Neuigkeiten - Ernst Arbeitstein
19.07.2016
Tagesausflug nach PortorozTagesausflug nach Portoroz
Tagesausflug nach PortorozTagesausflug nach Portoroz

Am Vorabend des Ausfluges haben die Klienten, die mitgefahren sind erfahren, dass am besagten Wochenende ein Harley-Davidson-Treffen in Portoroz stattfindet. Unsere Klienten waren ziemlich aufgeregt und haben sich schon auf die coolen Bikes gefreut um einige Fotos zu schießen. Als Betreuungsperson habe ich dann sofort im Internet wegen Parkmöglichkeiten außerhalb von Portoroz recherchiert, da es sicher eine Parksperre geben würde. Es war schließlich aber kein Problem, denn es war der letzte Tag dieser Veranstaltung und ich vermutete, dass die meisten Biker am Sonntag sicher schon bei der Rückfahrt waren.

Am Sonntag um 07:00 ging es dann vom Therapiezentrum Saualpe los. Alle waren schon gespannt wie es in Portoroz sein wird. Den ersten Halt haben wir am Loiblpass gemacht. Kaffeepause und Shopping im Duty-Free-Shop durften natürlich nicht fehlen.

Weiter ging es Richtung Meer. Ungefähr eine halbe Stunde vor Portoroz kamen uns -wie vermutet- die ersten Gruppen von Harley Fahrern entgegen. Auf Wunsch der Klienten habe ich die Fenster beim Auto runtergelassen, um den „coolen Spruch“ der Bikes besser zu hören. Es war wirklich sehr beeindruckend so viele Harleys auf einmal vorbeifahren zu sehen. Alle waren schwer begeistert.  Bald darauf sahen wir dann das Meer, als wir beim Hafen von Koper, mit seinen großen Kränen, vorbeifuhren, freuten sich die Klienten schon auf unsere Ankunft. In Portoroz angekommen, sind wir der Promenade entlang am Meer spaziert. Das Wetter war herrlich bei 28 Grad im Schatten.

Es waren noch genügend Harley-Fahrer vor Ort, zur Freude der Klienten. Es folgte ein ausgiebiges Fotoshooting. Dann haben wir uns ein gemütliches Kaffee am Meer gesucht, eine Pause eingelegt und Sonne getankt. Die Stimmung war ausgezeichnet. Weiter ging es Richtung Stände mit Schmuck, Lederjacken, Helmen und diversen anderen Biker- Accessoires. Einige der Herren haben sich ein paar Mitbringsel besorgt und natürlich wieder viele Harleys fotografiert.

Dann hat es leider zu regnen begonnen, was vom Zeitpunkt her gar nicht ungelegen war, denn der Hunger war schon groß und es war Zeit zum Mittagessen. Wir suchten uns ein nettes Lokal, das ich zuvor schon im Internet ausfindig machen konnte. Es hat allen ausgezeichnet geschmeckt. Nach dem Essen hat es auch aufgehört zu regnen und es war wieder schönstes Wetter. Gut gestärkt führten wir einen Spaziergang durch und haben noch in ein paar Souvenirshops reingeschaut. Alle waren sehr entspannt und gut gelaunt. Zum Schluss gab es noch als Draufgabe Eis. Ein Ausflug ans Meer ohne Eis wäre eine halbe Sache, meinte einer der Klienten. Womit er natürlich recht hat. Es war wirklich ein schöner Tag. Ein Klient meinte sogar, er sei so begeistert von Portoroz, dass er nach der Therapie sicher wieder nach Portoroz kommen würde, um dort Urlaub zu machen.

Am Heimweg nach Kärnten, waren alle geschafft vom vielen Marschieren, einige sind bereits im Auto eingeschlafen. Eine Stunde vor Klagenfurt legten wir noch eine letzte kurze Kaffeepause ein. Auf der Saualpe angekommen waren alle Teilnehmer sehr müde, haben sich nochmals für den schönen Ausflug bedankt und sind erschöpft in ihre Zimmer gegangen.

Es war für mich als Betreuer auch ein schönes Erlebnis und stellte eine Abwechslung vom Therapie-Alltag dar, zudem machte es Spaß, mit den Klienten eine tollen Tag am Meer zu verbringen.

Therapeutisches Angebot -
11.07.2016
Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen: kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze

Im Mittelpunkt der Behandlung von Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung steht aus kognitiv-verhaltenstherapeutischer Sicht die „Verflechtung“ von Mensch und Suchtmittel, d. h. die Bedeutung, die z. B. der Alkohol für diese Person erlangt hat. Primäres Ziel ist dabei bei „manifest abhängigen“ Patienten die „totale Abstinenz vom Suchtmittel“.

