Erfahrungsberichte - Michaela Wieser
01.09.2015
Auf zu neuen HöhenAuf zu neuen Höhen
Auf zu neuen HöhenAuf zu neuen Höhen

Fast acht Monate, die gesamte Dauer der Therapie, sind absolviert. Zeit also, über meinen Aufenthalt im Therapiezentrum Saualpe ein paar Zeilen zu schreiben.

Acht Monate, das klingt viel, noch dazu auf über 1500 m Seehöhe mitten in der Botanik, keinerlei Ablenkung rund herum.

Wie soll ich diesen langen Zeitraum durchstehen, wie die lange Zeit sinnvoll ausfüllen, das denkt sich wohl jeder, der seinen Aufenthalt hier antritt.

Die ersten Wochen im Therapiezentrum waren wie Urlaub für mich, kein Wunder nach dem, wie mir mein Leben vorher entglitten ist. Keine berufliche Perspektive, kein Geld, Scheidung, Trennung von den Kindern, Aufenthalt in der Psychiatrie, danach betreutes Wohnen, die Einsamkeit dort, schließlich der exzessive Griff zur Flasche, die darauf folgenden Depressionen, die mich wiederum in die Psychiatrie führten. Auf Anraten des dortigen Oberarztes unterzog ich mich der Langzeittherapie in der Agil-Sozialpädagogik, um meine Probleme über einen längeren Zeitraum hin aufarbeiten zu können.

Kurzum, die lange Zeit braucht man tatsächlich, die Wochen im Therapiezentrum fliegen vorbei, selbst die Monate, bis man sich aus dem Strudel der scheinbar unlösbaren Probleme wieder in ruhigere Gewässer strampelt.

Unterstützt wird man dabei von einem professionellen Betreuerteam und zahlreichen Therapieangeboten, die zwingend einzuhalten sind. Das ist gut so, schafft eine Tagesstruktur, lässt einem dazwischen aber auch Freiraum und Freizeit, die zu nutzen einem jeden selbst überlassen bleibt. Ich für meinen Teil habe sehr viel gelesen, meinen Kriminalroman fertig geschrieben und mein Kinderbuch illustriert, schöne Wanderungen unternommen, auch sehr viele nette und erbauliche Gespräche mit Mitklienten geführt.

Die Einzelgespräche mit dem mir zugeteilten Psychotherapeuten waren eine große Hilfe für mich, hier werden die Gedanken und Seelenzustände systematisch geordnet, das immer wieder drohende Chaos entwirrt, schrittweise besprochen und professionell aufgearbeitet.

Natürlich verschwinden die Probleme nicht, sie werden jedoch überschau- und bewältigbarer, man geht ruhiger und besonnener an die Dinge heran, selbst beruflich haben sich mir unter der Anleitung der Integrationscoach einige vielversprechende Perspektiven aufgetan.

Ein kurzes Fazit des Aufenthaltes: Man bekommt die Zeit, die es braucht, um wieder auf die Beine zu kommen, gehen muss man dann aber schon selbst, bei den Anfangsschritten wurde einem jedenfalls gehörig unter die Arme gegriffen.

Ein Text von Thomas K.

Neuigkeiten - Markus Ruppnig
17.08.2015
Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015
Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015Sommersportfest 2015

Das Sommersportfest der Agil-Sozialpädagogik GmbH wurde am 8. August dieses Jahres wieder an der Sport- und Freizeitanlage der Gemeinde Glödnitz ausgerichtet. Neben dem sportlichen Aspekt stand  auch das gesellige Beisammensein im Vordergrund. Der Einladung folgten die Klienten der Therapiezentren Eisenhut und Saualpe sowie deren Betreuer und Therapeuten. Ebenso waren Angehörige der Klienten eingeladen und nahmen auch am Sportangebot teil. 

Um 10 Uhr war das traditionelle Fußballspiel zwischen dem TZ Eisenhut und dem TZ Saualpe angesetzt. Besonders erfreulich war auch die Teilnahme von drei weiblichen Mitspielerinnen beim Team des TZ Eisenhut. Gespielt wurden zweimal 20 Minuten. Nach zwei spannenden aber fair geführten Halbzeiten setzte sich das Team des TZ Eisenhut mit 9:7 durch.

Im Anschluss an das Fußballspiel standen zwei weitere Turniere am Programm. Für das Boccia-Turnier meldeten sich 13 Teams zu je zwei Teilnehmern an und für das Tischtennis-Turnier konnten sich 16 Klienten begeistern. 

Beide Turniere wurden in einer Double-Elemination-Round gespielt. Das Double-Elemination-Format unterscheidet sich im Wesentlichen vom einfachen K.-o.-System (single knock-out oder single elimination), dass eine einmalige Niederlage nicht das Ausscheiden aus dem Turnier zur Folge hat. Die Teilnehmer scheiden erst nach der zweiten Niederlage aus dem Turnier aus. 

Das Boccia-Turnier konnte von einer Mixed-Paarung aus dem TZ Eisenhut gewonnen werden, das sich im Finale gegen ein weiteres Team (eine rein weibliche Paarung) knapp durchsetzen konnte. Auch die Plätze drei und vier belegten Mixed-Paarungen aus dem TZ Eisenhut.

Das Tischtennis-Turnier wurde hingegen von den Klienten des TZ Saualpe dominiert. Leider musste dieses Turnier aufgrund einer herannahenden Gewitterfront abgebrochen werden. Dieses Turnier wird neu ausgetragen.

Auch für das leibliche Wohlbefinden wurde gesorgt. Die Köche beider Therapiezentren sorgten mit Gegrilltem, Salaten, Saucen, Kaffee und Kuchen für kulinarische Glanzpunkte und verwöhnten so die Gäste. 

Ein Dank gehört allen Personen ausgesprochen, die bei der Organisation und Durchführung des Sommer-Sportfestes mitgeholfen haben. Auch den geladenen Gästen sei ein Dank ausgesprochen, denn auch sie trugen viel zur positiven Stimmung bei und ließen das Fest zu einem tollen Erfolg werden.

