlafstörungen und einem zunehmendem Leistungseinbruch einhergeht, um mit einem chronischen Missbrauch von Schmerzmitteln zu beginnen. Dieser Kopfschmerz ist aber zumeist Zeichen einer allgemeinen psychischen und körperlichen Überlastung. Dadurch wird das Schmerzmittel nicht nur wegen der Schmerzen eingenommen, sondern auch um die psychische Befindlichkeit zu verbessern.Von Sportlern wird nicht selten vorbeugend ein Schmerzmittel eingenommen, um zu erwartende Schmerzen zu minimieren oder um die Ausdauer zu erhöhen.

Ursachen für die Schmerzmittelabhängigkeit findet man viele, die Beeinträchtigung und die Entzugssymptome hängen von der missbrauchten Wirksubstanz ab (opiat- oder nichtopiathaltige Substanz). Gemeinsamkeiten findet man in der deutlichen Voralterung, in der Hautveränderung (schmutzig grau-braune Hautfarbe), häufige kleine und größere Verletzungen, Benommenheit, Schwindelneigung, psychisch enthemmt bis angetrieben oder verlangsamt bis apathisch.

Die Entzugserscheinungen sind beeinträchtigend bis quälend. Psychisch findet man eine Überwachheit am Abend, Schlafstörungen, innere Unruhe, ängstlich-depressive Stimmungslage, Sinnestäuschungen, in schweren Fällen Verwirrtheitszustände. Körperlich treten vor allem verstärkte Kopfschmerzen, Zittern, Muskelzuckungen, Gelenks- und Gliederschmerzen, Kollaps Neigung, Verdauungsprobleme sowie eine epileptische Anfallsneigung auf.

Mehrfachabhängigkeit ist oft das Ergebnis bei längerfristiger „reiner“ Medikamentenabhängigkeit. Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Schmerzmittel, oft kombiniert mit Alkohol- und Nikotin werden gleichzeitig missbräuchlich verwendet.

Ist der Entzug einer Medikamentenabhängigkeit erfolgreich, ist die weitere Prognose günstig. Zirka zwei Drittel aller Betroffenen können auch in Zukunft abstinent bleiben. 


Entwöhnungsbehandlung 
 

Bei der Behandlung von Sucht-Erkrankungen ist die aktive Mitarbeit des Patienten gefordert. Nur wenn der Patient selbst von der Notwendigkeit einer Veränderung überzeugt ist, besteht Aussicht auf Erfolg. 

Eine wichtige, insbesondere stabilisierende Funktion ist der gesamttherapeutische Rahmen, dass einerseits eine umfassende, andererseits eine spezifische Therapie angeboten wird. 

Die Dosis der Substanz wird über Wochen bis Monate vermindert, Anfangs in größeren Schritten, später in kleineren. Dauer und Stärke der Entzugs-Beschwerden hängen von der Dauer der Abhängigkeit, der eingenommenen Dosis, der Halbwertszeit des Mittels (je kürzer, desto schwerer der Entzug), dem Patienten selbst, d. h. seiner seelischen und körperlichen Verfassung sowie der notwendigen psychosozialen Unterstützung.

Während der Entwöhnungszeit werden zusätzliche Belastungen vermieden und vor allem keine weiteren Entzugswünsche (z. B. Rauchen oder   Übergewicht) ins Auge gefasst werden. Dafür empfehlen sich zusätzlich ballast- und vitaminreiche Kost, physikalische Behandlungsmaßnahmen, sowie tägliche körperliche Aktivität (Wandern, Schwimmen, Langlauf, Gymnastik, Turnen). 

Sind während oder auch später wieder entspannende, angstlösende und schlafanstoßende Medikamente in entsprechenden Situationen notwendig, dann wird auf keinen Fall mehr auf ein Beruhigungs- oder Schlafmittel vom Typ der Benzodiazepine zurückgegriffen, sondern der gleiche Effekt mit niederpotenten Neuroleptika, Antidepressiva oder - falls ausreichend - mit psychotropen Pflanzenmitteln erreicht.

Bei folgenden Problem-Konstellationen ist eine stationäre Rehabilitations-Maßnahme angezeigt:  

  • Langjährige chronifizierte Medikamenten-Abhängigkeit  
  • Der Patient ist chronisch mehrfach beeinträchtigt  
  • Es liegen comorbide Störungen vor, wie z. B. chronifizierte Angsterkrankungen, Depressionen, bipolare Störungen, somatoforme Schmerzstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Ess-Störungen sowie posttraumatische Belastungsstörung.