Die Kernpunkte bei verhaltenstherapeutischen Programmen können folgendermaßen zusammengefasst werden:

a)   Der Suchtmittelkonsum wird als zwar nachvollziehbarer, aber untauglicher und auch oft für den Patienten nicht-bewusster Selbstheilungsversuch verstanden. 

b)   Das Suchtmittel verhilft dem Patienten kurzfristig zu Veränderungen im inneren Erleben (z. B. Schmerz oder Anspannung werden subjektiv weniger) und/oder zu einer Verzerrung der Wahrnehmung der Umwelt, der eigenen Person bzw. auch der eigenen Kräfte oder Ressourcen. Negative Gefühle werden dabei meist als weniger stark bzw. auch Anforderungen von außen (z. B. Scheidung, familiäre Probleme, Arbeitsplatzverlust, Krankheit) werden als weniger schwierig bzw. als weniger belastend erlebt.

c)   Typischerweise ergeben sich dadurch deutliche Einschränkungen in der eigenen aktiven Problembewältigung, mit der normalerweise Probleme zupackend und  proaktiv gelöst werden können.

Therapeutisches Ziel in der sogenannten „kognitiven Verhaltenstherapie“ (die der sogenannten III. „Welle“ innerhalb der in Europa seit den 70er Jahren in zunehmenden Verbreitung befindlichen Verhaltenstherapie zugeordnet wird) ist es, diese Prozesse für den Betroffenen nachvollziehbar zu machen und „gesündere“ Alternativen aufzuzeigen. Dabei berücksichtigt werden ganz besonders auch Selbstwertprobleme und Probleme im Umgang mit Gefühlen, Stress bzw. „neuen“ Herausforderungen, worauf in einzelnen Therapieprogrammen intensiv eingegangen wird. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Einbeziehung allfälliger sozialer (z. B. finanzielle Probleme, Schulden) und psychiatrischer (z. B. das gleichzeitige Vorliegen einer Depression-, Angst- oder Zwangserkrankung bzw. einer sogenannten Persönlichkeitsstörung oder –akzentuierung) Begleitumstände.

Kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze verbinden in diesem Ansatz im weitesten Sinne psychoedukative Interventionen und psychotherapeutische Methoden (z. B. Motivationsarbeit, Analyse der Vor- und Nachteile des Suchtmittelkonsums, Veränderung der Aufmerksamkeitslenkung, emotionale Regulation, Übungen zum Rollentransfer, Imaginationstechniken oder Erlernen kognitiver Techniken) im engeren Sinne. 

Patientenratgeber:
Lindenmeyer J.: Lieber Schlau als Blau. Weinheim: Beltz PVU; 2001

Zum Nachlesen:
Burscheid W.: Integrative Verhaltenstherapie bei Alkoholabhängigkeit – Ein Therapiemanual. Berlin – Heidelberg: Springer; 2001.
Petry J.: Alkoholismustherapie. Weinheim: Beltz PVU; 1996
Schuhler P. und Baumeister H.: Kognitive Verhaltenstherapie bei Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Weinheim: Beltz PVU; 1996

Therapeutisches Angebot - Susanne Simoner
21.06.2016
Entlastungs- und Krisengespräche

Die Aufgaben der Hausleitung im Therapiezentrum Eisenhut sind vielfältig. Hierzu sind nicht nur Klientengespräche mit durchaus positiven Inhalten zu zählen, sondern auch Besprechungen, in denen akute Anlassfälle in Form von Krisen und Problemen im Mittelpunkt stehen. Diese können unterschiedlicher Natur sein. 

Ein, für alle Beteiligten überaus belastender, Anlassfall ist ein sogenannter Hausrückfall, der eine sofortige Entlassung aus dem therapeutischen Setting nach sich zieht. Klienten, die sich dazu entscheiden, Alkohol und/oder andere suchtfördernde Substanzen im Therapiezentrum zu konsumieren, müssen darüber in Kenntnis gesetzt werden, dass sie sofort ihr Eigentum packen und das Haus verlassen müssen. Jeder Klient, der im Therapiezentrum eine Langzeittherapie absolviert, wird im Vorfeld über die Konsequenzen eines Hausrückfalles aufgeklärt.
Für die Durchführung eines solchen Szenarios gibt es kein Patentrezept, da Klienten sehr unterschiedlich reagieren. Kommt es manchmal vor, dass sich ein Klient durchaus verbal aggressiv äußert, ist der andere Klient überaus verzweifelt und niedergeschlagen. In beiden Fällen versuche ich das eigenverantwortliche Verhalten auch im Falle eines sog. Hausrückfalles sachlich in den Mittelpunkt zu stellen und trotzdem mit viel Mitgefühl zu agieren. Hier ist es auch von besonderer Bedeutung darauf hinzuweisen, dass der Klient auch nach der Entlassung Hilfe in Anspruch nehmen sollte, um danach wieder den Weg in Richtung einer Abstinenzorientierung gehen zu können. Diese Gespräche gehen nicht nur dem Klienten sehr nahe, sondern berühren auch unsere Emotionen, da das gesamte Team mit Therapieeintritt eine therapeutische Beziehung mit jedem Einzelnen eingegangen ist. 

Weitere berufliche Herausforderungen finden sich bei mir in den sogenannten Entlastungsgesprächen. Diese kommen zumeist in emotional- und psychisch belastenden Situationen eines Klienten vor und werden von mir jederzeit bei Bedarf angeboten. 