Wissenswertes -
30.07.2015
Beruflicher Wiedereinstieg

Arbeitslosigkeit wird von den Klienten oft als einschneidendes Erlebnis empfunden, das ihnen den Boden unter den Füßen weggezogen hat. 

Lebensperspektive, gesellschaftliches Ansehen, finanzielle Absicherung, Lebenssinn und Lebensstruktur sind durch die meist bereits länger andauernde Arbeitslosigkeit ins Wanken geraten. 

Daher ist nach erfolgreich abgeschlossener Therapie die baldige Rückkehr in das Arbeitsleben sehr oft vorteilhaft. Eine längere Abwesenheit vom Arbeitsmarkt nach Therapieende würde die Rückkehr in den Arbeitsmarkt immer schwieriger machen. Arbeit bedeutet für Klienten, dass der Alltag einen stabilen Rhythmus und Struktur bekommt. Zusätzlich kann das Arbeitsleben zur psychosozialen Stabilisierung beitragen, da das Selbstwertgefühl gestärkt wird, regelmäßige soziale Kontakte ermöglicht und zur gesellschaftlichen Integration beiträgt. 

Die Integrationsphase stellt während des Therapieaufenthaltes  der Klienten, neben den suchttherapeutischen Maßnahmen, einen wichtigen Teil zur Erlangung und Erhaltung der Abstinenz dar. Diese Phase setzt nach 2/3 der Therapiezeit ein und soll die Klienten bei der sozialen und beruflichen Integration nach Therapieende unterstützen.

Während der Integrationsphase ist es wichtig auf eine schrittweise, systematische Vorgehensweise zu achten. Da die Klienten zumeist schon über längere Zeit nicht mehr im Arbeitsprozess integriert waren, würden sie durch den sofortigen Einstieg in den 1. Arbeitsmarkt zumeist rasch massiv überfordert sein. Dies würde wiederum die Stabilisierung gegenüber der Alkoholerkrankung gefährden und die Gefahr eines Rückfalls erhöhen.

Die stufenweise Wiedereingliederung setzt aber auch die Bereitschaft der Klienten dazu voraus.

In der Integrationsphase wird daher besonders darauf geachtet, dass die Klienten ihre Ressourcen erkennen und sich ein gutes Zeitmanagement schaffen. Die tatsächliche Belastbarkeit und Stressresistenz wird sehr oft überschätzt. Finden Klienten nach Therapieende rasch einen Arbeitsplatz am 1. Arbeitsmarkt, müssen diese sehr oft erkennen, dass sie mit dem Tempo im Berufsleben nicht Schritt halten können. 

Ein gutes Instrument für den „sanften“ Wiedereinstieg stellt das berufliche Rehabilitationsgeld dar.  Es ist ein „Umschulungsgeld“ und wird nach Antrag und Überprüfung der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der gewünschten Maßnahme durch die zuständige Pensionsversicherungsanstalt gewährt und unterstützt die Klienten bei der Umsetzung ihrer beruflichen Zukunftspläne. Defizite in der Berufsausbildung und -erfahrung, würden die  Inanspruchnahme einer beruflichen Rehabilitationsmaßnahme rechtfertigen.

Während die medizinische Rehabilitation zum Ziel hat, die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit wiederherzustellen, steht bei der beruflichen Rehabilitation die Förderung und Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund. Die berufliche Rehabilitation sollte sofort nach Beendigung der medizinischen Rehabilitation, einsetzen. Da eine Mehrzahl der Klienten über keinen beruflichen Abschluss verfügen, am aktuellen Arbeitsmarkt jedoch derzeit verstärkt Fachkräfte gesucht werden, kann durch die Inanspruchnahme des beruflichen Rehabilitationsgeldes der fehlende Lehrabschluss nachgeholt werden. Darüber hinaus ist für eine eventuell neue Berufswahl das Vorhandensein eines Lehrabschlusses wichtig. Oft ist sie sogar Voraussetzung für die Teilnahme an Umschulungsmaßnahmen. 

Zahlreiche Klienten beziehen während der Zeit ihres Aufenthaltes in unseren Therapiezentren das befristete medizinische Rehabilitationsgeld. Ca. drei Monate vor Ablauf des medizinischen Rehabilitationsgeldes wird gemeinsam mit den Klienten bei der Pensionsversicherungsanstalt, um Gewährung eines beruflichen Rehabilitationsgeldes angesucht. Es sollte im besten Fall bereits ein konkreter Schulungsplan als Begründung dafür vorliegen. Die endgültige Entscheidung ob eine berufliche Rehabilitation gewährt wird oder nicht obliegt schließlich der Pensionsversicherungsanstalt und dem Casemanagement.

Im konkreten Fall nehmen Klienten bereits während des Therapieaufenthaltes nach Rücksprache beim zuständigen Arbeitsmarktservice mit dem beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) Kontakt auf. Nach einem Erstgespräch werden die notwendigen Unterlagen vorbereitet. Ca. drei Monate vor Beendigung des medizinischen Rehabilitationsgeldes kommt es zu einem Beratungstermin bei der zuständigen Pensionsversicherungsanstalt. Der Klient  legt seine bereits ausgearbeiteten Schulungspläne, welche die Sinnhaftigkeit der Gewährung des beruflichen Rehabilitationsgeldes belegen, vor. 

Da sowohl das Arbeitsmarktservice als auch das BBRZ über den Berufsplan des Klienten informiert sind, könnte er nach Erteilung der Bewilligung durch die Pensionsversicherungsanstalt in die Wirklichkeit umgesetzt werden.

Legen Klienten während der beruflichen Rehabilitation die Lehrabschlussprüfung erfolgreich ab, so besteht die Möglichkeit entweder im   erlernten Beruf als Fachkraft tätig zu sein oder sich einer völlig neuen beruflichen Perspektive zuzuwenden.

Therapeutisches Angebot - Margareta Rodler
15.07.2015
Psychotherapie der AlkoholkrankheitPsychotherapie der Alkoholkrankheit
Psychotherapie der AlkoholkrankheitPsychotherapie der Alkoholkrankheit

„Ich brauche eine alkoholspezifische Psychotherapie!“ – Gibt´s die???

