Therapeutisches Angebot -
03.06.2014
Professionelle Wundversorgung im Therapiezentrum SaualpeProfessionelle Wundversorgung im Therapiezentrum SaualpeProfessionelle Wundversorgung im Therapiezentrum Saualpe
Professionelle Wundversorgung im Therapiezentrum SaualpeProfessionelle Wundversorgung im Therapiezentrum SaualpeProfessionelle Wundversorgung im Therapiezentrum Saualpe

Zuerst sollte gesagt werden, dass jeder unserer Klienten unterschiedliche und
manchmal sogar eine ganze Reihe von Begleiterkrankungen aufweist.
Es handelt sich meist um Erkrankungen der inneren Organe oder des Nervensystems, aber auch vielfach um Haut- und Gefäßerkrankungen.
Näher eingegangen wird in diesem Blog auf die oft sehr spezielle und aufwendige Versorgung von Wunden durch verschiedene Krankheitsbilder in unserem Therapiezentrum.
An dieser Stelle möchte ich einige Erkrankungen betreffend Haut und Anhangsgebilde aufzählen, mit denen wir hier häufig konfrontiert werden.

Es sind z.B. ekzematöse Hauterkrankungen wie Psoriasis vulgaris oder infektiöse Hauterkrankungen wie Follikulitis, Furunkel, Karbunkel, aber auch pilzbedingte Hauterkrankungen wie z.B. Nagelmykose stehen sehr oft im Vordergrund. Häufig behandeln wir auch Wunden nach chirurgischen Eingriffen, wie z.B. bei einem diabetischen Fuß oder nach der Entfernung eines Eiterherdes im Sakralbereich (Pilonidalsinus).Vielfach werden so manche Erkrankungen der Klienten erst im Zuge der Therapie richtig wahrgenommen bzw. kommen sie erst durch die Abstinenz so richtig zum Vorschein.

Sehr wichtig ist auch eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Krankenhäusern und niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie mit unseren internen Ärzten und dem Pflegepersonal.
Individuell, je nach Anordnung eines Haus- oder Facharztes, werden die Verbände täglich erneuert und eine engmaschige Wundkontrolle durchgeführt.
Unsere Klienten werden insbesondere über die durchzuführenden Maßnahmen
als auch über mögliche Komplikationen beim Heilungsverlauf genauestens informiert, da sich die Compliance der Klienten wesentlich auf den Heilungserfolges niederschlägt.
Im Rahmen der medizinischen Betreuung und Versorgung, z.B. bei den erforderlichen Interventionen bei der Wundversorgung, zeichnet sich unsere Einrichtung durch eine sehr gute Kooperation zwischen Klienten und Mitarbeitern aus, es wird individuell, rasch und kompetent gehandelt.

Therapeutisches Angebot -
19.05.2014
Soziales KompetenztrainingSoziales KompetenztrainingSoziales KompetenztrainingSoziales Kompetenztraining
Soziales KompetenztrainingSoziales KompetenztrainingSoziales KompetenztrainingSoziales Kompetenztraining

Einleitung

Sozialverhalten ist im Wesentlichen gelerntes Verhalten. Es wird beeinflusst von den Erfahrungen des Babys mit den Eltern, des Kindes in der Familie und im Kindergarten sowie des Jugendlichen in der Schule und zwischen Gleichaltrigen. Je nach Erfahrungen in der Kindheit und Jugend kann es zu einem selbstsicheren oder selbstunsicheren Verhalten kommen. 
Dieses kann sich bis zu einer sozialen Phobie entwickeln, bei der man soziale Situationen meidet. Bei so einem Training können soziale Situationen, die verunsichern oder Angst machen, besprochen, mangelnde soziale Fertigkeiten erkannt und sozial kompetente Verhaltensweisen eingeübt und in der Realität erprobt werden. 

Was genau versteht man unter sozialer Kompetenz bzw. sozial kompetenten Verhaltensweisen?


  • Nein sagen können
  • Versuchungen zurückweisen
  • auf Kritik reagieren
  • sich entschuldigen
  • Schwächen eingestehen
  • auf Kontaktangebote reagieren
  • Gespräche beginnen, aufrechterhalten und beenden
  • um Gefallen bitten
  • Gefühle zeigen

Dazu gehören auch nicht sprachliche Fertigkeiten, wie 

  • Blickkontakt
  • Lautstärke beim Sprechen
  • Sprechtempo
  • Modulation der Stimme und Flüssigkeit des Sprechens
  • Körperhaltung
  • Mimik und Gestik

Für wen sind Trainings sozialer Kompetenzen gut?

Trainings sozialer Kompetenzen sind prinzipiell für alle Personengruppen geeignet, d.h. nicht nur für psychiatrische und Suchtpatienten, sondern für jeden. Drei Typen von sozialen Verhaltensmustern werden unterschieden:

1. Die selbstunsichere Person

Diese wird oft ausgenutzt und ist zeitweise unfähig, ihre Rechte einzufordern. Diese Person ist abweisend und gehemmt. Sie erlaubt anderen, Entscheidungen für sie zu treffen.

2. Die aggressive Person

Sie nutzt oft andere Menschen aus und verletzt deren Rechte. Sie verfolgt eigene Ziele auf Kosten anderer.

3. Die selbstsichere Person

Sie beschützt ihre eigenen Rechte und respektiert die anderer Menschen. Sie hat ein gutes Selbstwertgefühl und ein angemessenes Selbstvertrauen. Sie kann sich auf der sozialen und emotionalen Ebene angemessen ausdrücken und trifft selbständige Entscheidungen.

Was passiert in Trainings sozialer Kompetenzen?

Trainings sozialer Kompetenzen werden in unseren Therapiezentren üblicherweise in der Gruppe durchgeführt, weil am Beispiel Anderer und im Rollenspiel mit den Anderen leichter sozial kompetente Verhaltensweisen erlernt werden. Das erste Modellrollenspiel wird von  einem Therapeuten und Klienten durchgeführt. In den einzelnen Trainingssitzungen werden individuelle Problemsituationen der Klienten besprochen. Dann werden die Teilnehmer gebeten, ihre real erlebten Problemsituationen mittels Rollenspielen darzustellen. Interaktionspartner ist entweder der Therapeut oder ein anderer Teilnehmer. 