Eine besondere Situation hierbei stellen suizidale Gedanken eines Klienten dar. Diese können aufgrund eines bestimmten Ereignisses (Bsp.: Tod eines Angehörigen, Trennungen etc.) oder ohne ersichtliches Geschehen, zum Beispiel aufgrund einer depressiven Verstimmung auftreten. Unabhängig vom jeweiligen Sachverhalt ist es unbedingt erforderlich, dass das Gespräch in einer ruhigen Atmosphäre stattfindet, in der keine Störungen vorkommen können. Die Unterredungen sollten ohne zeitliches Limit ablaufen – das Gespräch ist beendet, wenn der Klient das Gefühl hat, dass er dadurch eine Entlastung erfahren hat. Hier sind aktives Zuhören und eine möglichst wertneutrale Haltung das Um und Auf der Gesprächsführung. 

Sollte es sich im Laufe der Unterredung herausstellen, dass der Klient konkrete Suizidgedanken mit dem Vorhaben eines aktiven „Aus-dem-Leben-scheiden-wollen“ hat, so ist allerdings ein klares Vorgehen gefragt. Dieses beinhaltet die sachliche (und gleichzeitig empathische) Anweisung, dass ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Abteilung stattfinden muss. Dieser dient sowohl der Abklärung der Gefährdung als auch der professionellen Unterstützung bei der Bewältigung der individuellen Krisensituation. Manchmal jedoch zeigt der Klient hier einen massiven Widerstand, da er damit aufgrund der zahlreichen Voraufenthalte in Krankenhäusern negative Assoziationen verbindet. Hier braucht es ein stringentes Vorgehen, mitunter auch gegen den Willen des Klienten. An dieser Stelle ist es wichtig, dem Klienten auch die eventuelle Angst zu nehmen. Es gab in meiner langjährigen Berufslaufbahn im Therapiezentrum auch noch keinen Fall, in dem der Betroffene nicht im Nachhinein für mein klares Auftreten und Vorgehen dankbar war.

Dies ist nur ein kurzer Abriss von Krisen- und Entlastungsgesprächen im Zuge meiner Arbeit als Hausleiterin und soll einen groben Überblick geben. 
Neben dieser Art von Gesprächen führe ich viele Unterredungen mit überaus positiven Inhalten, in denen mir von erfolgreichen Wochenendausgängen, lustigen Ereignissen mit anderen Klienten oder schönen Erfahrungen erzählt wird. 

Das macht meine Arbeit überaus abwechslungsreich und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit neuen Lernerfahrungen das Therapiezentrum am Abend verlasse, um am nächsten Tag gespannt auf Neues wiederzukehren.

Wissenswertes - Christina Lora-Turteltaube
07.06.2016
NachbetreuungNachbetreuung
NachbetreuungNachbetreuung

Die Nachbetreuung im Anschluss an eine Langzeittherapie in den Therapiezentren der Agil-Sozialpädagogik wird als integraler Bestandteil einer abstinenten Lebensführung betrachtet. Somit wird im Anschluss an den stationären Aufenthalt den Klienten eine suchtspezifische Nachbetreuung dringend angeraten. Die weiterführende ambulante Therapie soll die Aufrechterhaltung der erreichten Stabilität gewährleisten.

Die Erarbeitung einer passenden Betreuungsstruktur erfolgt gemeinsam mit dem Klienten, idealerweise in einzelnen Phasen. In einer ersten Phase wird von unserer Seite das Gespräch zu jenem Klienten gesucht, der sich ca. drei Monate vor Ende der stationären Therapie befindet.

Im Gespräch mit uns Sozialarbeiterinnen wird gemeinsam erläutert, wohin sich der Lebensmittelpunkt nach Beendigung des Therapieaufenthaltes verlagern wird. In diesem Zusammenhang wird ersichtlich, wo die Suche nach möglichen Angeboten der Nachbetreuung zu erfolgen hat.

In einer weiteren Phase werden gemeinsam mögliche Ziele zur Erreichung einer passenden Betreuungsstruktur festgelegt. Ein kurzfristiges Handlungsziel kann zum Beispiel die Kontaktaufnahme mit einer in Frage kommenden Einrichtung sowie die Vereinbarung eines Termins für ein Erstgespräch darstellen. Als ein weiteres Ziel kann noch während des stationären Therapieaufenthaltes, im Zuges eines therapeutischen Ausganges, ein erster Termin vor Ort wahrgenommen werden. In weiterer Folge geht es darum, aus mehreren möglichen Angeboten das für den Klienten passende auszuwählen.

Während der Umsetzung der vereinbarten Ziele nehmen wir Sozialarbeiterinnen die Rolle der vermittelnden Schlüsselperson ein. Der Klient findet von uns Unterstützung dabei, den (telefonischen) Kontakt zu einer Einrichtung zu knüpfen und wird unter Umständen zu einem ersten Termin begleitet. Somit besteht unser Aufgabenbereich in der Vernetzung zwischen Klientel und diversen Einrichtungen.