Über die Frage, ob es eine „alkoholspezifische Psychotherapie“ gibt, kann man diskutieren. Außer Streit ist allerdings, dass die Alkoholkrankheit als eine sehr komplexe und auch chronische Krankheit zu sehen ist. So wird sie erst nach einem längeren Zeitraum als problematisch wahrgenommen.

In der Psychotherapie werden Methoden angewandt, welche auf den jeweiligen Psychotherapieschulen basieren. Therapiebausteine, welche in einem stationären Setting eingesetzt werden, haben sich als effektiv erwiesen. Dazu zählen kognitive Therapien und Verhaltenstherapien, Familien- und Paartherapien und auch Psychoedukationen, Einzel- und Gruppentherapien. Die meisten Psychotherapeuten bedienen sich ausgewählter Methoden aus mehreren Therapieschulen um den individuellen Ansprüchen in der Therapie entsprechen zu können.

Ziele der Therapie von alkoholkranken Menschen sind zunächst einmal das Überleben sichern und neben der Informationsvermittlung (Psychoedukation) zum Themenkreis Abhängigkeitserkrankung, auch eine Form der Schadensbegrenzung (harm reduction). 

Versuche, Abhängigkeitserkrankten ein stressfreies, kontrolliertes Trinken zu vermitteln, konnten trotz mehrmaligen Versuchen, als nicht erfolgreich evaluiert werden (Übersicht in Soyka und Küfner, 2008). Vielmehr gilt es eine langanhaltende Abstinenz als sinnvolles Therapieziel zu verfolgen. Einer neuen oder wieder erworbenen Abstinenz förderlich ist auf alle Fälle der Besuch einer ambulanten Selbsthilfe Gruppe bzw. ambulanten Nachsorge (Therapie).

Bei einer langjährigen und verfestigten Alkoholerkrankung ist eine stationäre Entwöhnungsbehandlung sinnvoller als eine ambulante Therapie. Diese an einer Entzugsbehandlung anzuschließen macht einen gewünschten Therapieerfolg realistischer. Es kann nicht erwartet werden, dass Menschen umgeben von suchterhaltenden Faktoren, ohne Begleitung sich auf die „gesunden Anteile“ ihrer Persönlichkeit verlassen können. Eine verfestigte Alkoholerkrankung tritt sozusagen praktisch nie allein in Erscheinung. Vielmehr wird sie von einer oder mehreren zusätzlichen Störungen begleitet. 

Besonderes oft zeigen sich depressive Erkrankungen und nennenswerte Kriterien einer Angststörung, auch bestimmte Persönlichkeitsstörungen stehen vermehrt in Verbindung mit einer Alkoholkrankheit z.B. Borderline-Persönlichkeitsstörungen. In der psychotherapeutischen Begleitung muss darauf geachtet werden, dass diese Komorbiditäten sich nicht nur eine Begleitung der Abhängigkeitserkrankung sein können, sondern möglicherweise bereits auslösende Faktoren waren und damit zu den suchterhaltenden Faktoren zählen.

Wird eine Abstinenz erreicht, unter welchen Rahmendbedingungen auch immer, so steht man erst wieder an einem Beginn. Es ist unerlässlich die persönlichen Ressourcen wieder zu entdecken und das Vertrauen an sich selber wieder so weit zu stärken, dass sie sich ein erfolgreiches Mitwirken zutrauen. Ein suchtfreies Leben sollte sich freudvoll darstellen und damit den Stellenwert des Suchtmittels minimieren. Erfahrungen, welche schwierige Momente auch erträglich machen sind wichtig. Dabei sollten bereits vergessene Interessen wieder aufgenommen und ausgebaut werden. In einer empathischen und verständnisvollen Atmosphäre bietet die Psychotherapie eine professionelle Begleitung auf den ersten Schritten in ein autonomes Leben.

Neuigkeiten - Susanne Simoner
30.06.2015
Brandschutzübung im Therapiezentrum EisenhutBrandschutzübung im Therapiezentrum EisenhutBrandschutzübung im Therapiezentrum EisenhutBrandschutzübung im Therapiezentrum Eisenhut
Brandschutzübung im Therapiezentrum EisenhutBrandschutzübung im Therapiezentrum EisenhutBrandschutzübung im Therapiezentrum EisenhutBrandschutzübung im Therapiezentrum Eisenhut

Besonders für eventuelle Notsituationen ist eine gute Vernetzungsarbeit mit der örtlichen Polizei und Feuerwehr von großer Notwendigkeit. Um für solche Fälle gut gerüstet zu sein, kommen diese immer wieder ins Therapiezentrum, sodass sie mit den örtlichen Begebenheiten vertraut sind. Es sollte in Krisensituationen schnell, gezielt und effizient ablaufen – die sogenannte „Rettungskette“ sollte reibungslos von statten gehen. Hierfür hatten wir am vorigen Montag eine Brandschutzübung mit der Freiwilligen Feuerwehr Glödnitz veranstaltet. Der Schwerpunkt der heurigen Brandschutzübung bestand in einer Evakuierung einer Klientin, die über den Balkon mittels einer Stehleiter in Sicherheit gebracht wurde. Alle anderen Klienten sollten nach dem Auslösen des Alarms die Zimmer verlassen und sich auf den vorgesehenen Sammelplatz treffen. 

Dies war der Plan, die Umsetzung sah zumindest anfangs etwas anders aus, da das Betreuerteam bereits erste Probleme beim Auslösen der Brandmeldeanlage ohne die dafür notwendige Rauchentwicklung zu überwinden hatte. Nachdem dies gelungen war, kamen die ersten Klienten frohen Mutes aus ihren Zimmern, der Großteil verließ das Zimmer jedoch nicht. Die Evakuierung ging dann aber zügig von statten, nachdem die Hausleiterin lautstark in allen Gängen einen Brand meldete. Gleichzeitig wurde von der Feuerwehr eine Klientin aus ihrem Zimmer per Stehleiter gerettet und auf den sicheren Sammelplatz, wo schon ein Betreuer sie in Empfang nahm, begleitet. Die Männer der Feuerwehr nutzten die Gelegenheit, um in weiterer Folge von einem Balkon im ersten Stock nach dem Befehl „Wasser marsch“ die Weite des Löschwassers auszutesten. 

