Therapeutisches Angebot - Bettina Puster
07.04.2015
Meine innere Haltung

In meiner Arbeit in den Therapiezentren der
Agil-Sozialpädagogik habe ich oft mit Klienten zu tun, denen das frühkindliche Urvertrauen nicht geschenkt wurde. Eine stabile emotionale Bindung blieb unerfüllter Wunsch. Dieser tiefsitzende Schmerz wurde oft im Alkohol ertränkt. Im Umgang und Dialog mit den Klienten leitet mich unter anderem das „Salutogenese Konzept“ von Aaron Antonovsky.

Salutogenese bedeutet “Entstehung von Gesundheit“ und steht damit im Gegensatz zum häufig verwendeten Begriff der “Pathogenese“ – der “Entstehung von Krankheit“. Der üblichen Trennung in “gesund“ und “ krank“ stellt das Konzept der Salutogenese ein Kontinuum mit den Polen Gesundheit und Krankheit gegenüber. Dabei ist wichtig, dass kein Mensch völlige Gesundheit oder völlige Krankheit erleben kann. Er bewegt sich sein ganzes Leben zwischen diesen beiden Polen. Ein wesentlicher Aspekt der Salutogenese ist der Begriff “Kohärenzgefühl“.

Ein Versuch einer definitorischen Annäherung an das Kohärenzgefühl: 

Das Kohärenzgefühl entfaltet sich zumeist aus dem Urvertrauen und schließt lebensbejahende Zuversicht und Freude mit ein. Diese lassen mich mein Dasein in dieser Welt als stimmig empfinden und mein Leben als sinnvoll erscheinen. Das ist zugleich auch die Grundlage einer gesundheitsbedeutenden Gelassenheit. Das Kohärenzgefühl kann aber auch erst späterhin, ohne ausgeprägtes vorgängiges Urvertrauen aus jeweils aktuellen späteren guten Beziehungserfahrungen heraus entwickelt werden. Diesem Wissen versuche ich in meiner Arbeit als klinische Psychologin gerecht zu werden. Gerade unsere Klienten können meistens nicht auf eine gelungene frühkindliche Bindungserfahrung zurückgreifen. Damit fehlen Ihnen wichtige innere Ressourcen. Umso wichtiger sehe ich meine Aufgabe unter anderem auch darin, eine stabile verlässliche Vertrauensperson für unsere Klienten zu sein. Wir alle wollen uns wohlwollend wahrgenommen wissen.  In der täglichen Begegnung mit unseren Klienten ist mir dieser Gesichtspunkt von zentraler Bedeutung. Meist schon viel zu lange tragen unsere Klienten unter anderem Zurückweisungen und Demütigungen mit sich.
Wir alle wissen, wie man auf dauernde Zurückweisung und Demütigung reagiert: wir werden zutiefst beschämt.

“ Warum trinkst du “, fragte der Kleine Prinz den Säufer. “Weil ich mich schäme.“  “Warum schämst du dich“, fragte der Kleine Prinz. “Weil ich saufe.“

Dieses Schamgefühl wird oft im Alkohol ertränkt. Wie wir alle wissen, ist das nur ein teuer erkaufter Scheinfriede.

Kreativität, intrinsische Motivation, die Möglichkeit zu schöpferischer Entfaltung und noch vieles mehr speisen das Kohärenzgefühl. Deshalb ist es so wichtig für unsere Klienten diese positiven Erfahrungen auch wenn sie spät kommen, zu machen. Das entgegengebrachte Vertrauen unserer Klienten stärkt mich auch weiterhin, mit ganzer Kraft und Freude für sie da zu sein. 

Therapeutisches Angebot - Markus Ruppnig
19.03.2015
Bewegungsempfehlungen des Fonds Gesundes Österreich (für Erwachsene)

Die Sporttherapie der AGIL-Sozialpädagogik GmbH zielt darauf ab, den Bewegungsempfehlungen des Fonds Gesundes Österreich nachzukommen und die Klienten diesbezüglich zu motivieren. Erwachsene sollten jede Gelegenheit nutzen, körperlich aktiv zu sein. Aus diesem Grund wird in diesem Beitrag ein Auszug aus den Österreichischen Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung für Erwachsene zitiert.

 

Mit Bewegung sind körperliche Aktivitäten gemeint, bei denen große Muskelgruppen beteiligt sind.  Bei einem Bewegungsumfang von mehr als 300 Minuten Bewegung pro Woche steigt der gesundheitliche Nutzen weiter an, z.B. reduziert sich das Risiko, vorzeitig zu sterben. Der zusätzliche Nutzen lässt sich jedoch mit geringerer Gewissheit abschätzen und wird zusehends kleiner. Für jene Erwachsene, welche die Mindestempfehlungen noch nicht erfüllen, ist der Wechsel vom Zustand „körperlich inaktiv“ zum Zustand „geringfügig körperlich aktiv“ ein wichtiger erster Schritt.