Abschließend erfolgt eine gemeinsame Reflexion über die eingeleiteten Maßnahmen bzw. getätigten Schritte, wobei die Klienten immer wieder auf die Wichtigkeit der Nachbetreuung hingewiesen werden – sei es die Inanspruchnahme von psychotherapeutischen Einzel- oder anderen Beratungsgesprächen (beispielsweise durch Sozialarbeitern) als auch von Gruppentherapien.

Wir Sozialarbeiterinnen in den Therapiezentren Eisenhut und Saualpe bieten gerne unsere Unterstützung bei der Suche nach einer passenden Einrichtung an. Für uns ist von großer Wichtigkeit, die Klienten weiterhin in professioneller Betreuung zu sehen. Diese soll ihnen vor allem die erste Zeit im Alltag außerhalb der Therapie erleichtern.

Neuigkeiten - Siegrun Gutschi
24.05.2016
Kräuter für den AlltagKräuter für den Alltag
Kräuter für den AlltagKräuter für den Alltag

Die unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten sowie die Geschichte der Kräuter begleiten die Menschen schon sehr lange.

Im Laufe der Zeit traten sie in den Hintergrund, da sie in stressgeplagten Zeiten uns zwar ein Begriff sind, aber kaum jemand weiß, dass Kräuter wahre Schätze der Natur sind. Kräuter, in jeglicher Form angewandt, sind ein Genuss für alle Sinne. Ein Genuss, der uns in der hektischen Zeit innehalten lässt und uns „erdet“, wenn wir es zulassen.

Anwendungen, die auch in der heutigen Zeit möglich sind oder übernommene traditionelle Rezepte im täglichen Leben angewandt, sind eine Wohltat für unseren Geist, Körper und Seele.

Als ausgebildete Diplomkräuterpädagogin ist es mir ein wichtiges Anliegen, mein Wissen und meine Erfahrungen in diesem Bereich den interessierten Klienten des Therapiezentrums nahezubringen. So werden von mir immer wieder Projekte zu bestimmten Themenschwerpunkten angeboten. 

Im Zuge dessen wurde ein Projekt zum Thema „Herstellung von natürlichen Badesalzen“ durchgeführt. Mit biologischem Meersalz, vielen getrockneten Kräutern und Schraubgläsern (div. Größen) beladen, wurde ich von den interessierten Klienten erwartet. Nachdem wir über die Wirkungsweise der mitgebrachten Kräuter gesprochen hatten, begann ein konzentriertes schichtweises Einfüllen von Salz und Kräutern in die vorbereiteten Gläser. Der Wohlgeruch der Kräuter verbreitete sich im ganzen Raum. Die Klienten produzierten mit Spaß, Begeisterung und Kreativität ihr persönliches Kräuterbadesalz. Beim Zusammenstellen unterschiedlicher Kräuter wurde viel gelacht, gesprochen und experimentiert. Die Klienten konnten ihrer Kreativität in der Herstellung vieler unterschiedlicher Kräuterbadesalzvariationen freien Lauf lassen. Die fertig verschlossenen Kräuterbadesalze wurden mit bunten Stoffen und Bändern dekoriert und mit einem Etikett versehen. Die Rückmeldungen der Klienten an mich, nachdem sie das Kräuterbadesalz im Alltag verwendet hatten, sprachen für sich: „so einfach und so wohltuend… “ oder: „das mache ich zu Hause auch…“ Das große Interesse an der Herstellung weiterer selbst gemachter Kräuterprodukte für eine alltägliche Anwendung war offensichtlich. So wurde gleich an weiteren Projekten, wie zum Beispiel die Herstellung einer Kräutersalbe und eines Lippenbalsams gefeilscht. Zukünftige Termine hierfür wurden bereits fixiert.

Die Möglichkeit, meine eigene Begeisterung für Kräuter und deren Anwendung an unsere Klienten weiterzugeben, macht mir große Freude. Es ist schön zu sehen, dass die Natur wieder einen wichtigen Stellenwert im Leben von Menschen einnimmt.

Therapeutisches Angebot -
11.05.2016
Das Aufgabengebiet des diplomierten Krankenpflegepersonals in der Agil-SozialpädagogikDas Aufgabengebiet des diplomierten Krankenpflegepersonals in der Agil-SozialpädagogikDas Aufgabengebiet des diplomierten Krankenpflegepersonals in der Agil-Sozialpädagogik
Das Aufgabengebiet des diplomierten Krankenpflegepersonals in der Agil-SozialpädagogikDas Aufgabengebiet des diplomierten Krankenpflegepersonals in der Agil-SozialpädagogikDas Aufgabengebiet des diplomierten Krankenpflegepersonals in der Agil-Sozialpädagogik

Alkohol ist eine Substanz, welche viele lebenswichtige Organe des menschlichen Körpers zeitgleich massiv und teilweise sogar irreversibel schädigt. Dementsprechend sind vor allem Klienten mit einer bereits lange bestehenden Alkoholabhängigkeitserkrankung schon bei Antritt der Therapie einschneidig in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt.
 