Es müssen die persönlichen und nicht-medikamentösen Bewältigungsstrategien jedes Einzelnen erarbeitet, entwickelt und gefördert werden und zwar individuell unter Berücksichtigung der entsprechenden Stärken und Schwachpunkte - seelisch, geistig, körperlich und psychosozial.

Therapeutisches Angebot - Bettina Puster
07.11.2013
Soziales Kompetenztraining

Unter sozialer Kompetenz versteht man die Fähigkeit eines Menschen, in verschiedenen sozialen Situationen eigene Ansprüche und Bedürfnisse gegenüber anderen vertreten zu können, ohne dabei die Ansprüche des Gegenübers zu missachten.

Allgemein zählen zur sozialen Kompetenz unter anderem folgende Kenntnisse und Fähigkeiten:

 

 

 

 


Im Umgang mit sich selbst:

  • Selbstwertgefühl
  • Selbstvertrauen
  • Urvertrauen
  • Wertschätzung
  • Selbstbeobachtung
  • Eigenverantwortung
  • Selbstdisziplin


Im Umgang mit anderen:

  • Achtung
  • Anerkennung
  • Kompromissfähigkeit
  • Empathie
  • Recht durchsetzen können


Im Bezug auf Zusammenarbeit:

  • Teamfähigkeit
  • Kooperation
  • Motivation
  • Konfliktfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit


 Im Allgemeinen:

  • Menschenkenntnis
  • Kritikfähigkeit
  • Wahrnehmung
  • Toleranz
  • Respekt
  • Emotionale Intelligenz
  • Engagement

Genau um all diese Punkte und noch um viele mehr geht es in unserem Therapiezentrum beim sozialen Kompetenztraining. Die Klienten lernen (und vielen von Ihnen fällt es schwer), ihre Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren. Sie lernen jemanden um einen Gefallen zu bitten oder Kontakte zu knüpfen. Sie lernen, ihr Recht durchzusetzen und „NEIN“ sagen zu können. Sie lernen dabei ihre Ängste und Unsicherheiten zu reduzieren und erhalten dabei wertvolles Feedback von der Gruppe, bzw. von der Gruppenleiterin. 
Ganz wichtig ist es den Selbstwert der Klienten zu stabilisieren und im Weiteren zu stärken. Dies nimmt eine zentrale Rolle im sozialen Kompetenztraining ein. Gerade suchtkranke Menschen leiden unter einem meist verminderten Selbstwert. Sie haben Selbstzweifel und wenig bis kein Selbstvertrauen. Hier gilt es gegen zu steuern. Im Weiteren ist es dann notwendig, dass der Klient lernt, wieder Eigenverantwortung für sein Leben zu übernehmen. Wir leben alle in einem Geflecht von sozialen Beziehungen. Wir alle sind Teil der Gesellschaft, wir alle sind nicht unabhängig von diesem sozialen Netz, denn auf Dauer kann niemand wirklich alleine sein. Hier gilt es gemeinsam mit den Klienten den Blick dahingehend zu schärfen, wieder Teil dieses sozialen Netzwerkes zu werden. 

Die Klienten erfahren in Kleingruppen, Rollenspielen oder aber im Dialog miteinander, was es bedeutet in sozialen Beziehungen zu leben. Schwierigkeiten die im sozialen Bereich auftreten können, werden besprochen und Lösungen gemeinsam erarbeitet. 

Ziel des sozialen Kompetenztrainings ist es, den Klienten auf dem Weg zu einem selbstsicheren, sozial kompetenteren Verhalten zu unterstützen, seine Konfliktfähigkeit bzw. den Umgang mit Konflikten zu reflektieren und seine kommunikativen Fähigkeiten auszubauen.  

Therapeutisches Angebot -
05.11.2013
Die Feldenkraismethode in der Sporttherapie

“Aufmerksamkeit zeigt dem bewussten Menschen nicht nur, was er tut, sie befreit ihn auch von seiner starken Abhängigkeit von unbewussten Prozessen.“ (Moshé Feldenkrais, Begründer der Feldenkrais-Methode)

Die Feldenkrais-Methode (FM) ist ein pädagogisches Konzept, mit der Absicht, die eigenen Körperbewegungen bewusst zu machen und zu steuern. Sie ist ein geeignetes Mittel, um über das Erforschen und Verändern unserer individuellen Verhaltens- und Bewegungsmuster Zugang zu unserem Selbstbild und unserem Körperbild zu bekommen. In der FM erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer grundlegende individuelle Bewegungsmuster, sie experimentieren mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Variationen und erweitern damit ihr Bewegungs- und Verhaltensrepertoire. Infolgedessen verbessert sich das Körpergefühl, und das Körperschema wird deutlich erweitert. (Welsch 2004, Wilhelm 1997)