 

Um die Gesundheit zu fördern und aufrecht zu erhalten

  • sollten Erwachsene mindestens 150 Minuten (2 ½ Stunden) pro Woche Bewegung mit mittlerer Intensität oder 75 Minuten (1 Stunde 15 Minuten) pro Woche Bewegung mit höherer Intensität oder eine entsprechende Kombination aus Bewegung mit mittlerer und höherer Intensität durchfuhren. Idealerweise sollte die Aktivität auf möglichst viele Tage der Woche verteilt werden. Jede Einheit sollte mindestens zehn Minuten durchgehend dauern.
  • sollten Erwachsene – für einen zusätzlichen und weiter reichenden gesundheitlichen Nutzen – eine Erhöhung des Bewegungsumfanges auf 300 Minuten (5 Stunden) pro Woche Bewegung mit mittlerer Intensität oder 150 Minuten (2 ½ Stunden) pro Woche Bewegung mit höherer Intensität oder eine entsprechende Kombination aus Bewegung mit mittlerer und höherer Intensität anstreben.
  • sollten Erwachsene an zwei oder mehr Tagen der Woche Muskel kräftigende Bewegungen mit mittlerer oder höherer Intensität durchfuhren, bei denen alle großen Muskelgruppen beansprucht werden.


Definitionen wichtiger Begriffe
 

  • Mittlere Intensität bedeutet, dass während der Bewegung noch gesprochen, aber nicht mehr gesungen werden kann.  
  • Höhere Intensität bedeutet, dass nur noch kurze Wortwechsel möglich sind. 
  • Mit muskelkräftigender Bewegung sind körperliche Aktivitäten gemeint, bei denen das eigene Körpergewicht (z.B. Liegestütz), Gewichte (z.B. Hanteln, Kraftmaschinen, Tragen eines schweren Rucksackes) oder andere Hilfsmittel (z.B. Thera-Band) als Widerstand eingesetzt werden. 

Um die Bewegungsempfehlungen zu erfüllen, können Bewegungseinheiten mit mittlerer und höherer Intensität zusammengezählt werden. Wenn man Bewegung mit höherer Intensität oder eine Kombination von Bewegung mit mittlerer und höherer Intensität ausführt, benötigt man weniger Zeit, um die Mindestempfehlungen zu erreichen, als wenn man ausschließlich Bewegung mit mittlerer Intensität betreibt. Es kann die Faustregel angewendet werden, dass 20 Minuten Bewegung mit mittlerer Intensität gleich viel zählt wie zehn Minuten Bewegung mit höherer Intensität. In der folgenden Tabelle sind beispielhaft körperliche Aktivitäten mit mittlerer und höherer Intensität aufgelistet.

Bewegung mit mittlerer Intensität

Bewegung mit höherer Intensität

Zügiges Gehen

Joggen oder Laufen

Gartenarbeit

Skilanglauf

Nordic Walking

Radfahren (19 – 25kmh: rund 3 min/ km)

Wassergymnastik

Bergwandern

Wandern

Herz-Kreislauftraining an Fitnessgeräten

Tanzen

Schwimmen

Tab.1   Beispiele für körperliche Aktivitäten mit mittlerer und höherer Intensität

Muskelkräftigende Bewegungen
Es gibt keinen speziellen Zeitrahmen für die Muskel kräftigenden Übungen, jedoch sollten sie so durchgeführt werden, dass nach der letzten Wiederholung keine weitere ohne Hilfe möglich ist. Bei einem Gewichtstraining ist ein Satz von 8–12 Wiederholungen wirksam, wobei eine darüber hinaus gehende Wiederholung kaum noch möglich sein sollte. Es wird also eine weitestgehende Ausschöpfung der muskulären Speicher innerhalb von 8–12 Wiederholungen angestrebt. Nach jeweils einer kurzen Pause von 2–3 Minuten kann diese Serie 2–3-mal wiederholt werden. Bei Nichterreichung der Wiederholungszahl sollte das Gewicht reduziert werden.

Österreichische Empfehlungen für gesundheitswirksame Bewegung, Band Nr. 8 aus der Reihe WISSEN, S. 33 – 36, Wien (2012);  Download unter www.fgoe.org

Therapeutisches Angebot - Dorothee Hülser
09.03.2015
Traumafolgestörungen

Traumafolgestörungen schlagen sich in Form von verschiedensten psychischen Beschwerden nieder und reichen von Angst, Depression, massivem Misstrauen, sozialem Rückzug, Intrusionen, Flashbacks (plötzliches und heftiges Wiedererleben), Übererregung bis hin zu Störungen der Affektregulation, dissoziativen Symptomen, Störung der Selbstwahrnehmung, Störungen der Sexualität und Beziehungsgestaltung, somatoformen Körperbeschwerden und Veränderungen hinsichtlich der persönlichen Glaubens- und Wertvorstellungen, Realitätsverlust und Persönlichkeitsveränderungen, um nur einige zu nennen.

Traumafolgestörungen gibt es bereits seit Bestehen der Menschheit allerdings wurden sie lange nicht als solche erkannt, geschweige denn behandelt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen einzelne Forscher sich genauer mit einzelnen ungewöhnlichen Reaktionen von Patienten auseinander zu setzen. So beschäftigte sich Freud genauer mit den „Hysterien“ und entdeckte deutliche Zusammenhänge zwischen sexuellem Missbrauch in der Kindheit und den beobachteten Auswirkungen. Allerdings war er mit diesen Erkenntnissen seiner Zeit voraus und die öffentliche Auseinandersetzung mit solchen gesellschaftlichen Tabuthemen brachte ihm klare Ablehnung ein. Janet befasste sich eingehend mit den Folgeschäden der heimkehrenden Soldaten aus dem 1. Weltkrieg und zahlreiche Forschungen der vergangenen Jahrzehnte haben zu einem neuen und differenzierten Verständnis von Traumafolgestörungen und deren Behandlung geführt.                       