Im Rahmen des Therapieaufenthaltes in der Agil-Sozialpädagogik werden die Klienten in medizinischen Belangen u.a. von diplomierten Fachkräften betreut. Ganz gleich ob bereits Beschwerden oder diagnostizierte Vorerkrankungen vorliegen: Sobald ein Klient neu ins Therapiezentrum einzieht, wird in Kooperation mit den ortsnahen Hausärzten eine Untersuchung vorgenommen, in welcher der aktuelle Gesundheitszustand des Einzelnen erhoben wird. Sollten im Laufe der dann in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden ärztlichen Kontrollen medizinische Probleme auftreten, so sind wir interdisziplinär auch mit diversen umliegenden Fachärzten und Krankenhäusern vernetzt und immer um eine zeitnahe Abwicklung der Anliegen bemüht.
 
Um diese teilweise sehr ausgeprägten Krankheitsbilder richtig und effektiv behandeln zu können, ist eine geregelte Medikamenteneinnahme im Therapiezentrum unerlässlich. Leider ist es viel zu oft der Fall, dass die schweren physischen aber auch psychischen Folgeschäden für den Einen oder Anderen eine lebenslange Medikamenteneinnahme erfordern. Für die Dauer der Therapie bereitet unser Krankenpflegepersonal wöchentlich vor Ort die Medikation in Wochendispensern für jeden Klienten vor und händigt sie ihm persönlich bis zu viermal täglich aus, die Einnahme erfolgt ausnahmslos unter Sicht. Vor allem wenn es um die Medikamenteneinnahme geht, fordern wir von unseren Klienten immer pünktliches Erscheinen, da der Applikationszeitpunkt fast aller Medikamente maßgebend für deren Wirkung ist.
 
Durch die Arbeit als Krankenpfleger ist man in unseren Therapiezentren allerdings nicht ausschließlich für die medizinische Problembewältigung verantwortlich.
Da wir - wie das gesamte Betreuungspersonal- neben diversen Fahrten mit unseren Klienten zu unterschiedlichen Institutionen, auch im Therapiezentrum selbst sehr viel Zeit mit ihnen verbringen. Wir fungieren als Gesprächspartner im Rahmen von Betreuungs- und Entlastungsgesprächen und haben immer ein offenes Ohr für alle möglichen Anliegen und stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Trotzdem sind wir vor allem in medizinischer Hinsicht auf die Mitarbeit unserer Klienten angewiesen, um eben gemeinsam erfolgreich an einer besseren Lebensqualität zu arbeiten.

Therapeutisches Angebot - Michaela Muschet
27.04.2016
Selbstgemacht trägt es sich am bestenSelbstgemacht trägt es sich am bestenSelbstgemacht trägt es sich am bestenSelbstgemacht trägt es sich am besten
Selbstgemacht trägt es sich am bestenSelbstgemacht trägt es sich am bestenSelbstgemacht trägt es sich am bestenSelbstgemacht trägt es sich am besten

Unter diesem Motto stand der Häkelworkshop in den Therapiezentren Saualpe und Eisenhut. Häkeln ist längst keine Frauendomäne mehr. Die sprachliche Stereotypie, die das maskuline Handwerk vom femininen Handarbeiten abspaltet ist überholt. Bestes Beispiel, dass auch junge Männer gerne zu Häkelnadel und Wolle greifen, ist die Firma myBoshi, deren Gründer zwei deutsche Studenten sind und mit ihren gehäkelten Mützen, Büchern, Videos und eigener Wolle gewissermaßen einen Meilenstein in der Modernisierung und Imagebildung des Häkelns gesetzt haben.

Als Ergotherapeutin im Therapiezentrum Saualpe bin ich stetig bemüht, immer wieder neue Techniken und Materialien in die Therapie einfließen zu lassen. Ich selbst habe diesen Winter einige Mützen gehäkelt und wurde von einigen unserer Klienten darauf angesprochen. Nach einiger Motivations- und Aufklärungsarbeit, wurde schließlich ein Mützen-Häkel-Workshop durchgeführt.

Die kognitiven und feinmotorischen Anforderungen, die diese Arbeit stellt, wurden bei der ersten Luftmasche sichtbar und spürbar. Die zwei halben Tage, die ich für die Fertigstellung einer Mütze angedacht hatte, zeigten sich sehr bald als unrealistisch. Das Zusammenspiel von Nadel, Wolle und Händen war eine Herausforderung, die oft unterschätzt wird. Wenn man geübte Häklerinnen und Häkler beobachtet, die eine Mütze neben dem Fernsehen nahezu ohne Blickkontrolle in drei Stunden fertigstellen, entsteht der Eindruck, dass diese Arbeit wie am Schnürchen läuft. Trotz der Schwierigkeiten und auch klischeehaften Neckereien seitens der Mitklienten, entstanden schöne individuelle Mützen, die von ihren Machern stolz getragen wurden und werden.