Das Rollenspiel wird in der Gruppe nachbesprochen. Zuerst Nennung der positiven Aspekte, danach maximal zwei Veränderungsvorschläge. Die teilnehmenden Klienten sollen dann im Sinne einer Hausaufgabe die in den Rollenspielen eingeübten Verhaltensweisen in der Realität zeigen. Neues Verhalten kann nur dann zur Routine werden, wenn es oft genug in der Realsituation wiederholt wird!!!

Wirken Trainings sozialer Kompetenzen?

Kontrollierte Therapiestudien haben die Wirksamkeit dieser Trainings festgestellt. Die Wirksamkeit ist dabei nachhaltig und andauernd. Das Training soll helfen, problematische Situationen in den verschiedensten Lebensbereichen besser zu bewältigen. Gerade Alkohol wird oft als „Problembewältigungsmittel“ von suchtkranken Menschen eingesetzt. Das Ziel ist, unseren Klienten damit Handlungsalternativen zum Trinken von Alkohol zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, auch ohne Alkohol Schwierigkeiten und Probleme in ihrem Leben zu meistern.

Der Ablauf dieser Therapiemethode erfolgt anhand dreier Module, die aufeinander aufbauen:

Modul 1: Hier geht es um die Vermittlung von Basisinformationen und Störungsmodellen, die erklären sollen, wie soziale Störungen entstehen und aufrecht erhalten werden.

Modul 2: In diesem Modul erfolgt ein Grundkurs zum Abbau sozialer Ängste, weiters werden grundlegende Veränderungsstrategien vermittelt und einfache soziale Fertigkeiten eingeübt.

Modul 3: Es erfolgt eine unterscheidende Anwendung des Gelernten in komplizierteren sozialen Bereichen mit dem Schwerpunkt auf kommunikativer Problemlösung.

Therapeutisches Angebot - Sinikka Huhndorf
02.05.2014
Ernährung bei Gicht

DIE GICHT  gehört in den westlichen Ländern  zu den häufigsten Stoffwechselkrankheiten.
Gicht ist eine Purinstoffwechselstörung, die in Schüben verläuft. Die Harnsäure, die das Endprodukt des Purinstoffwechsels darstellt, ist  im Blut erhöht.
Harnsäure entsteht hauptsächlich in der Leber und zu einem kleineren Anteil im Dünn-darm.
Die täglich produzierte Harnsäure wird über die Nieren und  über  den Gasrtointestinaltrakt ausgeschieden.
Verminderte Ausscheidung über die Nieren stellt den Hauptmechanismus dar, der zu einer Steigerung der Harnsäurekonzentration führt. Es bilden sich Natriumuratkristalle, die sich in Gelenken, in inneren  Organen und in der Haut ablagern.

EIN RISIKOFAKTOR für Gicht ist das  metabolische Syndrom mit Bluthochdruck,, Adipositas, Hyperlipidämie und Hyperglykämie. Daneben stellen auch purinreiche Ernährung, Alkoholkonsum, besonders das Bier, das  reich an Purinen ist, männliches Geschlecht und der Gebrauch von Diuretika Risikofaktoren dar. Häufige Begleiterkrankungen sind koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus und chronische Niereninsuffizienz. 
Und so sind erhöhte Harnsäurewerte, akute  Gichtanfälle und chronische Gicht häufige Begleiterkrankungen bei der chronischen Alkoholkrankheit unserer Patienten.

Bei dem  natürlichen VERLAUF einer Gicht gibt es  normalerweise  drei Abschnitte: die asymptomatische Hyperurikämie, akute Gichtanfälle und die chronische Gichtarthitis.
Akuter Gichtanfall tritt oft anfallsartig mit Schwellung, Rötung , Überwärmung und Berührungsschmerz des betroffenen Gelenkes auf. In der Regel ist nur ein Gelenk betroffen, typischerweise das Großzehengrundgelenk.
Chronische Gicht kann in eine mehrere Gelenke betreffende Verlaufsform münden.
Es kann dann zu Ablagerungen von Natriumuratkristallen in Form von Knötchen, sog. Tophi, kommen. Die Entwicklung einer Gichtniere ist in jedem Stadium möglich.
Dabei kann es durch Uratablagerungen zur Nierenbeckenentzündung, chronischem Nierenversagen und Bildung von Nierensteinen kommen.

Die definitive  DIAGNOSE kann man  durch den Nachweis von Uratkristallen im Gelenkspunktat stellen.
Bei den Laborwerten sind die  Entzündungswerte  wie CRP, BSG und Leukozyten erhöht.
Die Bestimmung des Harnsäurespiegels im Serum ist zur Diagnosestellung, insbesondere im Anfall, wenig geeignet, da die Harnsäure bereits wieder auf einen Normalwert gesunken sein kann.
Röntgen – Untersuchungen sind  sinnvoll, um typische Anzeichen einer chronischen Gicht darzustellen.

DIE THERAPIE des akuten Gichtanfalls : kühlende Umschläge, Ruhigstellung des betroffenen Gelenks und Schmerzmittel, wie NSAR (NichtSteroidale AntiRheumatika).
Um weiteren Anfällen vorzubeugen wird als Dauertherapie die Harnsäurebildung in der Regel mit dem Medikament Allopurinol gehemmt.

DIE ERNÄHRUNG  ist  ein wichtiger Punkt  bei der Behandlung der asymptomatischen Hyperurikämie. Das Normalgewicht sollte angestrebt werden. Die Gewichtsreduktion sollte allerdings langsam erfolgen und dabei auf ausreichende Flüßigkeitszufuhr geachtet werden. Eine langsame moderate Gewichtsreduktion ist wichtig, da bei radikalen Fastenkuren vermehrt Körperfett mobilisiert wird. Dadurch entsteht ein erhöhtes Angebot von Fettsäuren im Blut, die die Harnsäureausscheidung hemmen und zu einem Anstieg des Harnsäurespiegels im Serum führen.