Gerade bei Alkoholkranken ist dieses Körperbild meist im hohen Masse gestört. Jahrelanges süchtiges Trinken beeinträchtigt Sinnesempfindungen, Denken, Emotionen und Bewegung im hochgradigen Maße, so dass von einem realistischen Ich-Bild nicht mehr gesprochen werden kann. Dies äußert sich auch in Bezugsstörungen zum eigenen Körper. Bewegungen, vor allem die bewusste Wahrnehmung von Körpersignalen bietet sich an, um über die systematische Entwicklung eines realistischen Körperbildes auch wieder ein gesundes, nüchternes Ich-Bild zu formen. Das bewusste Erleben der selbstinduzierten Veränderung körperlicher Zustände kann deshalb eine wichtige Erfahrung auf dem Weg zur Suchtmittelabstinenz darstellen. Seine individuellen Reaktionen kennen zu lernen und Handlungsalternativen aus zu probieren, soll helfen Fähigkeiten wieder zu entdecken, auf scheinbar unwillkürliche Vorgänge im Körper auch ohne chemische Unterstützung Einfluss zu nehmen. (Welsch 1997 und 2004)

Im Bereich körperlicher Störungen sind nach Welsch (1997, S.25) u. a. folgende Interventionen mithilfe der FM möglich:

  • Linderung von Muskelschmerzen
  • Verbesserung neurologischer Funktionen
  • Regulation der Atemfunktion
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Verringerung von Gleichgewichtsstörungen
  • Korrektur von Haltungsschwächen
  • Wahrnehmung von Körpersignalen

Im psychischen Bereich ergeben sich u. a. folgende Möglichkeiten:

-psychomotorische Störungen

  • Schulung von Konzentration und Aufmerksamkeit 
  • Verbesserung der Tiefen- und Oberflächensensibilität
  • Förderung der Feinmotorik
  • Bewusstmachung körperlicher Spannungen

- Persönlichkeitsstörungen

  • Verbesserung der Befindlichkeit
  • Abbau von Angst- und Aggressionsgefühlen
  • Erleben der Veränderbarkeit von psychischen Zuständen
  • Entwicklung eines realistischen Ich-Bildes
  • Überwindung einseitiger Lebens- und Verhaltensmuster
  • Lösung aus schädigenden Abhängigkeiten

(Welsch, 1997, S.25)

Im Therapiezentrum Saualpe wird im Rahmen der Sporttherapie die FM in Form der Gruppenmethode “Bewusstheit durch Bewegung“ schon seit einigen Jahren angewendet. In den Lektionen dieser Methode liegen die Klienten meist auf dem Boden und werden verbal vom Sporttherapeuten angeleitet. Die Bewegungslektionen werden behutsam, ohne Wettbewerbsgedanken, ohne die Kriterien wie "richtig und falsch", ohne angestrengtes Hinarbeiten auf ein Ziel ausgeführt. Durch Fragen während der einzelnen Schritte wird versucht die Aufmerksamkeit der Klienten immer auf den eigenen Körper zu lenken. Eine Lektion dauert ca. 30 Minuten, abhängig von der Konzentrationsfähigkeit der Gruppe.

Die FM hat sich im TZ Saualpe zu einer sinnvollen Ergänzung zu den üblichen Methoden der Sport- und Bewegungstherapie entwickelt.

“Bewusstheit gibt uns die Freiheit, eine Wahl zu treffen.“ –  (Moshé Feldenkrais)

Literatur:

Welsch M. (2004), Die Feldenkraismethode in der Therapie mit Alkoholkranken – Untersuchung zur Auswirkungen auf das aktuelle körperliche Wohlbefinden, Feldenkrais-Forum 2/2004, S. 13-17

Welsch M. (1997), Zur Feldenkraismethode in der Therapie mit Alkoholabhängigen, Diplomarbeit, Deutsche Sporthochschule Köln

Wilhelm R. (1997), Feldenkrais – kurz und praktisch, Bauer, Freiburg

Therapeutisches Angebot - Doris Pruntsch
03.10.2013
Eigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsenEigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsenEigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsenEigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsen
Eigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsenEigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsenEigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsenEigeninitiative Gartenbiotop: Mit Eigenmotivation über sich hinauswachsen

Ergotherapie kommt vom griechischen „to ergon“, und bedeutet so viel wie „tätig sein“. Handeln bzw. tätig sein ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Um Handlungen ausführen zu können, werden verschiedenste Fähigkeiten und Fertigkeiten benötigt. Die Handlungsfähigkeit der Klienten zu fördern, zu unterstützen und zu ermöglichen ist der Auftrag der Ergotherapie. 