Alles in allem dauerte die Übung 30 Minuten und alle Gefährdeten konnten wohlbehütet in Sicherheit gebracht werden. Es folgte das „Brand aus“. In der abschließenden Nachbesprechung mit der Feuerwehr machte uns der Kommandant darauf aufmerksam, dass seine Leute vor so manchem verschlossenen Zimmer gestanden sind. Mir selber ist aufgefallen, dass unser Klientel auf den Alarm der Feuermelder sensibilisiert werden muss. Dies wurde in einer Gesamtgruppe mit allen Betreffenden nochmals ausführlich diskutiert.

Neuigkeiten -
16.06.2015
Bergtour ins BärentalBergtour ins BärentalBergtour ins BärentalBergtour ins BärentalBergtour ins Bärental
Bergtour ins BärentalBergtour ins BärentalBergtour ins BärentalBergtour ins BärentalBergtour ins Bärental

Ankunft um halb 7 Uhr morgens im Therapiezentrum Saualpe, unsere Klienten,  welche die Bergtour geplant hatten, waren schon wach und beim Frühstück. Bei allen Teilnehmern herrschte große Vorfreude und gewissermaßen Aufregung, aufgrund unseres bevorstehenden Ausfluges. 

Um 7 Uhr ging es vom Therapiezentrum Saualpe endlich los, Richtung Bärental – Feistritz im Rosental. Im Auto wurde schon motiviert die geplante Tour vorbesprochen. 

Endlich im Bärental am Parkplatz Johannisruhe angekommen, marschierten wir voller Energie Richtung Klagenfurter Hütte. 

Der Weg war sehr gut beschildert und der Aufgang gestaltete sich für uns recht einfach, wir kürzten den Weg durch diverse Aufstiege, welche  durch den Wald verliefen, ab. Bei der Klagenfurter Hütte angekommen, sind wir Richtung Bielschitzasattel, über einen schon weit sichtbaren, mäßig ansteigenden und gut markierten Steig über eine Schotterhalde gegangen. 

Der Steig wurde zunehmend steiler und felsiger. Trittsicher und schwindelfrei waren wir positiver Weise alle, denn der Weg führte uns teilweise auch über felsige Bereiche, die mit einem Stahlseil gesichert waren. Vor dem Sattel teilte sich der Weg, rechts führte der Steig Richtung Hochstuhl. Wir entschlossen uns ganz spontan auch auf den Bielschitzaspitz (Höhe 1901m) aufzusteigen. Ein herrlicher Ausblick in die Kalklandschaft erfreute uns. Nur der kalte Wind machte uns etwas zu schaffen, es herrschten stürmische Bedingungen. Nach dem Eintrag im Gipfelbuch, wo wir uns natürlich alle verewigten, brachen wir Richtung Hochstuhl auf. 

Wieder beim Bielschitzersattel angekommen, bogen wir rechts Richtung Talkessel ab. Durch den kleinen Talkessel, über das große Geröllfeld stiegen wir auf. Der Weg war auch hier sehr felsig und steil, was uns den Aufstieg nicht gerade leichter machte. Endlich am Gipfel vom Hochstuhl angekommen, hatten wir uns eine Pause verdient, wir nahmen eine Jause zu uns. Am Gipfel herrschte auch ein wahnsinniger Sturm, es war richtig kalt. Natürlich haben wir uns auch hier im Hochstuhlgipfelbuch (Höhe 2237m) verewigt. 

Nach einer kurzen Lagebesprechung wählten wir dann für den Abstieg schließlich dieselbe Route, die wir schon für den Aufstieg nutzten. Auch die Rückwanderung  stellte für uns eine absolute Bereicherung dar und wir hatten weiterhin richtig viel Spaß und eine ausgeglichene Stimmung. Unten angekommen schlugen wir dann den Weg über den Bierschitzasattel, Richtung Klagenfurterhütte und schlussendlich Richtung Parkplatz ein. Nach dieser herausfordernden Tour bemerkten wir alle schon eine leichte Erschöpfung und müde Beine, jeder Einzelne war sehr stolz auf sich, was nach dieser Leistung auch durchaus berechtigt war. 

Insgesamt erlebten wir einen sehr sportlichen und aufregenden Tag und unsere Klienten haben mit der benötigten Gehzeit eine tolle Leistung hingelegt. Gehdauer 06 Stunden und 30 Minuten. 

Beim Auto angelangt, gab es noch eine kurze Verschnaufpause, dann machten wir uns wieder auf in Richtung Heimat auf die Saualpe.

Therapeutisches Angebot -
01.06.2015
Standardmethoden der Verhaltenstherapie

1. Operante Verfahren 
Diese gehen auf die Beschreibung des Lernmechanismus der operanten Konditionierung und den amerikanischen Psychologen Skinner (1935) zurück, der sich auf die Analyse offenen Verhaltens und die exakte funktionale Analyse einzelner Verhaltensabläufe konzentrierte. Operant = spontan gezeigtes Verhalten, es kann durch Manipulation seiner Konsequenzen verändert werden.

Der Begriff Konsequenz ist ein zentraler Begriff der operanten Verfahren. Nach dem operanten Modell beeinflusst die Art der Konsequenz auf ein Verhalten dessen Auftrittswahrscheinlichkeit. 

Arten von Konsequenzen:

Positive und negative Verstärkung: erhöhen die Auftretenswahrscheinlichkeit des Zielverhaltens. 

Mittels dieser Vorgehensweise kann unerwünschtes Verhalten abgebaut und erwünschtes aufgebaut werden. 

2. Rollenspiel
Das Rollenspiel ist eine Methode zum Erwerb von Verhaltensweisen und Erlebnisinhalten. Es werden wirklichkeitsnahe Bedingungen geschaffen, die zum effizienten Aufbau neuen Verhaltens und zum Erwerb neuer Erfahrungen dienen sollen. Vorteil: Situationen sind weniger angstbesetzt als Realsituationen und bieten Möglichkeiten zum Ausprobieren. Die Einnahme verschiedener Rollen (reale Einnahme bestimmter sozialer Rollen) und die Rollenübernahme (sich in den anderen hineinversetzen) können im Rollenspiel trainiert werden. Das Rollenspiel dient als Modell einer realen Problemsituation, z.B. im Bereich Training sozialer Kompetenzen oder wenn es darum geht, dass sich der Klient in die Rolle einer anderen Person (z.B. Chef, Eltern, Partner) hineinversetzen soll.