Die Ernährung sollte purinreduziert sein. Lebensmittel mit einem HOHEN Puringehalt sind: Innereien, Fleischextrakte, Haut von Geflügel und Fisch, bestimmte Fischarten (Sardellen, Sardinen, Heringe), auf die generell verzichtet werden sollte. Fleisch, Wurst und Fisch sollten nur in kleinen Portionen, (als Beilage) gegessen werden.
Extrem fettreiche Ernährung führt zur Erhöhung des Harnsäurespiegels.
Obst enthält Fruktose, die bei exzessiver Konsumation den Purinstoffwechsel ungünstig beeinflussen kann.
Hülsenfrüchte, Kohl und Spinat solte man meiden.
Praktisch purinfrei sind Eier, Milch und Milchprodukte, die den Harnsäurespiegel senken.
Eine ausreichend hohe Flüßigkeitszufuhr muss sicher gestellt sein.

In den ernährungsmedizinischen Kleingruppen in dem Therapiezentrum Saualpe werden unsere  Patienten  in regelmäßigen Abständen über die Stoffwechselkrankheit Gicht (Purine, Harnsäure, Gichtanfall, Therapie und Ernährung bei Gicht) informiert. Zusätzlich gibt es für die Betroffenen Einzelberatungen mit Ernährungsempfehlungen.

Therapeutisches Angebot - Bettina Puster
16.04.2014
Kognitives Training – die geistige Fitness trainieren

Gedächtnis und Denkleistungen werden durch langjährigen Alkoholmissbrauch geschädigt.
Die alkoholtoxische Wesensveränderung ist eine der schwerwiegenden Folgen des Alkoholkonsums. Sie ist eine Vergiftung durch langjährigen und regelmäßigen Alkoholkonsum. Dadurch kommt es unter anderem zu deutlichen Störungen in der Leistung von Gedächtnis, Konzentration, Antrieb und Aufmerksamkeit. 

Das kognitive Training ist bei uns im Therapiezentrum Saualpe schon seit Jahren ein zentraler Bestandteil des Therapieprogramms. In homogenen, der aktuellen Leistungsfähigkeit entsprechenden Gruppen wird das Gedächtnistraining von der klinischen Psychologin bzw. von der Ergotherapeutin angeboten.

Das kognitive Training wird von den Klienten sehr gerne angenommen. Die Bewältigung der Trainingsaufgaben stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, weckt Motivation und hebt das Selbstvertrauen.

Exkurs: Die Fähigkeit zur Gedächtnisbildung ist eine der wichtigsten kognitiven Leistungen des Menschen. Das Gedächtnis ermöglicht es zwischen zeitlich getrennten Ereignissen Zusammenhänge herzustellen, das heißt zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft zu unterscheiden und schafft somit die Voraussetzung dafür, dass wir uns als einheitliches Individuum wahrnehmen. Weiterhin befähigt uns das Gedächtnis dazu, Wissen zu erwerben, Fertigkeiten zu erlernen und es erzeugt durch die Automatisierung von Handlungen größere kognitive Kapazitäten. Zum besseren Verständnis von Gedächtnisbildung und – verarbeitung wird das Gedächtnis in inhaltliche und zeitliche Einheiten unterteilt. 

Bei psychisch kranken Menschen sind die kognitiven Funktionen gestört, bzw. viele von ihnen haben Defizite im kognitiven Bereich. Kognitionen sind zentrale Prozesse in der Informationsverarbeitung und – interpretation. Sie bestimmen wie Informationen aufgenommen, interpretiert und verarbeitet werden und legen so die Muster des Verhaltens und Alltags fest.

Viele Menschen können durch ein gezieltes kognitives Training bestimmte mentale Funktionen verbessern. Besonders gut trainierbar sind Geschwindigkeit der Informationsbearbeitung, Konzentration, Aufmerksamkeit und räumliches Denken. Das Planen und Problemlösen wird ebenfalls trainiert. 

Das kognitive Training findet bei uns in der “Papier-Bleistift-Form“ statt. So werden zum Beispiel mit Übungen wie “Wortpaare bilden“ oder “Gegensätze suchen“, “Sprichwörter ergänzen“ und Anagramme die Aufmerksamkeit geweckt und die Konzentration gefördert sowie die Merkfähigkeit und die Sprache angeregt. Ganz wichtig ist das regelmäßige Durchführen des kognitiven Trainings, damit sich Lernerfolge einstellen.

Therapeutisches Angebot -
01.04.2014
Sport gegen die Depression

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, welche den affektiven Erkrankungen zugeordnet wird. Der Begriff Depression leitet sich vom lateinischen Wort “deprimere“ ab und bedeutet soviel wie niederdrücken. Bemerkbar macht sich die Depression vor allem durch eine gedrückte Stimmungslage, Interesse- und Freudlosigkeit sowie einem Mangel an Antrieb bzw. Tatendrang. Meist fühlen sich die Betroffenen wert- und energielos, sind unruhig und von Ängsten geplagt, schlafen schlecht, haben keinen Appetit und können sich schlecht konzentrieren. Besonders unter den Suchterkrankten ist der Anteil derjenigen die auch unter Depressionen leiden hoch. Einerseits erhöht sich das Risiko einer Alkoholkrankheit bei vorliegender Depression um das zwei- bis dreifache, anderseits leiden 3 von 4 der Alkoholkranken unter depressiven Symptomen.

Glücklicherweise stehen heute zahlreiche effektive Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Medikamente und Psychotherapie sind die beiden Pfeiler der Behandlung. Zunehmend findet auch Bewegung mehr und mehr Beachtung. Schon bei den alten Griechen wurden Menschen mit Melancholie, wie Depression damals genannt wurde, dazu angehalten sich zu bewegen. In den letzten Jahren rückte Sport und Bewegung zunehmend in den Fokus der Wissenschaft, um deren Wirkung in der Depressionsbehandlung zu untersuchen.

Auf die Frage, wie sporttherapeutische Interventionen stimmungsaufhellend wirken, gibt es gegenwärtig noch keine endgültige Antwort.