Neben dem offensichtlichen Ergebnis konnte auch ein Bewusstsein für Geschlechterrollen geschaffen und ein positiver Effekt hinsichtlich innerer Ruhe und Ausgeglichenheit beobachtet werden.

Aufgrund der engen Vernetzung und des regen Austausches zwischen unseren beiden Therapiezentren  konnte  auch im Therapiezentrum Eisenhut das Interesse der Klienten geweckt werden, einen solchen Workshop durchzuführen.

Im Therapiezentrum Eisenhut meldeten sich ausschließlich Damen zum Mützenhäkeln. Alle teilnehmenden Klientinnen hatten bereits ein Vorwissen und waren mit den Begriffen Stäbchen, feste Maschen, Zunahmen usw. vertraut. Die Leitung dieser Gruppe gestaltete sich dementsprechend einfacher und die Mützen waren wesentlich schneller fertig.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass trotz der unterschiedlichen Vorkenntnisse alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Therapiezentren der Agil-Sozialpädagogik ihre Mützen mit freudigem Stolz aufsetzten und auch schon für den nächsten Winter gerüstet sind.

Selbstgemacht trägt es sich eben am besten…

Therapeutisches Angebot - Dorothee Hülser
11.04.2016
Familienaufstellung

Bei einer Familienaufstellung handelt es sich um ein Sichtbarmachen eines inneren Bildes,  z.B. von der eigenen Familie, einem Arbeitsteam, einer Organisation etc. Die Aufstellung des Systems soll dazu verhelfen Probleme zu erkennen und Lösungen zu entwickeln. Das aufgestellte innere Bild wird durch die Aufstellung plötzlich greifbarer und erlaubt einen anschließenden Perspektivenwechsel der zu einer Lösung weiterentwickelt werden kann.

Die klassische Familienaufstellung geschieht als Skulpturaufstellung. Dabei wird der Klient zunächst gefragt welche besondere Fragestellung er sich anschauen möchte. Hernach wird für jede Person des aufzustellenden Systems vom Klienten ein Stellvertreter gewählt und im Raum so positioniert, wie die einzelnen Mitglieder des Systems zueinander stehen. Auch für sich selbst stellt er eine Person auf, und oft ist es auch sehr hilfreich für das „Symptom“ eine  zusätzliche Figur zu wählen. Nun beobachtet er die Situation und die sich ergebende Dynamik von außen, während der Therapeut die einzelnen Personen nach ihrer Befindlichkeit fragt und wie es ihnen an ihrem Platz geht, im Verhältnis zu den anderen Personen. Hierbei kann man sehr viele Informationen erlangen, die der Klient sich anhört und in einem nächsten Schritt darauf reagieren kann, indem er durch Umstellen von Personen ein neues Lösungsbild entwickeln kann. Durch das Umstellen ergeben sich bei den Personen veränderte Empfindungen welche benannt werden und so dem Klienten helfen sollen neue Handlungsalternativen für sich zu entwickeln. Danach nimmt der Klient selber die Position seiner Person in der Aufstellung ein und lässt das Lösungsbild auf sich wirken.

Das Familienaufstellen war ursprünglich ein Instrument der Systemischen Familientherapie, es ist aber modern geworden, auch ohne in einer therapeutischen Behandlung zu sein, eine Aufstellung zu machen. Dies kann hilfreich sein für psychisch stabile Menschen die bei bestimmten Fragen zu einem System mehr Klarheit erlangen wollen, es kann allerdings auch  problematisch werden für Personen die psychisch nicht stabil sind und nach der Aufstellung wieder auf sich alleine gestellt sind, ohne anschließende therapeutische Aufarbeitung.

Zudem wird in eine solche Aufstellung oft mit falschen Erwartungen hineingegangen. Die Aufstellung ist nicht die Lösung eines Problems, sie hilft lediglich eine Situation anders wahrnehmen zu können und aus dem heraus neue Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln, die hernach erst umgesetzt werden müssen.

Nicht jeder möchte allerdings seine Problemstellung in einer Gruppe einbringen, da es sich vielfach um recht schambesetzte Themen handelt, welche sie nicht vor anderen besprechen möchten. Da eignet sich dann die Darstellung auf dem Familienbrett. Dies ist wie eine Miniatur einer Skulpturaufstellung auf einem Brett und statt der realen Personen werden sehr einfach stilisierte Holzkegel verwendet. Es ermöglicht einem Klienten ebenfalls ein ganzes System von Menschen aufzustellen und es macht oft noch neutraler sichtbar, wie die Protagonisten zueinander stehen. Sowohl für die Rekonstruktion vergangener Erlebnisse, als auch für die Erarbeitung verschiedener Lösungsmodelle für die Zukunft kann die Aufstellung am Familienbrett sehr hilfreich sein. Es lassen sich viele Informationen und Zusammenhänge erkennen über Koalitionen im System, Generationsgrenzen, mögliche zuvor nicht erkannte Brüche und Blockaden entdecken etc. Man braucht auch nicht unbedingt ein Brett für eine solche Aufstellung, sondern kann kreativ auch andere Mittel verwenden wie z.B. Spielkegel, Kieselsteine, Geldmünzen, Legosteine, Post-its u.v.a.m., die man auf einer begrenzten Fläche positioniert.