3. Training sozialer Kompetenzen
In der Verwirklichung eigener Bedürfnisse und im Erreichen persönlicher Ziele sind wir immer wieder auf Interaktionen mit anderen Menschen angewiesen. Bei der Entfaltung der persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten spielt die Fähigkeit einer Person, solche Interaktionen aktiv, bedürfnisgerecht und zielführend gestalten zu können, eine wichtige Rolle. Im Training sozialer Kompetenzen geht es um die Stärkung oder Schwächung von Selbstverwirklichungstendenzen sowie von Anpassungstendenzen im kognitiven, emotionalen und Verhaltens-Bereich. 

Soziale Kompetenzen lassen sich am besten in Form von Gruppentrainings einüben.

4. Problemlösetraining
Struktur des Problemlöseprozesses:

  • Problem- und Zieldefinition
    Hier erfolgt eine möglichst genaue Problembeschreibung, eine Analyse von Gefühlen, Gedanken und Verhaltensweisen. Weiters sollen Aspekte des Soll- und Ist-Zustandes bzw. Diskrepanzen zwischen beiden heraus gearbeitet werden. Daraus leitet sich dann die Zieldefinition ab.

  • Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten
    Diese erfolgt in Form eines Brainstormings, wo auch ungewöhnliche, neue, absurde Möglichkeiten mit aufgenommen werden.

  • Bewertung der Lösungsmöglichkeit
    Für jede Lösung werden Vor- und Nachteile und die voraussichtlichen Folgen diskutiert und protokolliert.

  • Entscheidung über die beste Lösungsmöglichkeit
    Es wird jene Lösung ausgewählt, die am ehesten das Problem lösen kann, wobei die Wahrscheinlichkeit für positive Konsequenzen hoch ist und die für negative niedrig.

  • Planung der Umsetzung der Lösungsmöglichkeit
    Es werden erste Schritte in der Realität gesetzt, es geht um die Umsetzung der Lösung im Alltag: was, wo, mit wem, wann, wie oft?

  • Anwendung in der Realität

  • Rückblick und Bewertung der Lösungsmöglichkeit
    Bei Erfolgen die positiven Konsequenzen herausstreichen. Bei Misserfolgen die möglichen Ursachen analysieren.

5. Konfrontationsverfahren 
Prinzip: Klienten sollen unter therapeutischer Hilfe genau jene Situationen (z.B. bei Höhenangst auf einen Turm hinauf gehen und runter schauen) aufsuchen, in denen ihre Probleme auftreten.

Die lang andauernde Konfrontation mit den symptomauslösenden Reizen führt zu:

  • Habituation (Gewöhnung)

Hier wird in relativ kurzen Intervallen derselbe Reiz dargeboten. Dadurch soll es zum Absinken einer erhöhten sensorischen oder motorischen Reaktion kommen.

  • Veränderung der Wahrnehmung und Bewertung von Problemsituationen und Handlungskompetenzen (z.B. realistischere Einschätzung von Gefahren und positive Einschätzung der eigenen Bewältigungsstrategien).
  • Aufbau neuer Verhaltensmuster (z.B. sich aktiv Problemsituationen stellen, anstatt vor ihnen zu flüchten.

6. Kognitive Verfahren
Ausgangspunkt solcher Verfahren ist die Annahme, dass Kognitionen (Gedanken, Vorstellungen, Erwartungen und Wahrnehmungsstile) einen Einfluss auf emotionales Befinden haben. Weiters beeinflussen sie Entscheidungen und das Herangehen und Gelingen von Vorhaben. Es werden automatische negative Gedanken in konkreten Situationen identifiziert. Beispiele: „Ich bin ein Versager.“ „Ich bin für alles verantwortlich.“ „Ich werde immer verletzt.“ Die Realitätsangemessenheit dieser Gedanken wird hinterfragt und schließlich realistischere erarbeitet.

7. Genusstraining und Aktivitätsaufbau
Das Genusstraining soll die Ausgeglichenheit und das Wohlbefinden der Klienten fördern. Hier wird mit Materialien (Stimulantien) für alle fünf Sinnesbereiche gearbeitet, also für Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken. Hierbei werden die Stimulantien erkundet und ausprobiert. Klienten berichten dann über Eindrücke, Gedanken und Gefühle. 

Beim Aktivitätsaufbau lernt der Klient häufiger als bisher aktive Handlungen zu setzen. Dieses Verfahren wird dann angewandt, wenn es um das Ziel „Erhöhung des Aktivitätsniveaus“ geht. Hier wird der Zusammenhang zwischen Inaktivität und Konsequenzen dargestellt. Es wird die Notwendigkeit und Nützlichkeit des Aktivitätsaufbaues vermittelt. Es wird vereinbart, welche Tätigkeiten als Aktivität definiert werden. Die Durchführung der Aktivitäten wird protokolliert, um das Aktivitätsniveau feststellen zu können. Die Anforderungen werden dabei Schritt für Schritt erhöht.

Therapeutisches Angebot -
20.05.2015
Billard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver PotenzialeBillard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver PotenzialeBillard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver PotenzialeBillard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver Potenziale
Billard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver PotenzialeBillard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver PotenzialeBillard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver PotenzialeBillard- Zusammenspiele kognitiver und intuitiver Potenziale

Die Intuition ist ein göttliches Geschenk,
der denkende Verstand ein treuer Diener.
Es ist paradox, dass wir heutzutage angefangen haben, 
den Diener zu verehren und
die göttliche Gabe zu entweihen.

Albert Einstein

Seit zehn Jahren spiele ich immer wieder mit Klienten Billard. (Frauen versuchen es manchmal, hören aber bald wieder auf, deshalb ist mein Beitrag verbal recht maskulin gehalten)

Der folgende Text beruht zum größten Teil auf  meinen  Erfahrungen und Beobachtungen während dieses Zeitraumes.