Die Freisetzung von Endorphinen durch Bewegung scheint bei Menschen mit Depression weniger zum Tragen zu kommen, da es ihnen meist nicht möglich ist, sich über einen längern Zeitraum und intensiver körperlich zu belasten. Dies wäre jedoch notwendig um die Ausschüttung der Endorphine in Gang zu setzten. Wahrscheinlicher scheint die These, dass der Organismus bei körperlicher Belastung vermehrt sogenannte Wachstumsfaktoren freisetzt, die insbesondere im Gehirn zur Neubildung von Nervenzellen und zu einer besseren Vernetzung führen können. Besonders im Hippocampus, der bei Depressionskranken oft verkleinert ist, kann es durch die Wachstumsfaktoren zur Nervenneubildung kommen. Da Antidepressiva genau den gleichen Effekt erzielen, vermutet man, dass Bewegung antidepressiv wirken könnte.

Neben positiven hirnchemischen Auswirkungen scheinen vor allem die Rahmenbedingungen des Sporttreibens wesentlich zu den positiven Effekten beizutragen.

Sport und Bewegung können bei Menschen mit Depression als Möglichkeit betrachtet werden, um Antriebslosigkeit und Passivität zu durchbrechen. Sport hat den Vorteil, dass der Sinn körperlicher Übungen weniger in Frage gestellt werden kann, weil er durchwegs als gesunde Verhaltensweise anerkannt ist. Bewegung kann Menschen mit Depression zu einem neuen “sinnvollen Lebensinhalt“ verhelfen. Des Weiteren kann körperliche Betätigung wieder oder auch erstmalig einen Zugang zum Körpergefühl eröffnen. Die bei Betroffenen als Krankheitssymptome gewerteten Körperreaktionen (schneller Herzschlag, beschleunigte Atmung und Gefühl von Luftnot, Schwitzen oder Erschöpfung) können beim Sport als völlig normale, gesunde Zeichen erlebt werden.

Die Herausforderung besteht darin, depressive Menschen zu vermehrter Bewegung zu motivieren. Sporttherapie kann nur dann die gewünschten Erfolge erzielen, wenn der Klient sich auf die “Maßnahmen“ einlässt. Daher ist es wichtig, dem Betroffenen die Wirkung von Bewegung auf die seelische Gesundheit zu erläutern. 

Als Sportarten mit den besten antidepressiven Effekten scheinen Ausdauer- oder Krafttraining geeignet, dies ist auch mit zahlreichen Studien belegt. Bevor man jedoch einen Klienten gegen seine Interessen zu einer bestimmten Sportart drängt, sollten unbedingt seine sportlichen Neigungen berücksichtigt werden.

Besonders zu beachten ist, dass die Trainingsbelastung langsam und angemessen gesteigert wird. Wie schon oben angeführt sollte sich die sporttherapeutische Beahandlung nicht auf die bloße Bewegung reduzieren, sondern auf ein komplexes Erlebnisangebot unter Einbeziehung aller weiteren Fachbereiche (Medizin und Psychologie).

In den Therapiezentren der AGIL Sozialpädagogik ist die Sporttherapie fixer Bestandteil im Behandlungsplan und wird neben Medikamenten, Psychotherapie und Lichttherapie angewendet, um den Depressionsbetroffenen zu helfen. Die Arbeit mit depressiven Klienten im Therapiezentrum Saualpe findet im Einzelsetting, sowie im Rahmen der regulären Sporttherapiegruppen statt (Team, Outdoor, Fitness und Sense). In der Gruppenzuteilung werden bestehende Bewegungerfahrungen des Klienten berücksichtigt, da sich diese Erinnerungen positiv auf die Therapie- und Sportmotivation auswirken können. Bei sportunerfahrenen Klienten wird verstärkt in Einzeltrainingseinheiten versucht, erste positive Bewegungserfahrungen zu sammeln. In diesen Einheiten werden vorrangig Übungen angewendet, welche einen Zugang zum eigenen Körpergefühl eröffnen. Neben Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen werden vor allem Konditionstrainingseinheiten in der Natur durchgeführt.

Sport bietet die Möglichkeit, wie keine andere Intervention,  Verhaltensweisen auf Dauer zu ändern und daraus völlig neue Betrachtungsweisen und Perspektiven für das Leben zu gewinnen.

Therapeutisches Angebot -
17.03.2014
Tierunterstützte Therapie – der Mops ist losTierunterstützte Therapie – der Mops ist losTierunterstützte Therapie – der Mops ist losTierunterstützte Therapie – der Mops ist los
Tierunterstützte Therapie – der Mops ist losTierunterstützte Therapie – der Mops ist losTierunterstützte Therapie – der Mops ist losTierunterstützte Therapie – der Mops ist los

Seit Jahren begleitet mich ein Mops durch mein Leben. Sein soziales Verhalten ist phänomenal. Jedem Menschen, dem er begegnet bringt er ein Urvertrauen entgegen, dem, von  allen „Betroffenen“, mit einem nahezu gleichem Verhalten begegnet  wird.

Dass der Mops nicht nur eine lange Lebensgeschichte hat, die vor mehr als 1000 Jahren in China ihren Anfang nahm, sondern auch im politischen klerikalen Rahmen eingesetzt wurde zeigen die folgenden Zeilen.

Als der damalige Papst Clemens 1738 merkte, dass die Loge der Freimaurer zu stark zu werden drohte, beschloss er sie kurzerhand zu verbieten.
Clemens erließ die päpstliche Bulle "In eminenti apostolatus specula", die besagte, dass jede freimaurerische Tätigkeit mit der Exkommunikation bestraft werden würde. Exkommunikation war damals so ziemlich das Schlimmste, was einem passieren konnte, daher unterließen die Freimaurer ihr Treiben umgehend.

Es gab jedoch Freigeister, die einen Ausweg ersannen. Einer davon war Clemens August, damals gerade Kurfürst von Köln und Herzog von Bayern. Er soll 1740 einer der Gründer des Mopsordens gewesen sein. Man wählte den Namen "Mopsorden", um unverfänglich zu wirken und keinerlei Misstrauen bei der Kirche zu erwecken. Und so kam es auch, dass das Reglement des "Mopsordens" tatsächlich Frauen zuließ - ein Verfahren, das bei den Freimaurern nicht üblich war. Allerdings mussten die Frauen katholischen Glaubens sein.