Heute weiß man dass nicht nur das erfolgte Trauma zu einer entsprechender Symptomatik führt, sondern das diese Symptomatik auch als eine Anpassungsstrategie und kompensatorische Bewältigung bei vorliegenden Regulationsdefiziten zu verstehen ist, die sowohl die Folge eines Monotraumas als auch von traumatisierenden Beziehungserfahrungen ist.                                           
Für Betroffene erscheint nach einer Traumatisierung die Umwelt meist nicht mehr sicher und sie befürchten stets unvorhersehbare Gefahren. Zudem erleben sie sich meist inkompetent und unsicher und vor allem wird ihnen bewusst, dass sie ihre eigenen Affekte nicht mehr gut steuern und kontrollieren können. Sie erleben Intrusionen und quälende Albträume denen sie oft hilflos ausgeliefert sind, was zur Folge hat dass sie zusehends Angst vor dem Einschlafen haben und oft nicht durchschlafen können. In der Folge wird die Spirale von Ängsten, Misstrauen und Rückzug größer, was zu noch mehr Kontakt- und Beziehungsproblemen führt und schließlich so viele Lebensbereiche betrifft, dass es zur Ausbildung schwerer psychischer Erkrankungen kommen kann, wie etwa einer Persönlichkeitsstörung, z.B. einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. 

Die amerikanische Traumaforscherin Judith Herman etwa war der Ansicht, dass jede Borderline-Persönlichkeitsstörung im Grunde eine Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung ist.                        

„Die aktuellen Klassifizierungssysteme wie ICD-10 (Dilling u. Freyberger 2006) und DSM-IV (Saß et al. 2003) beschreiben die Posttraumatische Belastungsstörung als Folge einer Traumatisierung existentiellen Ausmaßes, sie unterscheidet jedoch nicht zwischen den Folgen singulärer und wiederholter, sequentieller Traumatisierung. Die Kriterien differenzieren lediglich zwischen akuter und verzögert aufgetretener Symptomatik. Die Art des krankheitsauslösenden Ereignisses wird in die Beurteilung nicht einbezogen.“ (Schellong in Komplexe Traumafolgestörungen, 2013)        

Daher hat sich die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie intensiv mit der genaueren Differenzierung der PTBS auseinandergesetzt und die folgende genauere Typisierung von Traumafolgestörungen vorgeschlagen:             

„Typ I: Einfache PTBS mit den Symptomen Intrusion (Flashbackerlebnisse), Vermeidungsverhalten und/oder Numbing (Gefühl des Betäubtseins), Hyperarousel (Vegetative Symptomatik, Albträume, Schreckhaftigkeit)

Typ II: PTBS oder partielle PTBS „plus“ traumakompensatorische Symptomatik, mit den Symptomen wie bei Typ I „plus“ weitere psychische Erkrankungen wie z.B. Angst, Depression, Somatisierung, Abhängigkeitserkrankungen, Depersonalisation/Derealisation, Phobien, Zwangssymptome, sonstige kompensatorische Symptome kommen hinzu.    

Typ III: PTBS oder partielle PTBS „plus“ persönlichkeitsprägende Symptomatik, mit den Symptomen wie bei Typ II „plus“ schwere emotionale Instabilität mit vorwiegend expansiven Reaktionsmustern die dem impulsiven Verhalten von Borderlinepatienten recht nahe kommt, aber auch internalisierende Persönlichkeitsmerkmale mit negativer und sozialphobischer bzw. dissoziativer Symptomatik, Bindungs- bzw. Beziehungsstörungen, verändertes Selbst- und Weltbild, meist begleitet von somatoformen Körperbeschwerden.

Typ IV: PTBS oder partielle PTBS „plus“ komplexe dissoziative Symptomatik, mit den Symptomen wie bei Typ III „plus“ Amnesien, Teilidentitätsstörungen, Identitätswechsel.“ (Schellong in Komplexe Traumafolgestörungen, 2013).

In der therapeutischen Arbeit hier im Therapiezentrum Saualpe sind bei 60 % der Klienten deutliche Traumafolgestörungen ersichtlich. Diese Klienten bedürfen einer besonders langen Stabilisierungsphase sowie engmaschiger psychiatrischer Kontrolle. In weiterer Folge sind die Auseinandersetzung mit den erlittenen Traumata und die anschließende Reintegration unumgänglich. Dies ist bei Klienten mit Traumafolgestörungen aus psychotherapeutischer Grundvoraussetzung zur positiven Absolvierung der Suchttherapie.