Die Arbeit mit dem Familienbrett ist eine sehr wertvolle psychotherapeutische Intervention, die auch in der Arbeit mit den suchtkranken Klienten in unseren Therapiezentren immer wieder zum Einsatz kommt. Es ist für die Therapeuten immer wieder erstaunlich welche Form, Größe, Beschaffenheit und Einfluss die Figur der „Sucht“ haben kann in den unterschiedlichen Aufstellungen mit den Klienten.

Aber noch wichtiger als die Aufstellung sind natürlich die anschließende therapeutische Weiterentwicklung des Erkannten und die Umsetzung durch die Klienten.

Wissenswertes - Sinikka Huhndorf
30.03.2016
Alkohol (-krankheit) und Störungen des Verdauungstrakts

Der Alkohol schädigt alle Organe, und so wird auch der Verdauungstrakt nicht verschont! Der VERDAUUNGSTRAKT besteht aus der Mundhöhle, dem Rachen, der Speiseröhre, dem Magen und dem Darm. Zu den Verdauungsorganen gehören die zwei großen Darmanhangsdrüsen: die Leber mit den Gallengängen und die Bauchspeicheldrüse.

Die Speiseröhre ist ein ca. 25 cm langer Muskelschlauch, der Rachen und Magen verbindet und ist ein Transportweg zwischen Mund und Magen.
Der Alkohol schädigt durch den direkten Kontakt die Schleimhaut der MUNDHÖHLE und der SPEISERÖHRE und verursacht häufig eine Entzündung insbesondere im unteren Drittel der Speiseröhre. Die Symptome der sogenannten Refluxösophagitis sind Sodbrennen, saures Aufstoßen (Rückfluss von Magensäure in den Mund), brennende Schmerzen hinter dem Brustbein und Schluckbeschwerden. In besonders schweren Fällen kann sich eine Verengung der Speiseröhre bilden. Die Refluxösophagitis entsteht dadurch, dass der Alkohol die regelmäßige wellenförmige Beweglichkeit der Speiseröhre hemmt und der Schließmuskel erschlafft. Dadurch fließt vermehrt Magensäure in die Speiseröhre zurück.

Beim chronischen Alkoholkonsum ist das Risiko für bösartige Tumorerkrankungen in Mundhöhle, Kehlkopf, Rachen und Speiseröhre erhöht. Dabei spielen die chronische Entzündung der Schleimhäute und der Rückfluss der Magensäure eine große Rolle.
Durch häufiges Erbrechen können in der unteren Speiseröhre längsgestellte, schmerzhafte Schleimhauteinrisse entstehen, das sogenannte Mallory-Weiss-Syndrom.
Bei der Leberzirrhose können sich die Venen in der Speiseröhre zu verletzungsempfindlichen Krampfadern (Ösophagusvarizen) erweitern, leicht platzen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen.

Die MAGENWAND besteht aus drei Muskelschichten. Dadurch kann sich der Magen kontrahieren, seine Größe anpassen, den Nahrungsbrei mit dem Magensaft mischen und den Nahrungsbrei zum Magenausgang transportieren.
Alkoholische Getränke wie Bier und Weißwein stimulieren die Magensäuresekretion. Es kann zu Magenschleimhautschäden und bis zu einer Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) kommen.
Akuter Alkoholmissbrauch führt zu akuter erosiver Gastritis (blutige Magenschleimhautentzündung). Die Symptome der akuten Gastritis sind: Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit, Brechreiz.
Chronischer Alkoholkonsum verursacht chronische Magenschleimhautentzündung (chronische Gastritis). Die Symptome sind oft uncharakteristisch.
Bei dauernder Schädigung der Magenschleimhaut kann es zu Magengeschwüren (Ulcera) kommen. Etwa 15 % der Alkoholiker leiden unter Magengeschwüren.

Der DÜNNDARM, ca. 3 -4 m lang, besteht aus drei Abschnitten (Zwölffingerdarm oder Duodenum, Leerdarm oder Jejunum und Krummdarm oder Ileum) und ist der auf den Magen folgende Abschnitt des Verdauungsrohres. Der Dünndarm verdaut den Speisebrei zu Ende (mit Hilfe von Galle und Bauchspeicheldrüsensaft). Die dabei entstehenden Bruchstücke werden über die Dünndarmschleimhaut in den Kreislauf aufgenommen.
Im Dünndarmbereich führt die Alkoholwirkung zu Zwölffingerdarmentzündungen (Duodenitis), zu Geschwüren und zur bakteriellen Fehlbesiedlung.

Chronischer Alkoholmissbrauch führt häufig zu Durchfällen, Mangelernährung und Gewichtsverlust. Chronisch Alkoholkranke nehmen ca. 50 % der täglichen Energiezufuhr in Form von Alkohol auf, und alkoholische Getränke enthalten kaum wichtige Nährstoffe.
Der Alkohol hat eine direkt toxische Wirkung auf die Darmschleimhaut, die zu gestörter Resorption der Nährstoffmoleküle führt.
Es wird die Aufnahme von Glucose, Xylose, Laktose, bestimmten Aminosäuren, Elektrolyten (Natrium, Kalium, Magnesium, Chlorid) und wasserlöslichen Vitaminen wie Folsäure, Vitamin B1 und B12 gestört.