Den Mops als Symbolfigur für diese neue Vereinigung hatte man gewählt, da diese Hunderasse als Sinnbild für Zuverlässigkeit und Treue galt.“ (welpen.de)

„Tiere gehören also einfach zum Menschen und zu seinem Leben dazu. Schon früh wurde erkannt, dass Tiere auch eine gesundheitsfördernde Wirkung auf das seelische und körperliche Wohlbefinden der Menschen haben. Dies zeigen die Aufzeichnungen der Krankenanstalten in Bethel, in Nordrhein-Westfalen, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zurückverfolgt werden können. Tiere kamen dort zum Einsatz, um gesundheitsfördernd und heilend auf die dort untergebrachten kranken Menschen zu wirken (vgl. Prothmann/ Ettrich 2004, 42). Sogar aus dem 8. Jahrhundert ist in Belgien der Einsatz von Tieren für therapeutische Zwecke bekannt. In England gründeten Quäker im 18. Jahrhundert eine Anstalt für Geisteskranke, in der die Patienten unter anderem Tiere hielten und versorgten (vgl. Greiffenhagen/Buck-Werner 2007, 13f).“

Stefanie Drenkow, im Juli 2009
Zur Zeit begleitet mich ein 8 Monate alter Ruede mit in meine Arbeit in das TZE auf der Flattnitz.

Sobald wir eingetroffen sind und Charly, so heißt er, alle begrüßt hat, werden schon Termine vereinbart, wann und wer mit ihm spazieren gehen darf. Klienten, die sonst nur schwer zu einem Spaziergang zu motivieren waren, zeigen nun plötzlich Interesse mit dem Hund eine „Runde“ zu gehen. 

Unter welchem Titel sich diese tierunterstüzte Therapie nun einordnen darf, darüber sind sich selbst Experten nicht so ganz einig.
Wohlfarth und Dumkow merken an: „Es gibt über 20 verschiedene Begriffe für die tiergestützte Therapie und 12 verschiedene Bezeichnungen für den Einsatz von Hunden.

Im Vergleich zu den meist verwendeten „Therapiehunden“ (Collie, Retriever) ist ein Mops an Körpergröße wesentlich kleiner, was es den Klienten auch ermöglicht, das Tier zu sich zu nehmen, zu halten und zu „knuddeln“ und dadurch einen Körperkontakt von „Wesen zu Wesen“ herzustellen, der innerhalb des gesamten Therapieverlaufes nicht möglich ist.

Da unsere Klienten sich vorwiegend psychotherapeutisch mit Vergangenheitsaufarbeitungen, sowie Zukunftsplanungen beschäftigen, schafft ein Tier, wie „Charly“ plötzlich einen bisher wenig beachteten Kontakt zur Gegenwart, also, dem Sein an sich, und kann dadurch „Herzenskontakte“ generieren, die bislang, meist nur mit Trauer besetzt waren. Sein Dasein schafft eine emotionale Verbindung in das „Hier und Jetzt“, die nicht von „einttrübenden“ Aspekten gestört wird. Dadurch kann ein Tier in seinem „therapieunterstützenden Dasein“ also durchaus das Missing Link zwischen Vergangenheit und Zukunft generieren, und dem Menschen ermöglichen ihr Herz in ihrem „Da – Sein“ ohne Befürchtungen etwas zu öffnen. Dadurch  kann auch den Kontakt  zu sich selbst etwas  „beseelt“ werden und damit auch für sich selbst spürbarer zu werden, was eine wichtige Voraussetzung für zukunftsorientierte Gedanken und Maßnahmen sein kann.

Auch in der wissenschaftlichen Anerkennung des Einsatzes von Tieren in der Therapie wurde über Standards diskutiert, für den Einsatz in therapeutischen Einrichtungen. 
2004 gründete sich der erste europäische Dachverband namens „ESAAT“ („European Society for Animal- Assisted Therapy“), mit Sitz in Wien.
Dessen Hauptziel ist es unter anderem, eine Harmonisierung der Qualifikationsstandards in der tiergestützten Therapie innerhalb Europas zu erreichen.

Nach ÖKV (Österreichischer Kynologenverband) 2013

„Der Hund geht wertfrei auf den Menschen zu. Daher sind soziale Kontakte leichter möglich und Menschen können aus ihrer sozialen Isolation geholt werden. Durch gezielte Übungen können Grob- und Feinmotorik trainiert und Gedächtnisleistungen verbessert werden. Die Berührung des warmen, weichen Hundefelles vermittelt Ruhe und Geborgenheit.

Grundsätzlich ist jeder gesunde Hund als Therapiehund geeignet, der 

  • ein gutmütiges, sanftes und menschenfreundliches Wesen besitzt,
  • kontaktfreudig und stressbelastbar ist, 
  • eine vertrauensvolle, enge Beziehung zu seinem Besitzer hat, 

„Hunde fragen dabei nicht nach Aussehen, rationaler Intelligenz, Status und Einkommen. Sie schenken vorurteilsfrei Ihre Zuneigung. Sie leben immer im Unmittelbaren. Hier und jetzt zeigen Sie ungefiltert elementare Emotionen. Auch in der Auseinandersetzung mit Autismus oder z. B. der Rehabilitation greifen immer mehr Einrichtungen auf die positiven Effekte der tiergestützten Therapie zurück. Heute begegnen uns Hunde als „tierische Cotherapeuten“ in Institutionen und Einrichtungen im Dienste der Gesundheit. Durch den Kontakt mit einem Hund kann der erkrankte / behinderte Mensch neue Impulse erfahren. Dies bedeutet für den Betroffenen oft eine immense Motivationssteigerung, um sich mehr mit der Umwelt und mit sich selbst auseinanderzusetzen.“

Aus Therapiehunde Allgäu.

Auch in Gesprächen mit Klienten konnte ich nur ein durchgehendes positives Feedback bezüglich des Hundes bekommen. Von einer „absoluten therapeutischen Bereicherung“ bis hin zu „der hat mein Herz berührt“ waren verschiedene Nuancen dieser Inhalte vertreten.