Therapeutisches Angebot - Sandra Terkl
16.02.2015
Besondere Herausforderungen in den GruppentherapienBesondere Herausforderungen in den Gruppentherapien
Besondere Herausforderungen in den GruppentherapienBesondere Herausforderungen in den Gruppentherapien

Gruppenangebote sind ein bereicherndes Element in der psychosozialen Arbeit und wegen ihrer positiven Effekte auch  nicht mehr wegzudenken. Gruppensettings stellen eine wirksame Methode dar, um Klienten in ihrem Veränderungsprozess zu unterstützen.   

Die in der Agil-Sozialpädagogik zu betreuenden Klienten befinden  sich in unterschiedlichen Stadien ihrer Erkrankung.  Manche verfügen über viel Therapieerfahrung und sind Experten für ihr Krankheitsbild, andere hingegen befinden sich erstmalig auf Therapie, haben wenig Wissen über die Erkrankung. Einigen Klienten fällt es schwer in Interaktion zu treten oder gar aktiv und motiviert mit anderen zu arbeiten. Hier ist es meine Aufgabe als Gruppenleiterin, die Gruppenmitglieder behutsam in ein Miteinander zu bringen. In diesem Miteinander wird von mir auf gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung sowie das soziale Lernen besonderes Augenmerk gelegt. Durch diese empathische,  offene  Haltung unseren Klienten gegenüber und dem geschützten Rahmen des Gruppensettings kann Beziehungsarbeit wieder gelingen. 

In unserem Therapiezentrum Eisenhut, in dem 28 Klienten und Klientinnen tagtäglich aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu diversen Konflikten. In solch einem Kontext ist vieles nicht vorhersehbar und es stellt für den Gruppenleiter eine besondere Herausforderung dar. Diese gilt es in einem Gruppensetting so zu bearbeiten, sodass es nicht zu weiteren gegenseitigen Vorwürfen und Anschuldigungen kommt. Eine Deeskalation steht hier im Mittelpunkt. Dazu werden von mir im Vorfeld Kommunikationsregeln (Ich-Botschaften, aktives Zuhören etc.) aufgestellt und im direkten Geschehen au f deren Einhaltung beharrt. 

Manche Gruppeneinheiten sind durch ein bestimmtes  Thema alleine dazu prädestiniert, große Betroffenheit hervorzurufen. So berichteten mir Klienten, dass der Austausch mit den anderen Gruppenmitgliedern sie emotional sehr mitgenommen hat. Hierbei ist es wichtig einen positiven Abschluss zu finden, indem man Hoffnung und Stärkung vermittelt. 

Wie bereits erwähnt, ist nicht jedes Ereignis vorhersehbar. Daher bereite ich mich auf alle Gruppen mittels der folgenden Fragen vor: 

- Welche Themen will ich bearbeiten und welche Reaktionen können diese hervorrufen? 

- Wie gehe ich mit dominierendem Verhalten oder Rückzugsverhalten bei Klienten um?

- Wie steigere ich die Selbstreflexionsfähigkeit der Klienten? 

- Wie gehe ich mit Widerstand und Aggression vor? 

- Welche Regeln gelten in der Gruppe?

- Wo sind meine eigenen Grenzen? 

Summa summarum besteht für mich eine erfolgreiche Gruppenarbeit darin, dass in einem gelungenen Miteinander der Klienten, die sich selbstreflektiert über spezielle Themenbereiche diskutieren und dabei auch Spaß haben.  

Stich, Monika (2013): Basiswissen: Patientengruppen erfolgreich leiten. 1. Aufl., Psychiatrie Verlag GmbH, Köln. 

Wissenswertes - Christina Lora-Turteltaube
02.02.2015
Soziale Netzwerkarbeit in der Agil-Sozialpädagogik GmbH

In der Arbeit mit Suchtpatienten reichen beratende Interventionen bzw. Beratungsgespräche im klassischen Sinne oftmals nicht aus, wodurch Interventionen im sozialen Netzwerk erforderlich sind. Die Methode der Sozialen Netzwerkarbeit ist in bestimmten Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit von besonderer Bedeutung. Innerhalb der beiden Therapiezentren Eisenhut und Saualpe der Agil-Sozialpädagogik GmbH kommt diese Methode bei alkohol- und medikamentenabhängigen Menschen zur Anwendung.

Die Gestaltung von Netzwerken bildet eine wichtige Ergänzung zur sozialen Einzelfallhilfe. Im Bereich der sozialen Netzwerkarbeit wird zwischen persönlichem und institutionellem Umfeld unterschieden:
Seitens der Sozialarbeit werden bei Bedarf Angehörigengespräche (Aufklärung, Informationsvermittlung bezüglich finanziellen, behördlichen und Wohnungsangelegenheiten) angeboten. Des Weiteren bilden Institutionen wichtige Bausteine in der psycho-sozialen Versorgung. Im Speziellen für unsere Klienten zählen dazu: ambulante - (Alkohol- und Drogenberatungsstellen, Ärzte, und Psychotherapeuten) sowie stationäre - (andere Therapieeinrichtungen, Krankenhäuser und Kliniken und betreute Wohneinrichtungen) und weitere Einrichtungen wie Ämter und Behörden. Unsere Tätigkeit  hierbei umfasst die Koordination eines auf die individuelle Problemlage bzw. belastende Lebenssituation angeglichenen Unterstützungsnetzwerkes abgestimmt auf den jeweiligen Bedarf der einzelnen Klienten.