Diesmal wollen wir über einen unserer Klienten und seiner Idee, ein eigenes Biotop zu erschaffen, berichten. Denn nur bei der Idee blieb es nicht – mit Eigeninitiative verwirklichte er sein persönliches Projekt.

Alles begann damit, dass unser Klient ein kleines Wasserparadies mit unterschiedlichen Bewohnern schaffen wollte. Mit interdisziplinärer Unterstützung wurde dann ein Kleinstbiotop in einem Mörteltrog umgesetzt. Schon nach wenigen Tagen wurde das Kleinstwasserparadies von Wasserlurchen, Fröschen etc. bewohnt. Für einige Mitbewohner wurde so das Kleinstbiotop zum Anziehungspunkt im Garten. Das Geheimnis: Immer war etwas zu beobachten! So wurde die Idee, ein größeres Biotop anzulegen, geboren. 

Zuerst wurde der Ort dafür ausgewählt und abgesprochen. Wieder war der Klient Feuer und Flamme für sein Projekt. Eifrig wurden Arbeitsmaterialen und Werkzeuge herbeigeschafft und der Spatenstich erfolgte schon kurz darauf. Die Teichgröße und -tiefe wurden festgelegt, der Aushub mit Teichfolie bedeckt. Auch große Steine zur Begrenzung wurden herbeigeschafft. Materialien und Utensilien zur Biotopgestaltung wählte und sammelte der Klient bei Wanderungen. Das Ziel, dass keine Teichfolie mehr zu sehen sein soll, ward hoch gesteckt und erforderte Sammeleifer. Alle Mitbringsel wurden mit Detailliebe arrangiert. Anschießend wurde der Teich mit Wasser befüllt. Viele tierischen Bewohner des Mörteltroges waren schon während der „Bauphase“ in das neue Biotop übersiedelt.  Die Restlichen wurden nun per Hand umgesetzt. Dann der Rückschlag: Über Nacht kam es zum unerklärbarem Wasserverlust. Die Konsequenz: Der Klient muss noch einmal von vorn beginnen. Die Suche nach der Ursache und Problemlösung begann. Insgesamt drei Mal wurde die Geduld auf die Probe gestellt. Doch die Rückschläge wurden verdaut und neue Motivation entflammte. Unermüdlich und mit nicht schmälernder Ausdauer und Detailliebe wurde das Biotop immer wieder aufs Neue arrangiert und zum Schluss fertig gestellt.

Während der verschiedenen Phasen des Projektes wurden alle Aspekte der Handlungsfähigkeit angesprochen. Der Klient aktivierte Fähigkeiten und erlernte neue Fertigkeiten. Der Selbstwert des Klienten wurde gesteigert und Ressourcen aktiviert. Potentiale zur Verbesserung der Arbeitsfähigkeit wurden aufgedeckt und können nun in Zukunft in Angriff genommen werden.

Von der Idee bis hin zur Fertigstellung stellte sich der Klient mit interdisziplinärer Unterstützung, immer wieder neuen Herausforderungen. Die Herausforderungen bestanden darin, auch bei schwierigen Situationen nicht aufzugeben, weiterzumachen,  Lösungsvorschläge zu entwickeln und auszuprobieren. Betreuern und den anderen Klienten fiel deutlich auf: Die positive Veränderung des Klienten während des Arbeitsprozesses! Er hat ein Händchen für Gartengestaltung und könnte sich sogar vorstellen, in diesem Bereich eine Lehre zu beginnen. Ein wirklich gelungenes Projekt – in jeder Hinsicht.

Therapeutisches Angebot - Christa Bliem
25.09.2013
Kunst- und Kreativtherapie: Kunstherbst im Schloss Welzenegg

Jedes Jahr wird Künstlern aus den unterschiedlichen Kreativbereichen die Möglichkeit geboten, im Schloss Welzenegg im Zuge des Kunstherbstes Werke auszustellen. Dank guter Beziehungen zum Hausherren des Schlosses konnten wir auch heuer, wie schon die vergangenen Jahre zuvor, die Werke unserer Klientinnen der breiten Öffentlichkeit präsentieren. 