Therapeutisches Angebot -
06.03.2014
Die 5-R-RegelDie 5-R-RegelDie 5-R-Regel
Die 5-R-RegelDie 5-R-RegelDie 5-R-Regel

Die 5-R-Regel oder fünfmal „Richtig“ ist ein Hilfsmittel um Verwechslungen bei der Ausgabe, Verabreichung bzw. der Einnahme von Medikamenten zu vermeiden. 

Diese ist auch in meiner Tätigkeit als diplomierte Krankenschwester im Therapiezentrum Eisenhut von großer Bedeutung, da ich für 28 Klienten Medikamente „einzuschachteln“ und auszugeben habe.

1. Richtiger Klient/Patient

Das Medikament darf nur der Klient erhalten, dem es vom Arzt verschrieben wurde. Hierbei ist zu beachten, dass die Ausgabe der Medikamente genauestens in einem separaten Raum (Arztzimmer) erfolgt und dass jeder Klient diese auch einzeln erhält. Auch wir haben hierfür ein Arztzimmer, in das jeder einzeln mit einem Glas Wasser seine Medikamente einnimmt. 

2. Richtiges Arzneimittel

Hierbei muss sichergestellt werden, dass es sich um den richtigen Wirkstoff handelt. Beson-dere Aufmerksamkeit bedarf es auch bei Medikamenten mit ähnlichem Namen, um eine Verwechslung zu vermeiden.

  • Darf das, für den Klienten angeordnete, Medikament geteilt oder gemörsert werden (Tablet-te)?
  • Dürfen Tropfen verdünnt, gewärmt oder geschüttelt werden?
  • Darf der Klient das Medikament in Kombination mit anderen Arzneimitteln einnehmen? 

Diese Regel ist seitdem mit einer größeren Komplexität verbunden, seitdem der Einsatz von sogenannten Generika (= kostengünstigeres Nachahmerpräparat mit dem gleichen Wirkstoff) erlaubt wurde. Generika werden von uns mit einem „=“-Zeichen auf der Medikamentenpa-ckung gekennzeichnet, z.B. Seroquel = Quetialan

3. Richtige Dosierung oder Konzentration

Um ein gewisses Verwechslungsrisiko zu minimieren, achten wir in unserer Arbeit im Thera-piezentrum Eisenhut auf eine professionelle Medikamentendokumentation. 

4. Richtige Anwendung

Die Anwendung muss auf die richtige Weise erfolgen. 

Hierbei ist zu beachten: 

Hierbei muss auf Wechselwirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente besonders ge-achtet werden 

5. Richtiger Zeitpunkt

Es ist besonders wichtig, sichergestellt zu haben, zu welcher Tageszeit der

Klient das Medikament einnehmen soll (morgens/mittags/abends) oder ob bestimmte Ein-nahme-Intervalle (bei Antibiotika z.B. alle 6 – 8 Stunden; - Schlaf-Medikamente nicht mehr nach Mitternacht einnehmen: Hang-Over) einzuhalten sind. 

Außerdem muss auch darauf geachtet werden, ob sich das Medikament des Klienten in sei-nem sogenannten Dispenser befindet. 

Hierfür verwenden wir in unserem Therapiezentrum Wochendispenser, in welche die Medi-kamente für die ganze Woche aufgeteilt sind (Früh/Mittags/Abends/Nachts). Die zeitlich kor-rekte Einnahme der notwendigen Arzneimittel ist auch in unserer Hausordnung und im soge-nannten Wochenstrukturplan genau vermerkt.

Die Einhaltung dieser Regeln ist somit ein wichtiger Bestandteil in meiner Tätigkeit als Dip-lomkrankenschwester, welche den medizinischen Alltag gewissenhaft und mit großer Sorgfalt gewährleistet.

Therapeutisches Angebot - Michaela Muschet
20.02.2014
Modellgestütztes Arbeiten in der ErgotherapieModellgestütztes Arbeiten in der ErgotherapieModellgestütztes Arbeiten in der ErgotherapieModellgestütztes Arbeiten in der Ergotherapie
Modellgestütztes Arbeiten in der ErgotherapieModellgestütztes Arbeiten in der ErgotherapieModellgestütztes Arbeiten in der ErgotherapieModellgestütztes Arbeiten in der Ergotherapie

Begriffe wie Evidence-based Practice oder evidenzbasierte Medizin sind längst keine Modewörter mehr, sondern finden nicht zuletzt aus ökonomischer Sicht immer mehr Zuspruch.
In der Ergotherapie können konzeptionelle fachspezifische Modelle einen Beitrag dazu leisten. Sie liefern nicht nur ein philosophisches Grundgerüst, sondern zumeist auch profunde Assessments, die nützliches Werkzeug für die ergotherapeutische Arbeit darstellen.
Im Therapiezentrum Saualpe arbeitet die Ergotherapie nun seit Anfang des Jahres auf Basis des „Model of Human Occupation“, also dem Modell der menschlichen Betätigung.
Seit der Erstveröffentlichung durch den Amerikaner Gary Kielhofner 1975 wurde das Modell stetig weiterentwickelt, in der Praxis erprobt und um spezifische Assessments erweitert (Kielhofner, Marotzki und Mentrup 2005).
Das auf systemtheoretischen Ansatz gegründete Modell sieht den Menschen als ganzheitliches Wesen das sich stetig weiterentwickelt verändert und selbst organisiert. Betätigung gilt als Kern ebendieser Selbstorganisation. Durch die Betätigung in verschiedenen Bereichen wechseln, entwickeln und formen sich Haltungen und Fähigkeiten. Das Verhalten selbst ist nicht nur als intrinsisch motiviertes Ergebnis zu sehen, sondern entsteht unter Einfluss und durch die Interaktion mit der Umwelt. 
Das System Mensch besteht im Modellverständnis aus drei Subsystemen:
Die Volition kann mit den Komponenten Selbstbild, Werte und Interessen als Motor oder Antrieb des Menschen verstanden werden. Unser Selbstbild entsteht durch die Erfahrungen über unsere intellektuellen, physischen und sozialen Fähigkeiten und deren Wirksamkeit in der Ausübung von Betätigungen. Werte definieren sich als innere Einstellungen gegenüber Betätigung und Interessen bestimmen bzw. motivieren uns zur Teilnahme an Betätigungen.
Um den Bereich der Volition unserer Klienten optimal zu fördern und zu unterstützen wird die Ergotherapie auf der Saualpe für jeden Einzelnen maßgeschneidert. Mithilfe der der modellzugehörigen Interessencheckliste, werden im Erstgespräch bestehende Interessen aufgegriffen und vergessene Hobbys wiederentdeckt. Frei nach dem Motto „Was man gerne macht, macht man gut“, kann sich der Klient durch ein gezieltes Betätigungsangebot als selbstwirksam erfahren. 