Die wichtigsten Ansprechpartner im Rahmen der Therapie bilden die Sozialabteilungen der zuständigen Ämter der Landesregierungen, Magistrate und Bezirkshauptmannschaften aus den sechs verschiedenen Bundesländern (Kärnten, Tirol, Salzburg, Burgenland, Steiermark und Oberösterreich). Die Kontaktaufnahme sowie  dessen Aufrechterhaltung erfolgen sowohl zur Klärung der Kostentragung als auch zu jener der Taschengeld- und Krankenversicherungsschutzsituation. Des Weiteren wird seitens der Sozialarbeit der Kontakt zu den vorbetreuenden und nachbetreuenden stationären bzw. ambulanten Einrichtungen hergestellt. Von besonderer Bedeutung in der Arbeit mit den Klienten ist ebenfalls die Vernetzung mit Gläubigern, Bezirksgerichten, Bewährungshelfern, Sachwaltern, da belastende Lebenssituationen oftmals mit finanziellen und behördlichen Angelegenheiten in Verbindung stehen.

Die Sozialarbeiterinnen der Therapiezentren Eisenhut und Saualpe betreuen daher nicht nur Klienten mit unterschiedlichen sozialen Backgrounds und individuellen Problemlagen, sondern stehen tagtäglich in Kontakt mit Personen unterschiedlichster Institutionen und Organisationen. Dies macht ihren bereits komplexen Tätigkeitsbereich noch umfangreicher. 
Ohne diese Vernetzung wäre die Arbeit mit und für die  Klienten nicht möglich und vor allem nicht hilfreich.

Pauls Helmut, Klinische Sozialarbeit. Grundlagern und Methoden psychosozialer Behandlung. 3. Auflage 2013

Therapeutisches Angebot - Mateja Tschom Sifrar
20.01.2015
BiokybernetikBiokybernetik
BiokybernetikBiokybernetik

Bei der Biokybernetik handelt es sich um eine leichte Methode zur Lockerung von Körperverspannungen und Gewichtsbalance gesunder Menschen. Diese stellt keine herkömmliche Therapie dar, sondern ist eine perfekte Ergänzung zu Wellness und Ganzheitsmethoden für die Gesundheit.

„Biokybernetik ist ein ganzheitlicher Heilungsweg mittels vernetzter körpereigener Regelkreise und stellt vor allem die natürlichen Lebensfunktionen des Menschen am funktionell physikalischen Ansatz wieder her. Biokybernetik arbeitet über „Bedienfelder an der Hautoberfläche.“ Verwendet wird dazu eine speziell ausgelegte Spitze, die auch feine Mikrobereiche aktivieren kann. Gerade über diese feinsten Strukturen werden Wirkungen der Selbstheilung erreicht, die bisher nicht für möglich gehalten würden.“ Zitat: Biokybernetik Dr. Jan Gerhard Smit, Dresden.

Die therapeutische  Anwendung von Biokybernetik bleibt allein heilberechtigen und zertifizierten Therapeuten, sowie Ärzten vorbehalten.

Mit Biokybernetik  kann man sowohl akute wie auch chronische Schmerzen behandeln, so zum Beispiel Kreuzschmerzen, Kopfschmerzen, Migräneanfall, Ischias Schmerzen, Menstruationsbeschwerden usw.

Weiters ist es möglich, dass man Organfunktionen (Bsp.: Nieren, Leber, Darm) über die Haut  positiv beeinflusst. 

Im Zuge der sogenannten „Biokybernetischen Gewichtsbalance“ werden durch ein ausführliches Gespräch   gestörte Regelsysteme geortet und diagnostiziert. Im Anschluss kommt es zur Aktivierung des gehemmten Energieflusses mittels Berührung durch eine spezielle Stiftspitze auf bestimmte Reflexpunkte. Um eine erfolgreiche Behandlung zu erzielen, sollten diese Punkte mindestens 1x täglich in Gang gebracht werden.

In der Arbeit mit unserer Klientel fällt auf, dass es oft zu einer Suchtverlagerung auf Süßigkeiten kommt. Somit handelt es sich nicht mehr um ein reales Hungergefühl, wodurch es zu enormen Gewichtszunahmen und gestörter Darmfunktion kommt.

Mittels der Biokybernetik gelingt es, das normale Sättigungsgefühl der Klienten erneut herzustellen, die Nahrungsaufnahme zu regulieren und die Darmfunktion gesundet wieder. Der Betroffene kann zukünftig  alles zu sich nehmen, wozu er Appetit hat.

Auch für Kopfschmerzen oder Migräneattacken wird bei uns die sogenannte „Kraniobehandlung“ angewandt. Diese führt zu Entspannung und die Beschwerden nehmen innerhalb kürzester Zeit ab.

Dies sind nur einige wenige Anwendungsmöglichkeiten der Biokybernetik, um einen kleinen Einblick in das enorme Behandlungsrepertoire zu geben.

Im Therapiezentrum Eisenhut wird diese Art der Behandlung bedarfsorientiert in Absprache mit dem zuständigen Hausarzt und Psychiater angewendet und findet hier aufgrund der schnellen positiven Wirkung großen Anklang.