Freitagvormittag startete für uns der Kunstherbst mit der Platzierung unserer Werke im Schloss Welzenegg. Abends erfolgte dann die Eröffnung, zu der ungefähr 100 Besucher kamen. Eröffnet wurde der Kunstherbst vom Schlossherrn Günther Schmid und einer Vertreterin der Stadtgemeinde Klagenfurt. Zum Auftakt gab es eine Modenschau mit handgefertigter Kleidung aus Filz und Schmuckkreationen. 


Anschließend wurde eine „kulinarische Reise“ nach Russland angeboten, bei der der Besucher „Borschtsch“ verkosten konnte. Bei diesem Gericht handelt es sich um eine russische Nationalkost, die traditionell mit Roter Beete zubereitet wird. Gestärkt verteilten sich die Interessierten in die vielen Räume des Schlosses, in welchem neben Malerei auch Fotografien, Skultpuren, Töpferwaren, Holzspielzeug, Schmuck und vieles mehr ausgestellt wurde. 

Am Samstag führte eine Lesung der bekannten Kärntner Malerin und Autorin, Helga Fanzott, in die Welt der Feen. Hierbei las sie aus ihrem neuesten Werk „Der Lichtsucher“. Der Sonntag gestaltete sich aufgrund des schönen Wetters eher ruhig und wir transportierten unsere Werke wieder zurück in das Therapiezentrum Eisenhut. Das rege Interesse an den Werken unserer KlientInnen und unserer Einrichtung während der Ausstellung bestätigt die Sinnhaftigkeit dieser Therapieform.

Die Kunst- und Kreativtherapie ist bei uns ein wichtiger Bestandteil der Langzeittherapie. Im Rahmen dieser Therapieform bieten wir unseren KlientInnen die Möglichkeit, individuelle Fähigkeiten und Ressourcen zu erkennen und durch verschiedene Materialen und Techniken zum Ausdruck zu bringen. Im kreativen Gestaltungsprozess werden durch Bilder Geschichten erzählt, Stimmungen werden Ausdruck verliehen und die sinnliche Wirkung von ästhetischer Gestaltung erlebt. Diese Form der nonverbalen Kommunikation wirkt öffnend auf die Beziehung zu sich und seiner Umgebung.  Die Kunst- und Kreativtherapie dient somit der Selbstverwirklichung, der Förderung sozialer und kreativer Fähigkeiten und der Schulung und Ausbildung der sinnlichen Wahrnehmung. Durch lustvolles Kreativsein finden unsere KlientInnen zu mehr Lebensfreude und Selbstvertrauen, wobei es nicht darum geht „perfekte“ Werke zu schaffen, sondern Farben und Formen wirken zu lassen. 

Therapeutisches Angebot - Fritz Sztuparits
12.09.2013
NADA–Ohrakupunktur im AGIL Therapiezentrum Flattnitz

Die NADA Akupunktur ist eine Behandlungsmethode, die am städtischen Lincoln Hospital in Bronx/ New York entwickelt wurde und sich außer in den USA bereits in mehreren europäischen Ländern durchgesetzt hat.

Seit geraumer Zeit bietet das AGIL Therapiezentrum Eisenhut Ohrakupunktur nach dem NADA Protokoll (National Acupuncture Detoxification Association) an. Sie wird seitens des Ergotherapeuten unter ärztlicher Aufsicht angeboten.  Viele unserer Klienten kennen diese Therapieform aus anderen Einrichtungen bzw. Spitälern und können diese in unserem Hause fortsetzen.

Die NADA Akupunktur eignet sich besonders für Menschen die unter Stress, innerer Unruhe und/oder Schlafstörungen leiden. 

Dieses Verfahren eignet sich auch für Menschen, die ein Abhängigkeitsproblem (Alkohol, Drogen, Nikotin) überwinden wollen und das die inneren Selbstheilungskräfte aktiviert und das Suchtverlangen vermindert. Diese Methode  kann auch Störungen im Wohlbefinden regulieren. Sie wirkt entspannend bei übermäßiger Anspannung, fördert die Konzentration bei Erschöpfung oder Müdigkeit und verbessert den Nachtschlaf bei Schlafstörungen.

Einfach ausgedrückt:
NADA – Akupunktur kann die Klienten stärker, stabiler und sicherer machen. Sie ist eine sinnvolle Ergänzung zu den anderen im Hause stattfindenden Therapien.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14