Der DICKDARM und der Mastdarm (Rektum), ca. 1,5 m lang, bilden den letzten Abschnitt des Verdauungsrohrs. Eine wichtige Aufgabe des Dickdarms ist Wasser und Elektrolyte zurückzuresorbieren.
Bei den chronisch Alkoholkranken kommen vermehrt Durchfälle, Obstipation, Darmdivertikel, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn und Colitis ulcerosa) vor.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen dem Alkoholmissbrauch und der Häufung von Rektumkarzinomen. Es dürfte vor allem die toxische Wirkung von Acetaldehyd (Alkoholabbauprodukt) von Bedeutung sein.  

In den beiden Therapiezentren werden regelmäßig im Rahmen der Ernährungsmedizin die Themenbereiche „Verdauungsapparat“ sowie „Magen-Darm-Erkrankungen bei der Alkoholkrankheit“ besprochen. Dies geschieht in Einzelgesprächen mit den Betroffenen und in den Gruppen.

Therapeutisches Angebot - Rafaela Simon
15.03.2016
Therapeutisches Schreiben in der Kunsttherapie im Therapiezentrum Eisenhut

Bereits 500 v. Chr. wurde das Schreiben in Griechenland als Mittel der Darstellung menschlicher Schicksalsschläge und für Denkprozesse rund um den Sinn des Lebens eingesetzt.
Über die Jahrhunderte hinweg nutze man die Schrift, um Überlieferungen und Gedanken niederzuschreiben. Da Vinci, Kant und Goethe schafften es, so ihre Gedanken in das Hier und Jetzt zu transferieren. Das Schreiben hatte dabei nicht nur den Sinn der Übertragung sondern auch, sich aktiv mit seinen inneren Bildern und Beweggründen auseinander zu setzen.

Unabhängig davon, ob  unsere Klienen Tagebücher, Autobiografien oder Geschichten zu Papier bringen, es geht immer darum, Gedanken und Gefühle aufzuschreiben und eine Art der inneren Reinigung bzw. Klärung zu erfahren. 

Hauptsächlich verwende ich in der Kunsttherapie die Methode des automatischen Schreibens. Hierbei formulieren die Klienten in einer bestimmten Zeit ein individuelles Thema oder  ihre momentanen Gedanken. 
Die meisten  kommen mit vielen Dingen, die sie beschäftigen, im Therapiezentrum an, sodass es an aufzuschreibenden Themen nicht mangelt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es in der Regel immer ein spezielles Motiv gib, das nur darauf wartet, notiert zu werden. 

Das Schreiben an sich versetzt Menschen zunächst in eine entspannte Konzentration und fördert unbewusste Assoziationen. Beginnt sich der Klient nun auf sein Inneres zu konzentrieren und folgt dem aufkommenden Impuls zügig zu schreiben, so fängt das Unterbewusstsein an, die Führung zu übernehmen. Dabei kann der  Schreibende selbst regulieren, wie tief er gedanklich und emotional in eine Sache eintauchen möchte. Wichtig ist, sich erstmal nicht um das Geschriebene zu kümmern oder es zu bewerten, sondern einfach dem Impuls zu folgen.
Den Moment, in dem „alles gesagt ist“, bemerkt er  in der Regel ganz von selbst.
In vielen Fällen ist ein anschließendes reflektierendes Gespräch sehr wichtig. Dieses führt des Öfteren dazu, dass der  Betroffene neue Perspektiven erfährt und somit Dinge besser verstehen und verarbeiten kann. Die gemeinsame Reflektion kann weiters dabei helfen, schmerzhafte Erfahrungen zu akzeptieren und in die eigene Geschichte zu integrieren. 
 
Klienten antworteten auf die Frage, was ihnen das Schreiben gebracht hat, wie folgt:

„Durch das Schreiben sind mir viele Dinge bewusst geworden.“
„Ich habe mich an Sachen erinnert, die ich gar nicht mehr wusste. Es  ist aber gut, dass ich mich erinnert habe, weil ich es jetzt besser verstehen kann.“
„Ich konnte meine Gedanken ordnen, jetzt kann ich klarer Denken.“
„Es tat gut, einfach mal alles aufzuschreiben.“
„Dadurch, dass ich es niemand zeigen muss, konnte ich ehrlich zu mir selbst sein.“
„Wenn ich jetzt lese, was ich zu Beginn der Therapie aufgeschrieben habe, sehe ich jetzt, was sich alles verändert hat.“
„Über viele Sachen traue ich mich mit niemanden zu reden. Wenn ich hier die Möglichkeit habe alles aufzuschreiben, kann ich mich wenigstens dem Papier anvertrauen, das hilft mir sehr.“

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