Literatur: 

  • Flemming: „Die Methode Dorn“
  • Hempen: „dtv-Atlas Akupunktur“
  • Marquardt: „ Reflexzonenarbeit am Fuß“
Therapeutisches Angebot - Michaela Muschet
12.01.2015
Das geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der Ergotherapie
Das geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der ErgotherapieDas geht unter die Haut – Lederarbeiten in der Ergotherapie

Der Ruf, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten seien „Basteltanten“ bzw. „Bastelonkel“ hält sich hartnäckig. Nur wenige sehen den weitreichenden Hintergrund. Handwerkliche und kreative Techniken sind zielgerichtete Aktivitäten, die durch Clinical Reasoning und Aktivitätsanalyse auf die Ressourcen und Defizite des Klienten abgestimmt werden. Somit kann in der Agil-Sozialpädagogik für die Zeit nach der Therapie ein essentieller Grundstein für das Wiederaufnehmen von Betätigungen gelegt werden. Handwerk ist also ein Mittel, ein Medium, das sich, als solches eingesetzt, hervorragend zur Erreichung therapeutischer Ziele nutzen lässt.

Die vorherrschenden Techniken bzw. Materialien (sowohl in Ausbildung als auch in der Praxis) sind Ton, Speckstein, Holz, Seidenmalerei und Korbflechten.

Das Arbeiten mit Leder ist eine Technik, die kaum genutzt zu werden scheint. Seit nun einem Jahr, arbeite ich als Ergotherapeutin im Therapiezentrum Saualpe. Als ich die Klienten fragte, wer Interesse hätte, mit Leder zu arbeiten, meldeten sich 2 von 21. Mittlerweile gibt es kaum einen Klienten, der nicht zumindest ein Werkstück aus Leder angefertigt hat.

Nun zur Technik:

Wir arbeiten mit pflanzlich gegerbten Tierhäuten (Büffel, Rind, Schaf) sogenanntem Blankleder. Für die Technik des „Punzierens“, also dem Prägen von Leder mithilfe kleiner Metallstempel eignet sich ausschließlich Blankleder, da es die für das Prägen erforderliche Feuchtigkeit aufnimmt. Die Palette an Werkstücken reicht von Schlüsselanhängern, Armbändern über Handytaschen, Buchhüllen bis hin zu Zigarettenetuis, Untersetzern und Gürteln. Leder ist ein sehr geduldiges Material und ist so besonders für Klienten mit niedriger Frustrationstoleranz geeignet. Die Bearbeitung von Leder fördert motorische und kognitive Fertigkeiten, sowie die Handlungsplanung.

Die fertigen Werkstücke haben für die Klienten in unserem Therapiezentrum einen funktionellen Wert, da es sich zumeist um Gebrauchsgegenstände handelt. Besonders bei unserer männlichen Klientel findet diese Technik großen Anklang. Ein positives Feedback konnte jedoch auch im Rahmen eines Lederprojektes im Therapiezentrum Eisenhut von Klientinnen eingeholt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Lederarbeiten ein hervorragendes Medium darstellt und ein voller Erfolg sowie eine wahre Innovation in der Ergotherapie im Therapiezentrum Saualpe darstellt.

Wissenswertes -
19.12.2014
Das Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur Kochen
Das Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur KochenDas Essen genießen - mehr als nur Kochen

Der Umstand, dass viele Krankheiten durch eine fehlerhafte, einseitige oder zu üppige  Ernährung hervorgerufen werden, ist längstens bekannt. 

Auch jahrelanger, regelmäßiger Alkoholkonsum, wie es unsere Klienten praktizierten, begünstigt das Auftreten körperlicher Folgeerkrankungen.

Daher trägt der Koch in der Agil-Sozialpädagogik bei der Speisenzubereitung eine große Mitverantwortung für den allgemeinen Gesundheitszustand der Klienten. 

Eine große Herausforderung bei der Speisenzubereitung besteht darin, etwaige alkoholbedingte Erkrankungen zu berücksichtigen. Es verlangt vom Koch, dass er die Grundsätze der Ernährungslehre kennt und diese auch entsprechend anwendet.

Bei der Tätigkeit als Koch und auch immer öfter als Ernährungscoach, stelle ich mich täglich neuen Herausforderungen in Bezug auf die Menüzusammenstellung.

Nachstehend halte ich einige Anforderung an eine gute Ernährung fest, an denen wir uns in der Küche unseres Therapiezentrums täglich orientieren: 

Eine gute Ernährung bzw. eine gesunde Kost:

- ist gut in der Zusammensetzung
- ist gut in der Zubereitung
- ist gut im Geschmack
- bedeutet regelmäßige und dem Bedarf angepasste Nahrungsaufnahme
- ist abwechselnd in der Wahl der Lebensmittel
- umfasst Vollkornprodukte, Obst und Gemüse
- beinhaltet wenig Kochsalz
- bedeutet maßhalten mit Fett, auch mit verstecktem Fett
- bedeutet das Vermeiden von Zucker und Süßigkeiten
- wird nährstoffschonendzubereitet
- steht auch in Zusammenhang mit Genuss

Eine große Schwierigkeit in meiner täglichen Arbeit liegt darin, dass die Einhaltung bzw. Umsetzung dieser Ernährungsgrundsätze zumeist mit einem hohen Maß an Überzeugungsarbeit gegenüber unseren Klienten verbunden ist. 