Die Habituation umfasst die Konzepte Gewohnheiten und Rollen. Gewohnheiten helfen uns dabei bestimmte Handlungsabläufe zu automatisieren und unsere Zeit optimal zu nutzen. Jeder Mensch trägt täglich verschiedene Rollen inne, die unterschiedliche Handlungsmuster erfordern und Fähigkeiten voraussetzen. 
Im Therapiezentrum Saualpe hilft ein strukturiertes Angebot an Therapien und Aktivitäten, notwendige Gewohnheiten wieder zu festigen und einem produktiven Tagesablauf nachzugehen. Jeder Klient hat im geschützten Rahmen die Möglichkeit die Rollen die ein soziales System erfordert zu erproben. So sind mit Rollen etwa bestimmte Betätigungsverhalten verknüpft, die wiederum Struktur und Routine in definierten Zeitfenstern schulen. Durch arbeitstherapeutische Maßnahmen, kann so eine Brücke zum Leben „danach“ geschlagen werden.
Das Performanzvermögen - als drittes Subsystem, beschreibt physische, kognitive, perzeptive und soziale Komponenten, die für die Ausführung von Betätigungen notwendig sind (Kielhofner, Mentrup und Niehaus 2009).

Um alle beschriebenen Subsysteme zu erfassen bzw. um ein möglichst umfangreiches Bild des Klienten zu gewinnen bieten sich diverse Assessments an.
Im TZS habe kommen die bereits erwähnte Interessencheckliste, das OSA (Occupational Self Assessment) und das MOHOST (Model of Human Occupation Screening Tool) zur Anwendung. Wie der Name bereits verrät, ist das OSA ein Selbsteinschätzungsinstrument, welches vom Klienten selber ausgefüllt wird. Das MOHOST hingegen ist ein Beobachtungsinstrument, welches dem Therapeuten hilft die Fähigkeiten eines Klienten strukturiert und klar zu erfassen.
Mit dem holistischen Grundgedanken des Modells als Basis und den Assessments als Werkzeug zur Befunderhebung, kann die Ergotherapie transparent und nachvollziehbar gemacht werden. 


Literatur:

Kielhofner, G.; Mentrup, Christiane; Niehaus, Anja (2009): Das Model of Human Occupation (MOHO). Eine Übersicht zu den grundlegenden Konzepten und zur Anwendung. In: Christina Jerosch-Herold (Hg.): Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis. Mit 5 Tabellen ; [mit ICF und CMOP-E]. 3. Aufl. Heidelberg: Springer (Ergotherapie - Reflexion und Analyse), S. 56–83.

Kielhofner, Gary; Marotzki, Ulrike; Mentrup, Christiane; Kielhofner-Marotzki-Mentrup (2005): Model of human occupation (MOHO). Grundlagen für die Praxis ; mit 1 Tabelle. Heidelberg: Springer (Ergotherapie - Reflexion und Analyse).

Erfahrungsberichte - Michaela Wieser
06.02.2014
Mein Weg zurück in das normale Leben - ein Erfahrungsbericht

Die Entscheidung, eine Langzeitentwöhnungstherapie zu absolvieren, ist ein erster großer Schritt, um das eigene Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. 
Michael B. ist 47 Jahre alt, ehemaliger Berufskraftfahrer und lebt seit mittlerweile 16 Monaten alkoholabstinent. Lesen Sie mehr über seine Erfahrungen im Rahmen der Langzeitentwöhnungstherapie in der Agil-Sozialpädagogik und wie es ihm gelang, seine Therapie im Therapiezentrum Saualpe erfolgreich zu beenden. 

Ich hatte mich für eine Langzeittherapie bei AGIL, im Therapiezentrum Saualpe entschlossen. Nach der stationären Entgiftung im Spital, welche drei Wochen dauerte, ging es direkt nach Kärnten. Die ersten Wochen in der Einrichtung waren nicht ganz einfach, Faktoren wie z.B. der Vertrauensaufbau zum Personal, die Eingewöhnung im Hause und nicht zuletzt der immer wieder spürbare Suchtdruck erforderten ein großes Maß an  Disziplin, Konsequenz und Durchhaltevermögen. Nach ca. zwei positiv absolvierten Monaten stellte sich bei mir eine deutliche Besserung ein, alles lief wesentlich besser. Das Therapiezentrum Saualpe befindet sich auf ca. 1550 Metern Seehöhe, dadurch ist man zwar sehr entlegen, aber das hat schon seine Gründe. Das therapeutische Angebot im Therapiezentrum Saualpe ist äußert vielfältig und umfassend, es beinhaltet z.B. soziales Kompetenztraining, kognitives Training, psychoedukative Gruppen und unterschiedliche Entspannungsgruppen, außerdem finden regelmäßige Einzelgespräche statt. Das Therapieprogramm ist über die gesamte Woche verteilt leicht zu bewältigen. Um finanzielle oder gerichtliche Problembereiche in Griff zu bekommen, steht eine Sozialarbeiterin zur Verfügung, diese arbeitet mit jedem Klienten individuell im Rahmen von Einzelgesprächen. Ein Ergotherapieraum mit dazugehöriger Werkstatt ist ebenso vorhanden wie auch ein Kraftkammerraum. Weitere sportliche Aktivitäten wie Tischtennis und Dart können sowohl im Indoor- als auch im Outdoorbereich durchgeführt werden. Eine weitere sportliche Attraktion stellt die von Klienten selbst errichtete Eisstockbahn dar, diese befindet sich direkt vor dem Therapiezentrum und wird jedes Jahr in Betrieb genommen.  Nur einige Meter vom Therapiezentrum entfernt befindet sich ein Skilift. Für das leibliche Wohl war immer bestens gesorgt, frisches Essen wird von einem eigens dafür beschäftigten Koch zubereitet, unterstützt wird er dabei von Klienten, täglich wird ein Klient für den Dienst als Beikoch eingeteilt.  Nach ca. sechs Monaten hat sich mein Gesundheitszustand extrem verbessert. Meine psychischen Probleme, insbesondere die Depression, konnten auf Grund der psychotherapeutischen Einzelgespräche und der gut eingestellten Medikation rasch stabilisiert und teilweise sogar abgestellt werden. Sportliche Erfolge gab es ebenso zu feiern, speziell im Rahmen diverser Turniere, wie z.B. Fußball, Tischtennis,  Eisstock und Billard oder einfach nur beim Wandern, es gibt täglich ein großes Maß an Herausforderung. Für freizeit- und erlebnispädagogische Aktivitäten wird auch bestens gesorgt, so wurde während meines Aufenthaltes auch ein sportlicher Kurzurlaub, in Form eines viertägigen Sommerurlaubes, angeboten.