Den denkenden und dem vom Gehirn her nicht ganz zuordenbaren intuitiven Anteil zu trennen ist schwer möglich, da sie stets miteinander zur Wirkung kommen. 

Der Schweizer Psychologe C. G. Jung hat die Intuition sehr treffend als eine grundlegende menschliche Funktion bezeichnet, die das Unbekannte erforscht und Möglichkeiten ahnt, die noch nicht sichtbar sind. Es handelt sich um eine kognitive Funktion, ein psychisches Organ, das die Wahrheit in ihrer Gesamtheit greifen kann. Im Gegensatz zur wissenschaftlichen Vorgehensweise kommt die Intuition nicht vom Teil zum Ganzen, sondern erfasst direkt das Ganze.

Unabhängig der ausgeübten Spielart, sei es Pool, Snooker oder Carambole, was nur einige von unzähligen Varianten sind, tritt der Spieler an den Tisch, versucht die Lage der Bälle und seine damit verbundenen Chancen einzuschätzen, um daraufhin einen Stoß zu machen von dem er sich Erfolg (lochen)  verspricht. Meistens sind die Bälle sehr weitläufig über das ganze Spielfeld verteilt und der Spieler  sieht sich einer Komplexität gegenüber, die auf ihn wirkt, aber in seiner Ganzheit kaum erfasst werden kann. Dabei beziehe ich mich auf Gelegenheitsspieler. 

Intuitiv kann diese Komplexität sehr wohl erfasst werden und der erste Gedanke bezüglich einer Spielstrategie hat noch die engste Verbindung zur Intuition, wird aber meist verworfen, da, man sich das ja nicht selbst gedacht hat, sondern gedacht wurde. Die störende  Intuition wird als nicht selbst generiertes Produkt verworfen und die kognitiven Leistungsreserven werden nun abgerufen und angesichts der nicht lösbaren Komplexität wird entweder das Naheliegendste  gemacht, nämlich den Ball mit der größten Lochchance zu spielen, oder souverän in den Pulk hineinzustoßen, in der Hoffnung, einer meiner Bälle wird schon in einer der 6 Taschen verschwinden, ein sogenannter „Shot to nothing“

Benutzt der Spieler den ersten Hinweis, den er von seiner intuitiven Instanz erhielt und verwendet seine kognitiven Fähigkeiten um den symbolischen Gehalt seiner Intuition kognitiv zu verarbeiten, wird seine Spielstrategie wesentlich anders aussehen  und ihn anfangs auch zum Erfolg führen. Aber da sind wir wieder bei etwas das uns zwar schmeichelt, aber so narzisstisch wie Menschen halt sind, ist es unbedingt notwendig für den Erfolg selbst verantwortlich zu sein. Also muss er kognitiv begründbar sein und schon beginnt das Dilemma von neuem und man versucht das gute Ergebnis von seinem Synergiepartner zu trennen und ausschließlich dem EGO zuzuschreiben. Die Folgen davon sind Stress und vor allem Frustration, die dem Ego überhaupt nicht gefällt und der Schuldige wird dann, wie bei nahezu jeder Frust-Situation außerhalb dem System  gesucht und meist auch gefunden.

Das einfache „ich ärgere mich“ kann ja nicht akzeptiert werden, denn wer ist denn schon so blöd und lässt sich selbst Ärger angedeihen. Da muss es doch etwas oder, meist noch lieber, jemanden geben, der dafür verantwortlich ist. Schon befindet man sich in einen selbst generierten Konflikt und sucht außerhalb nach einem Schuldigen und nicht nach einer Lösung.

Aber wieder zurück zu unserem Thema, in dem ich die Intuition als eigentlich Handlungsgrundlage sehe und den Verstand als Werkzeug diese „Eingebungen“ umzusetzen.

Intuition durchdringt alle Bereiche unseres Lebens, doch oft wagen wir nicht, auf unsere Intuition zu hören. Denn wer seiner inneren Stimme folgt, muss Kontrolle und exakte Planbarkeit aufgeben, an die sich unser Verstand klammert.

Gehen wir einmal davon aus, dass der Spieler seine  intuitive Wahrnehmung akzeptiert und versucht diese kognitiv auszuwerten. Als erstes stellt sich der Spieler „automatisch“ richtig zum Tisch und ab jetzt beginnt der Teil, den man wohl Konzentration nennen kann. Konzentration kann nicht kognitiv erreicht werden, ähnlich dem, wenn der Meditierende sich vornimmt nichts zu denken, wird ihm das nicht gelingen. Was ist nun Konzentration und wie erlangt man sie? Meiner Erfahrung nach erreicht man sie durch eine persönliche Hingabe an das, was man gerade tut und tritt damit in einen Zustand von absichtsvoller Absichtslosigkeit; ein Paradoxon für den Verstand, aber für viele Menschen innerlich gut nachvollziehbar. In welchem Maß ein Spieler konzentriert ist, erkennt man sehr oft an der Art seines Stoßes.  Erfolgt er nach Einnahme der Stoßposition recht schnell, dann ist der Spieler meist unkonzentriert und gibt oft auch mehr Kraft in den St0ß hinein als notwendig und der Spielball läuft nach Kontaktaufnahme unkontrolliert über den Tisch. Oft kommt es dabei zu einem Glückstreffer , eine sogenannten Fluke, und auch der übt seine Wirkung auf das Ego aus und der Glückstreffer wird als „Leistung“ verbucht, was in weiterer Folge (never change a winning team) natürlich fatale Folgen hat.

Beschaut sich der Spieler zunächst einmal die Lage der Bälle, nimmt bedächtig seine Position ein und ändert seine eingenommene Haltung nicht mehr, sondern wartet scheinbare ein paar Sekunden, bis seine innere Instanz das „GO“ gibt; der angespielte Ball ist dann auch meist dort wo er beabsichtigt  war, nämlich in einer Tasche und wenn genug Können vorhanden ist bewegt sich der Spielball auf eine Position, die dem Spieler die Möglichkeit bietet sein „Frame“ fortzusetzen.