Nur die wenigsten unserer Klienten sind bei Therapieantritt mit ernährungsphysiologischen Hintergründen vertraut, erschwerend dazu kommt, dass das Eigeninteresse an gesunder Ernährung nur kaum vorhanden ist. Nur durch umfassende Aufklärungsarbeit gemeinsam mit unserer Ernährungsmedizinerin wird es langsam möglich, bei den Klienten ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung zu schaffen.

Unter Berücksichtigung der durch den Alkoholkonsum zugrunde liegenden Erkrankungen kommen bei uns folgende Kostformen zur Anwendung: 

- Reduktionskost 
- Fettstoffwechselernährung,
- Schonkost 
- Trennkost
- vegetarische und vegane Ernährung
- purinarme Kost 
- Vollkost

Bei uns im Therapiezentrum Saualpe wird bei der Speisenzubereitung täglich auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung geachtet, die aber gleichzeitig auch schmackhaft und bekömmlich ist. 

Diese Aspekte werden bei uns natürlich auch bei besonderen, feierlichen Anlässen berücksichtigt, wie z.B.bei der Vorbereitung des Buffets für unsere diesjährige Weihnachtsfeier. 

Durch die  tatkräftige Unterstützung unserer Klienten war auch das heurige Weihnachtsbeisammensein–nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Speisen- wieder ein wahres Highlight für Klienten und Teammitglieder und  einmal mehr zeigte sich, dass auch gesunde Speisen lecker schmecken können.

Therapeutisches Angebot - Markus Ruppnig
02.12.2014
Steigerung der Körperwahrnehmung durch KoordinationstrainingSteigerung der Körperwahrnehmung durch Koordinationstraining
Steigerung der Körperwahrnehmung durch KoordinationstrainingSteigerung der Körperwahrnehmung durch Koordinationstraining

Der Einfluss des sportlichen Bewegungstrainings in der AGIL- Sozialpädagogik hat neben der positiven physiologischen Wirkung, auch auf die körperliche Selbstwahrnehmung und die Psyche einen positiven Effekt. Durch regelmäßiges Training und Durchführung verschiedener Sportarten bzw. Sportspiele, erfahren die Klienten ein neues Körperbewusstsein und können sich dadurch körperlich und sozial ausdauernd verhalten, lernen ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen besser kennen und auch einschätzen. Dies wiederum hebt auch das Selbstwertgefühl eines jeden Einzelnen.

Eine der Trainingsformen, die der Verbesserung der Körperwahrnehmung dient, ist das Koordinationstraining. Die koordinativen Fähigkeiten werden in Situationen benötigt, die ein schnelles und zielgerichtetes Handeln verlangen und dienen beispielsweise der Unfallprophylaxe (zur Vermeidung von Kollisionen, Stürzen etc.) (Weineck, 2002, S. 537). Durch zwei Regelkreise werden diese Bewegungen zentralnervös gesteuert und geregelt. Im inneren Regelkreis sind es die kinästhetischen , statisch- dynamischen und taktilen  Informationen, die dem Zentralnervensystem zugeleitet bzw. von diesem abgeleitet werden, und im äußeren Regelkreis sind es die visuellen und akustischen Informationen.

Mit Hilfe  koordinativer Trainingsformen können Bewegungen des Alltages aber auch im Sport ökonomisch gelöst werden. 
Die sieben koordinativen Fähigkeiten werden folgend kurz erläutert (Weineck, 2002, S. 539 - 543):

Differenzierungsfähigkeit
Darunter wird die Fähigkeit zum Erreichen einer hohen Feinabstimmung einzelner Bewegungsphasen und Teilkörperbewegungen, die in großer Bewegungsgenauigkeit und Bewegungsökonomie zum Ausdruck kommt, verstanden.

Kopplungsfähigkeit
Das ist die Fähigkeit, Teilkörperbewegungen untereinander und in Beziehung zu der auf ein bestimmtes Handlungsziel gerichteten Gesamtkörperbewegung räumlich, zeitlich und dynamisch zweckmäßig aufeinander abzustimmen.

Reaktionsfähigkeit
Ist die schnelle Einleitung und Ausführung zweckmäßiger motorischer Aktionen auf mehr oder weniger komplizierte Signale. Diese Signale können akustischen, optischen, taktilen oder kinästhetischen Ursprungs sein.

Orientierungsfähigkeit
Dient  zur Bestimmung und zieladäquaten Veränderung der Lage und Bewegung des Körpers in Raum und Zeit bezogen auf ein definiertes Aktionsfeld (z.B. Fußballfeld) und / oder ein sich bewegendes Objekt (z. B. Ball,  Mitspielerin bzw. Mitspieler). 

Gleichgewichtsfähigkeit
Per Definition wird unter der Gleichgewichtsfähigkeit die Fähigkeit verstanden, die den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand hält oder während und nach umfangreichen Körperverlagerungen diesen Zustand beibehält bzw. wiederherstellt.