Für die Zeit nach der Therapie wird rechtzeitig gesorgt, man erhält umfassende Unterstützung bei der Wohnversorgung (Wohnung oder betreute Einrichtung), auch Kontakte zu Nachbetreuungseinrichtungen werden bereits während der Therapie geknüpft. Mir ist es gelungen, wieder zu meinem alten Hobby zu finden, den Kontakt zu mir wichtigen Leuten wiederherzustellen sowie zu mir selbst zu finden. 

Zu meinen persönlichen „Highlights“ zählten unser jährliches Sportfest, diverse Ausflüge, der Sommerkurzurlaub und nicht zuletzt das regelmäßige, gemeinsame Essen. 

Die Aussicht von meinem Zimmer in die weite Bergwelt war ebenso  sensationell wie  die vielen, langen, gemeinsamen Gespräche mit Therapeuten, Betreuern, Mitklienten…und…und…und. 

Besonders unterstützend waren für mich die psychotherapeutischen Einzelgespräche mit meiner Einzeltherapeutin, mein Hobby und der Umstand, ganz einfach auf mich selbst zu schauen. Hervorzuheben ist dabei auch mein gelungener Versuch, dem Negativen etwas Positives rauszukitzeln.  Ich kann jedem der sich für eine Langzeittherapie bei der Agil-Sozialpädagogik GmbH entscheidet nur viel Glück und Durchhaltevermögen wünschen. Jeder, der es schafft, hat in seinem Leben einen großen Schritt vorwärts gemacht und darf sehr stolz auf sich sein!

Wissenswertes - Christina Lora-Turteltaube
21.01.2014
Sozialarbeit in der Agil-Sozialpädagogik

Grundsätzlich orientiert sich Sozialarbeit in der Agil-Sozialpädagogik am Modell der nachgehenden Sozialarbeit, d.h. wir bieten ein verlässliches Beziehungsangebot und gehen auf unsere Klienten zu. Sozialarbeit in der Agil-Sozialpädagogik versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe, wesentlich in den sozialarbeiterischen Maßnahmen sind dabei Entwicklung und Erarbeitung bzw.  Verbesserung sowie Wiedererlangung der sozialen Kompetenz. In Form von Einzelgesprächen werden unter anderem die Bereiche Finanzen, Wohnung, Arbeit, Alltag und Freizeit abgeklärt. 

Die komplexe Problematik eines Suchtkranken umfasst, wie das Wort „komplex“ bereits beschreibt, nicht ausschließlich gesundheitliche Aspekte, sondern vor allem auch diverse Probleme im sozialen Umfeld. Diese bilden meist den Auslöser für eine Suchterkrankung, können jedoch ebenso erst durch eine solche entstehen und auch wachsen. Dabei handelt es sich vor allem um finanzielle Probleme, Probleme betreffend die Wohn- und Arbeitssituation und Probleme bezüglich der Tagesstruktur und Sozialkontakten, die dem Mensch im eigentlichen Sinne das Gefühl von Zugehörigkeit und Wertschätzung vermitteln sollen, oftmals jedoch nicht (mehr) vorhanden sind. Und genau diese Problematiken werden in der Sozialarbeit aufgegriffen und bearbeitet. 

Sozialarbeiterische Interventionen orientieren sich, anhand des methodischen Zugangs der sozialen Einzelfallhilfe, am Individuum selbst sowie an seiner subjektiven Lebenswelt. In der Arbeit mit dem einzelnen Klienten wird auf vorhandene Ressourcen – persönliche wie auch soziale - geachtet, an welchen man zur Bearbeitung und in weiterer Folge zur Lösung der Probleme anknüpfen kann. Des Weiteren ist die Bereitschaft des Klienten zur Veränderung wesentlicher Ausgangspunkt, gemeinsame Arbeits- sowie Lösungsschritte zu entwickeln, um die oft umfangreiche Problematik zu bewältigen. Sozialarbeit findet jedoch nicht ausschließlich zwischen vier Wänden statt, sondern reicht hinein in ein bundesländerübergreifendes Netzwerk von Ämtern und Behörden. In vielen Fällen können durch Intervention der Sozialarbeit bei unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen Unterstützungsleistungen für Klienten erarbeitet werden, um z.B. die Anschaffung einer Wohnung zu erleichtern. 

Ziel ist es, die Klienten dabei zu unterstützen, ihr Leben sowie damit in Verbindung stehende herausfordernde Situationen nach und nach wieder eigenständig bewältigen zu können.

Wir weisen darauf hin, dass aus Gründen der besseren Lesbarkeit alle Begriffe in der männlichen Schreibweise verwendet werden. Mit Gültigkeit auf das gesamte Dokument wird an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass alle männlichen und weiblichen Personen gleichberechtigt angesprochen werden.

 

Christina Turteltaube
Katharina Feigl

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