Wer sich noch weiter bezüglich seiner Meinung von der unerschütterlichen kognitiven Realität verunsichern lassen möchte, dem sei folgender Link empfohlen

Würde man einen verbal begabten Physiker, dem ein mittelschwerer Stoß bei einem Billardspiel gelungen ist, bitten, diesen Stoß so exakt wie möglich zu beschreiben, so dass es jedem, der sich exakt an die Anleitung hält, dieser Stoß in gleicher Art gelingt, so wäre das ein unmögliches Unterfangen. Aus diesem Grund können wir uns glücklich schätzen, nicht nur Maschinen zu sein, sondern lebende, empfindende Wesen, die zur Steuerung ihres Lebens auch noch über einen Verstand verfügen und in Ko-Existenz von Intuition und kognitivem Vermögen ihr Dasein bestmöglich gestalten können.

Therapeutisches Angebot - Sinikka Huhndorf
05.05.2015
Alkoholische LeberzirrhoseAlkoholische Leberzirrhose
Alkoholische LeberzirrhoseAlkoholische Leberzirrhose

Die Leber (Hepar), ist unsere Stoffwechselzentrale, wiegt 1,5 – 2 kg und befindet sich größtenteils im rechten Oberbauch. Sie ist an dem Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel beteiligt. Die Stoffwechselprodukte werden in der Leber verarbeitet und als Galle abgeführt. Die Leber ist ein lebenswichtiges Entgiftungsorgan.
Es werden Eiweiß, Abwehrstoffe, Hormone, Gerinnungsfaktoren gebildet. Alkohol und Medikamente werden zum größten Teil in der Leber abgebaut. Die Leistungskapazität der Leber ist allerdings begrenzt.
Wenn man regelmäßig mehr Alkohol zu sich nimmt, als die Leber verarbeiten kann, kann ein Leberschaden entstehen.

Zunächst entwickelt sich eine sogenannte FETTLEBER, wobei beim Abbau von großen Mengen Alkohol Fett  in den Leberzellen eingelagert wird. Dadurch kann sich das Volumen der Leber bis auf das Zweifache vergrößern. Die Leberwerte können leicht erhöht sein. Die Fettleber ist sonographisch gut nachweisbar.
Unter Alkoholabstinenz bildet sich eine Fettleber zurück.
Andere Ursachen für die Entwicklung einer Fettleber (ca. 25% der erwachsenen westlichen Bevölkerung haben eine Fettleber) sind Überernährung, schwere Mangelernährung, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Fruchtzuckerkonsum in großen Mengen (Fruchtzucker wird in der Leber in Fettsäuren umgewandelt), manche Medikamente.

Die alkoholbedingte Leberentzündung, ALKOHOLHEPATITS, entwickelt sich aus der Fettleber. Es kommt durch die Anhäufung des giftigen Alkoholabbauproduktes Acetaldehyd zu einer Schädigung der Leberzellen. Oft ist der Oberbauch schmerzempfindlich, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schwitzen können vorkommen. Die Leberwerte sind erhöht. Eine Alkoholhepatitis kann durch Abstinenz zum Stillstand gebracht werden. Die Leber ist allerdings nicht mehr so belastbar wie früher.

Bei weiterem Alkoholkonsum kann sich innerhalb einiger Jahre das Endstadium chronischer Leberkrankheiten, eine LEBERZIRRHOSE, entwickeln. Es bilden sich zunehmend Narben und Knoten. Es kommt zu einer Schrumpfleber. Wenn die Leberzirrhose stumm verläuft, spricht man von der KOMPENSIERTEN LEBERZIRRHOSE. Die Patienten leiden unter Müdigkeit, Leistungsminderung, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust.

Infolge des Narbengewebes ist die Durchblutung beeinträchtigt.
Es kommt zu Blutstaus im Bereich der Pfortdader und es entstehen am Stamm sichtbare Umgehungskreisläufe, sogenannte Caput medusae.
Es bilden sich Krampfadern in der Speiseröhre (sog. Ösophagusvarizen), die aufplatzen können und zu einer lebensbedrohlichen Blutung führen können.
Durch eine beeinträchtigte Bildung von Transporteiweißen kommt es zu Wasserstaus. Bauchwassersucht (Aszites), Beinödeme können entstehen. Die Leberzirrhose ist DEKOMPENSIERT. Die Milz vergrößert.
Eine Blutgerinnungsstörung  mit blauen Flecken, Nasenbluten und schlecht heilenden Wunden kann entstehen.
Weitere Symptome bei der Leberzirrhose sind eingerissene Mundwinkel, rote, glatte Zunge (Lackzunge), Gefäßspinnen (Spider naevi), Rötung der Handinnenflächen (Palmarerythem). Gelbsucht und Juckreiz können vorkommen. Der Hormonhaushalt ist beeinträchtigt und führt bei Männern zu Potenzstörungen, Hodenverkleinerung und Brustvergrößerung.

Bei fortschreitender Leberzirrhose kommt es zu einer Selbstvergiftung des Körpers, weil die Leber die Entgiftungsfunktion kaum noch wahrnehmen kann. Der Ammoniakspiegel ist erhöht und bewirkt eine Funktionsstörung des Gehirns, die sogenannte hepatische Enzephalopathie. Diese führt am Anfang zu Verwirrtheit, dann zu Bewusstseinstrübung und schließlich zum  Leberausfallskoma, Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose haben eine hohe Mortalität. Nach einer Lebertransplantation kann mit einem Fünf-Jahres-Überleben von ca. 60% gerechnet werden.

Die Leberzirrhose ist ein Risikofaktor für die Entstehung eines Leberzellkarzinoms.
Die meisten Leberzirrhose – Patienten leiden unter einem Mangel an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen sowie an einem Gewichtsverlust. 

ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNGEN bei der KOMPENSIERTEN LEBERZIRRHOSE:
Mehrere kleine Mahlzeiten, nicht zu heiß oder kalt essen und trinken, leichte Vollkost, reichlich Getreideprodukte, Gemüse, Obst, Milch und Milchprodukte, weniger fettige Speisen. Nikotin- und Alkoholkarenz.

ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNGEN bei der DEKOMPENSIERTEN LEBERZIRRHOSE:
Eiweißeinschränkung (weniger Fleisch,Wurst und Fisch).Milch und Milchprodukte sowie pflanzliches Eiweiß bevorzugen. Kaliumreiches Gemüse und Obst. Ausreichende Energiezufuhr. Reichlich Ballaststoffe.m Bei Ösophagusvarizen, wegen Blutungsgefahr, passierte Kost.

In unseren beiden Therapiezentren werden wir regelmäßig mit kompensierter und dekompensierter Leberzirrhose konfrontiert. Die Leberzirrhose wird in den ernährungsmedizinischen Gruppen thematisiert und lebhaft diskutiert. Auch Einzelgespräche und ernährungsmedizinische Beratungen finden mit den betroffenen Patienten statt.

Erfahrungsberichte - Michaela Wieser
21.04.2015
Mein Weg zurück ins Leben

Nach erfolgreich abgeschlossener Suchttherapie in der Agil-Sozialpädagogik nahm Hr. Christian S. sein Leben wieder selbstständig in die Hand, mittlerweile hat er sich auch wieder in das gesellschaftliche Leben zurückgekämpft. 

Im folgenden Artikel beschreibt der ehemalige Klient des Therapiezentrums Saualpe seinen persönlichen Umgang  mit den täglichen Herausforderungen der therapeutischen Arbeit und wie es ihm gelang, Stimmungstiefs zu überwinden sowie seinen Aufenthalt in unserer Einrichtung schließlich als Chance für einen Neubeginn zu nutzen.





Ein Bericht von Christian S. 

Ich laufe am Radweg entlang, es ist frisch und ich atme zufrieden durch.
Genauso, wie ich es immer tat. Früher.
Seit Jahren in Bewegung mit dem Rad, zu Fuß oder auf andere Art und Weise. 
Das ist jetzt wieder möglich, weil ich einen wichtigen Entschluss gefasst habe.
Wahrscheinlich den allerwichtigsten in jener Lebensphase.

Ich kann wieder frei atmen und mich bewegen, weil ich mich nach jahrelangem Kampf mit Alkohol und Medikamenten dazu entschlossen habe, mir nachhaltig helfen zu lassen. Nach meinem 3.Entzug im Krankenhaus war es für mich klar –nicht zuletzt auf Anraten vieler Leute- mich in eine Langzeitbehandlung zu begeben. Heute bin  ich froh, dass ich diesen Entschluss gefasst habe. Ohne dramatisieren oder übertreiben zu wollen, aber es wäre mit Sicherheit ein schlimmeres Unglück geschehen, wenn ich so weitergemacht hätte wie zuvor. Körperlich und vor allem psychisch war ich negativ verändert, beeinträchtigt, es ging mir richtig mies. Mein ganzes Umfeld wusste nicht so recht, wie mit mir weiter umzugehen sei. Trotz meiner veränderten Persönlichkeit erkannte ich zum Glück, dass ich aus dieser Sucht raus  muss, ich wollte mich wiederfinden. 

Schließlich absolvierte ich eine Langzeittherapie, im Therapiezentrum Saualpe der Agil-Sozialpädagogik. Oben, am Berg, angekommen, war ich anfangs ziemlich durcheinander und plötzlich gar nicht mehr sicher, ob das der richtige Weg sei. Nach ein paar Stunden Aufenthalt dachte ich  daran, den Aufenthalt sofort zu beenden und wieder zurückzufahren, zurückzukehren in mein gewohnt es Umfeld. Doch ich konnte mich besinnen und motivierte mich, ich sollte der Therapie eine Chance geben, es  versuchen, denn eins war klar, dass ich nicht viele Alternativen habe, um ein Leben in Normalität führen zu können. Bereits am 2.Tag suchte ich nach geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten und fand mich in dieser Einrichtung, welche für mich schließlich auch einen absoluten Wohlfühlcharakter aufwies, recht rasch zurecht und strukturierte mir den Tag mit diversen Tätigkeiten. Ich ließ mich auf die therapeutische Arbeit ein, vertraute den Therapeuten und den Betreuern, sie alle ermöglichten mir wirklich konstruktives Herangehen und Strategien, nämlich in jeder Hinsicht. So wurden die Probleme mit meiner Sucht und auch viele weitere persönliche Dysbalancen gezielt behandelt, es begann ein völlig unerwarteter Prozess, der es mir innerhalb von acht Monaten ermöglichte, völlig neue Ansätze und neues Denken zu entwickeln. Nach ein paar Wochen erfuhr ich dann erste wesentliche und damit in Zusammenhang positive Veränderungen, die mich natürlich anspornten weiterzumachen. 

Ich merkte, dass die Langzeittherapie tatsächlich etwas mit mir macht, mich positiv verändert. Das konnte ich vorher auch nicht ahnen, doch mit fortschreitender Therapiedauer wurde ich dann immer überzeugter und ich begann, mich wieder in eine Richtung zu entwickeln, die mich mehr an mich selbst erinnerte, ich sah neue sowie  „neue – alte“ Qualitäten und Möglichkeiten, wieder etwas zufriedener, stabiler und glücklicher weiterzumachen. Der Faktor „Zeit“ ist  das, was man berücksichtigen muss bei dieser Therapieform und ich bin überzeugt davon, dass es funktionieren kann, wenn man sich ein gewisses Maß an Zeit einräumt. Bei mir hat es nämlich funktioniert und ich war vorher wirklich alles andere als glücklich in meinem Leben. Nichts hätte mehr annähernd so funktioniert wie ich es wollte.

Durchhaltevermögen und ein SICH HELFEN LASSEN, vom gesamten therapeutischen Team, haben mir wieder neue Lebensqualität ermöglicht, nicht zuletzt auch wegen der großen Unterstützung für die Zeit nach der Therapie. Zu keinem Zeitpunkt fühlte ich mich im Stich gelassen. 

So laufe - und bewege ich mich wieder und hole tief Luft. Jeden Tag.

Ein Text von Christian S.

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