Rhythmisierungsfähigkeit
Einen von außen vorgegebenen Rhythmus erfassen und motorisch reproduzieren sowie den „verinnerlichten“, in der eigenen Vorstellung existierenden Rhythmus einer Bewegung in der eigenen Bewegungstätigkeit zu realisieren. Diese Wahrnehmung ist vor allem von akustischen oder visuellen Rhythmen beeinflusst (z.B. Musik im Eiskunstlauf oder Bewegungsbild des Partners im Paarlauf).

Umstellungsfähigkeit
Ist die Fähigkeit, die während des Handlungsvollzuges auf der Grundlage wahrgenommener oder vorauszusehender Situationsveränderungen, das Handlungsprogramm den neuen Gegebenheiten anzupassen und motorisch umzusetzen oder es durch ein situationsadäquateres zu ersetzen und damit die Handlung auf völlig andere Weise fortzusetzen.

Bewegungsempfinden
oberflächliche Wahrnehmung

Therapeutisches Angebot - Siegrun Gutschi
24.11.2014
Meine Tätigkeit als DGKS im Therapiezentrum EisenhutMeine Tätigkeit als DGKS im Therapiezentrum EisenhutMeine Tätigkeit als DGKS im Therapiezentrum Eisenhut
Meine Tätigkeit als DGKS im Therapiezentrum EisenhutMeine Tätigkeit als DGKS im Therapiezentrum EisenhutMeine Tätigkeit als DGKS im Therapiezentrum Eisenhut

Der Aufgabenbereich einer diplomierten Gesundheits- und Krankenschwester im Therapiezentrum Eisenhut ist breit gefächert und interessant. Durch das vermehrte Auftreten von Zusatzerkrankungen, wie z.B. insulinpflichtige Diabetes Mellitus, rheumatische Erkrankungen, Multiple Sklerose, Psoriasis, Hauterkrankungen oder Augenerkrankungen, stellt diese Arbeit auch eine extreme Herausforderung für das gesamte Personal im Haus dar, weil in den meisten Fällen Therapien verordnet werden. An der Tagesordnung stehen  u.a. Blutzuckerkontrollen, Blutdruckmessungen, Gewichtskontrollen und Körpermessungen ebenso Einreibungen, Verbände anlegen, Bestrahlungstherapien, Inhalationen usw.

Zur Tätigkeit einer DGKS gehört neben der Verabreichung der durch den Arzt verordneten Medikamente (dem richtigen Klienten, das richtige Arzneimittel, in der richtigen Dosierung, in richtiger Verabreichungsform, zum richtigen Zeitpunkt = 5 R-Prinzip) auch die Ausarbeitung der im Haus stattfindenden kontinuierlichen Visiten. Weiters zählen die Bestellung der Medikamente und Zuordnung zum jeweiligen Klienten, Terminfixierungen mit Fachärzten und/oder Krankenhäusern wie auch die Begleitung derjenigen zu diesen Terminen zu meinem Aufgabenbereich.  

 Eine Herausforderung besteht auch darin, dass in unserer Einrichtung Klienten aus allen sozialen Schichten vertreten sind. Täglich werden Gespräche geführt – das heißt zuhören und zwischen den Zeilen „hören“, die Klienten unterstützen, motivieren, begleiten, körperliche und seelische Probleme bemerken und an das  Team weiterleiten, welches sich aus Fachärzten, Therapeuten, der Sozialarbeiterin, Betreuern und dem Pflegepersonal zusammensetzt. Neben der wöchentlich stattfindenden psychiatrischen Verlaufskontrolle findet der Austausch innerhalb des Teams täglich statt. 

Hierbei zu erwähnen ist, dass wir von einem ortsansässigen, praktischen Arzt betreut werden, der nicht nur die notwendigen Blutabnahmen durchführt, sondern auch über eine Hausapotheke verfügt. Dieser führt auch wöchentliche Visiten im Therapiezentrum durch, bei denen die Diplomkrankenschwester anwesend und für die medizinische Dokumentation verantwortlich ist.

Nachdem ich neben meiner Funktion als diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester auch als Betreuerin tätig bin, unterstütze ich die Klienten bei der Umsetzung und Einhaltung der Hausordnung und achtet auf einen gepflegten und sauberen Ist-Zustand sowie eine positive Stimmung im Haus. Gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, sportliche Aktivitäten, der Besuch von kulturellen Veranstaltungen etc. werden von den Klienten gerne in Anspruch genommen.

Um eine optimale Qualitätssicherung und Transparenz zu gewährleisten, ist die Dokumentation aller Tätigkeiten und Maßnahmen notwendig. Dadurch werden auch die gute Zusammenarbeit und der Austausch innerhalb des Teams gefördert. 

Nach nunmehr 6 Monaten Mitarbeit im Therapiezentrum Eisenhut kann ich sagen, dass meine beruflichen Erwartungen voll erfüllt wurden. Es ist die Summe der vielfältigen Aufgabengebiete gepaart mit der Zusammenarbeit mit einem multiprofessionellen Team, wodurch ich auch nach jahrelanger Erfahrung im Pflegebereich noch dazulernen kann.

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14